Autoleasing – Alternative zum Autokauf?

Wir zeigen Ihnen, worauf Sie beim Leasing achten müssen und welche Arten von Leasing es überhaupt gibt.
Kaufen oder leasen? Wir zeigen die Unterschiede.
Leasing kann eine echte Alternative zur Finanzierung sein.
alessandro
Einleitung von Alessandro Radegonda, Redakteur bei PKW.de 16.08.2019

Düsseldorf, 16.08.2019 – Es gibt viele Möglichkeiten, ein neues Auto zu bezahlen. Finanzierungsmodelle für Neuwagen gibt es bei jeder Bank. Egal ob Ratenkredit oder Drei-Wege-Finanzierung, nach Zahlung der letzten Monatsrate gehört das Fahrzeug Ihnen. Doch was ist eigentlich, wenn Sie das Fahrzeug gar nicht behalten wollen? Vielleicht gefällt es Ihnen nicht mehr, ist Ihnen einfach nicht mehr aktuell genug, oder Sie mögen es einfach abwechslungsreich. In diesem Fall stellt das Fahrzeugleasing eine echte Alternative zum traditionellen Autokauf mit Finanzierung dar.

Leasing oder Finanzierung? Welche Unterschiede gibt es?

Im Gegensatz zur Finanzierung steht beim Leasing nicht die Bezahlung des tatsächlichen Fahrzeuges im Vordergrund, vielmehr zahlt man monatlich für die Nutzung im vorher vereinbarten Zeitraum. Leasing ist daher eine Dienstleistung, die von Autohändlern, Herstellern und speziellen Leasing-Firmen angeboten wird. Ist der letzte Tag des im Leasing-Vertrags vereinbarten Zeitraum erreicht, erlischt die Berechtigung, das Fahrzeug weiter zu gebrauchen. Das Auto muss danach unverzüglich dem Händler zurückgebracht werden, wobei Sie sich aber meistens keine Gedanken darüber machen müssen, plötzlich ohne fahrbaren Untersatz auskommen zu müssen, da die meisten Händler nach Ende der Laufzeit direkt einen neuen Vertrag anbieten. Diese Leasingverträge haben meistens eine Laufzeit von ca. 2 bis 5 Jahren.

Die Dauer eines Leasingvertrages ist meistens geringer als die Laufzeit bei einer Fahrzeugfinanzierung und bietet im klassischen Sinne nicht die Möglichkeit, das Fahrzeug nach Vertragsende als abgezahltes Eigentum zu behalten, so wie es bei einer Finanzierung der Fall ist. Teilweise wird Ihnen allerdings die Alternative angeboten, das Fahrzeug nach Vertragsende gegen einen vorher festgelegten Preis zu erstehen. Dies muss allerdings vorher im Leasingvertrag festgehalten werden.

Ein weiterer Unterschied zwischen einem Leasingvertrag und einer Finanzierung ist, dass ein Leasingvertrag üblicherweise nicht kündbar ist. Lediglich nach einem Unfall bzw. Totalschaden oder einem Diebstahl des Fahrzeuges ist eine Kündigung möglich. Allerdings müssen Sie in diesen Fällen dem Ausgleichsanspruch der Leasinggebers nachkommen. Dieser setzt sich aus der Differenz zwischen dem Betrag, den die Vollkaskoversicherung zahlt, und dem Restwert des Autos zusammen. Daher sollten Sie einen Leasingvertrag nur abschließen, falls Sie auch bei Einkommensverlust ausreichende finanzielle Rücklagen besitzen.

Was kostet mich Leasing?

Die monatlichen Raten fallen natürlich je nach Marke und Modell anders aus. Besonders teure Autos, wie große SUVs, Sportwagen oder Luxuslimousinen, kosten monatlich mehr als beispielsweise Kleinwagen. Einen weiteren Einfluss auf die Raten hat die Anzahlung. Je mehr Sie anzahlen, desto geringer fallen Ihre monatlichen Leasingraten aus. Es gibt sogenannte Leasingratenrechner, die Ihnen durch Eingabe des Anfangswerts, der Anzahlung und anderer Daten zeigen, wie hoch Ihre monatlichen Raten ausfallen könnten. Diese können Sie beim Abschließen des Leasingvertrages zur Referenz heranziehen. Eine durchschnittliche Anzahlung liegt dabei zwischen 1.000 und 10.000 Euro. Ohne Anzahlung kann es dabei schnell mal teuer werden. Auch die Vertragslaufzeit spiegelt sich in den monatlichen Raten wider. Je länger die Laufzeit, desto geringer die Raten, da sie auf einen größeren Zeitraum aufgeteilt werden.

Welche Leasingmodelle können Ihnen als Privatperson angeboten werden?

Beim Leasing für Privatleute können Sie in der Regel zwischen zwei Modellen wählen, dem Kilometerleasing und dem Restwertleasing. Beide Modelle haben sowohl Vor- als auch Nachteile. Das Kilometerleasing legt das Augenmerk auf die mit dem Fahrzeug zurückgelegten Kilometer. Es wird festgelegt, wie viel Sie in der Vertragslaufzeit fahren dürfen. Meistens werden hierbei ca. 10.000 km pro Jahr eingeplant. Schließen Sie also einen Vertrag über 4 Jahre und 40.000 km ab, dürfen Sie nicht mehr als eben diese 40.000 km fahren, ansonsten kann eine Nachzahlung fällig werden. Diese Nachzahlungen werden durch einen Mehrkilometersatz berechnet und liegen im Schnitt bei 10 bis 15 Cent pro Mehrkilometer. Liegen Sie unter diesem Satz, so werden oft Rückerstattungen vom Händler gezahlt. In vielen Fällen sind aber Freibeträge im Leasingvertrag festgelegt, die Ihnen erlauben, die Obergrenze um eine gewisse Kilometerzahl zu überschreiten, ohne Nachzahlungen fürchten zu müssen. Dieser Freibetrag liegt je nach Gesamtkilometerzahl zwischen 2.500 und 5.000 km. Im Gegensatz zum Freibetrag existiert auch noch eine Freigrenze. Sollten Sie sich im Vertrag auf eine Freigrenze geeinigt haben, so werden zwar immer noch nicht gefahrene Kilometer erstattet, im Gegensatz zum Freibetrag gibt es bei dieser Variante allerdings keine Kulanz. Jeder Kilometer, der über der vertraglich festgelegten Kilometergrenze liegt, muss nachgezahlt werden. Auch bei dieser Form des Leasings sollten Sie darauf achten, möglichst pfleglich mit dem Kfz umzugehen, da Sie für eventuelle Schäden und Mängel haftbar sind bzw. haftbar gemacht werden können.

Das Restwertleasing orientiert sich an einem beim Vertragsabschluss kalkulierten Restwert. Dabei wird geschätzt, wieviel das Auto nach Vertragsende noch wert sein wird. Ein Gutachter untersucht nach Rückgabe des Kfz, welchen tatsächlichen Restwert es noch besitzt. Haben Sie Pech und der Gutachter stellt fest, dass das Auto einen Restwert hat, der unter dem vertraglich festgelegten Restwert liegt, muss die Differenz beglichen werden. Ist das Gegenteil der Fall, erhalten Sie 75% des Mehrerlöses, Ihr Leasinganbieter erhält die übrigen 25%. Oft wird Ihnen dieser Betrag für einen Folgevertrag gutgeschrieben, sodass sich zum Beispiel die Anzahlung für ein neues Auto verringert. Das Restwertleasing ist im Vergleich zum Kilometerleasing unsicherer, da oft nicht genau festgelegt werden kann, welche Umstände zu Wertminderung führen und Sie als Leasingnehmer keinen Einfluss auf den letztendlich festgestellten Restwert des Fahrzeugs haben. Außerdem spielen bei dieser Art des Leasings noch äußere Umstände eine entscheidende Rolle. So kann zum Beispiel der Restwert des Fahrzeugs dadurch gemindert werden, dass der Gebrauchtwagenmarkt einbricht. Das Kilometerleasing ist daher wirklich nur etwas für Fahrer, die nicht realistisch einschätzen können, wie viele Kilometer sie jährlich mit ihrem Pkw zurücklegen.

Leasing – Ja oder Nein?

Wenn Sie sich als Privatperson für das Leasen eines Autos entscheiden, erhalten Sie im Gegensatz zum gewerblichen Leasing keine steuerlichen Vorteile, es kann aber trotzdem eine sehr gute Alternative zur traditionellen Finanzierung darstellen. Oft sind Leasingraten geringer als Raten bei einer Autofinanzierung. Es bietet Ihnen die Möglichkeit, ein Fahrzeug zu fahren, das Sie sich als Neuanschaffung so möglicherweise nicht leisten können, und es beim Leasinggeber auf Ihre Wünsche anzupassen. Oft werden darüber hinaus noch umfangreiche Versicherungs- und Servicepakete angeboten. Zwar ist es Ihre Pflicht, das Auto regelmäßig zu warten, die Kosten werden aber durch die vertraglich gebuchten Pakete übernommen. Wichtig ist, dass Sie, sofern im Vertrag keine Vertragswerkstatt genannt wird, immer nur die Arbeit geprüfter Werkstätten in Anspruch nehmen. PKW.de rät ausdrücklich von eigenmächtigen Reparaturen ab.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Abwechslung. Da Leasingverträge meist eine relativ kurze Laufzeit haben, haben Sie die Möglichkeit, das Fahrzeug oft zu wechseln. Dies bietet Ihnen nicht nur den Luxus, häufig ein neues Auto zu fahren, sondern ist auch sehr praktisch, da Neuwagen weitaus weniger reparaturanfällig sind als ältere Pkw. Sollten Sie also momentan nicht über die finanziellen Möglichkeiten für einen Neuwagenkauf verfügen, ist das Leasing die ideale Möglichkeit für Sie, einen Neuwagen zu fahren.

Wenn Ihnen aber das Fahrzeug als Statussymbol nicht so wichtig ist, Sie auf eine moderne, neue Ausstattung verzichten können, weil Sie einfach nur von A nach B kommen möchten, ist das Gebrauchtwagenleasing eine Alternative. Ihre Vorteile gegenüber dem normalen Leasing, bei dem meistens Neuwagen angeboten werden, ist der geringere finanzielle Aufwand. Ein niedriger Gesamtpreis verringert auch die monatlichen Raten, wobei Sie beachten sollten, dass Gebrauchte natürlich auch anfälliger für Reparaturen sind.

Ein guter Mittelweg zwischen Neu- und Gebrauchtwagenleasing ist das Jahreswagenleasing. Hier werden nur Fahrzeuge angeboten, deren Erstzulassung maximal 12 Monate alt ist. Von der Qualität und der Ausstattung sind Jahres- und Neuwagen meistens fast identisch. Jahreswagen bieten aber den Vorteil, dass ihr Wert bis zu 30% unter dem eines Neuwagens liegt, was natürlich auch die monatlichen Raten sowie die Anzahlung im Preis drückt. Das Jahreswagenleasing ist daher die beste Möglichkeit, ein fast neues, hochwertiges und modernes Auto zu leasen, ohne die Raten eines Neuwagens zu zahlen.


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