Oldtimer kaufen – dies sollten Sie unbedingt wissen

Wir geben Tipps, damit Sie für Ihren Oldtimerkauf gerüstet sind
Wer einen Oldtimer kaufen möchte, sollte sich vorab gut informieren
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sascha
Einleitung von Sascha Nendza, Redakteur bei PKW.de 20.04.2015

Der Kauf eines Oldtimers ist oft eine Herzensangelegenheit. Dennoch sollte man dabei nicht den Verstand außer Acht lassen. Denn schnell entwickelt sich der Kauf zu einem Fass ohne Boden. Wir verraten Ihnen, worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Oldtimer kaufen – hierüber sollten Sie informiert sein

Fahrbereite Fahrzeuge, die auf dem Papier als Oldtimer gelten, gibt es auf dem Gebrauchtwagen-Markt oftmals schon für einen niedrigen vierstelligen Betrag zu kaufen. Doch um die Fahrtüchtigkeit dieser Fahrzeug auch weiterhin zu gewährleisten, sind oft kostspielige Reparaturen erforderlich. Während die Anschaffung also durchaus günstig sein kann, verschlingt der Unterhalt solcher Kfz oftmals erhebliche finanzielle Mittel. Und je seltener das Fahrzeug ist, desto teurer kann es werden.

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Einen Oldtimer zu kaufen, bedeutet auch, sich bewusst zu machen, dass die Beschaffung von Originalteilen und Ersatzteilen sehr schwierig und aufwendig werden kann. Etwaige Reparaturen sind außerdem auch deshalb teuer, da sie nicht von jeder Werkstatt, sondern zumeist nur von Spezialisten ausgeführt werden können, insbesondere wenn es sich um ein sehr exotisches Modell handelt. Als Einsteiger wählt man daher am besten ein Fahrzeug einer etablierten Marke wie Porsche, Mercedes, Jaguar, Renault oder Fiat. Hier ist die Beschaffung von Teilen in der Regel nicht ganz so aufwendig und die Zahl der Fachkenner, die einem helfen können, recht groß.

Wer bereits ein konkretes Fahrzeug im Blick hat, sollte sich nicht allein von den optischen Reizen leiten lassen. Wer einen Oldtimer kaufen möchte, sollte vor allem auch der Vernunft folgen und sich vergewissern, inwieweit das Fahrzeug noch im Originalzustand ist und welche Folgekosten auftreten können, also welche Reparaturen eventuell direkt nötig werden oder in Bälde anstehen könnten.

Laut einer Untersuchung der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) ist die Mehrzahl der Fahrzeuge, die im Alter zwischen 30 bis 40 Jahren liegen, zumeist in einem guten technischen Zustand. Mehr als die Hälfte der Oldtimer waren dabei sogar mängelfrei und lediglich 17 Prozent nicht verkehrssicher. Für denjenigen, der einen Oldtimer kaufen möchten, stehen die Chancen also gar nicht mal so schlecht, ein gut erhaltenes Fahrzeug zu erlangen, denn die meisten Liebhaberstücke, die es hierzulande zu kaufen gibt, wurden gut gepflegt. Man sollte sich aber im Klaren darüber sein, dass man, um einen Oldtimer zu erhalten, ihn auch bewegen muss.

Oldtimer mit Seltenheitswert sind gefragt und teuer

Für viele Automobil-Freunde ist ein Oldtimer aber nicht nur ein stilvolles Fortbewegungsmittel, sondern vor allem eine Wertanlage. Wer den Wert des geliebten Schätzchens erhalten oder gar steigern möchte, der muss für die Instandhaltung des Fahrzeugs nicht selten viel Geld investieren. Es kann durchaus vorkommen, dass man mehr in das Fahrzeug hineinstecken muss als man im Fall eines Weiterverkaufs für den Wagen herausbekommen wird. Doch für viele Besitzer zählt der Liebhaberwert eben mehr als der reine Marktwert.

Wer einen klassischen Oldtimer kaufen will, wird aber schnell feststellen, dass so manches Liebhaberstück in unverschämt hohe Preissphären abgedriftet ist. Wenige Tausend bis viele Millionen Euro kann man in den Erwerb eines Oldtimers stecken. Oft gilt: Je seltener ein Fahrzeug wird, desto höher können die Preise steigen.

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Steuerersparnis dank H-Kennzeichen

Ob ein Cadillac aus den 1960er-Jahren, ein seltener Bentley, ein Fiat 1500 oder ein VW Golf von 1980: Die Vielfalt ist groß und Oldtimer ist nicht gleich Oldtimer. Für die meisten Fans von antiquierten Autos gehört eine gewisse Individualität des Fahrzeugs einfach dazu. Idealerweise kommt der Oldie aus einer Kleinserie, weist eine technische Besonderheit oder ein extravagantes Design auf. Doch ob man einen Golf I als echten Oldtimer bezeichnen möchte, darüber mögen sich die Feingeister streiten.

Jedenfalls erhalten Fahrzeuge ab einem Alter von 30 Jahren von der Zulassungsbehörde ein sogenanntes H-Kennzeichen (das “H” steht für historisch), vorausgesetzt sie befinden sich in einem guten Erhaltungszustand und sind weitgehend originalgetreu erhalten. Mit dem H-Kennzeichen werden pauschal 191 Euro pro Jahr an Steuern fällig, was insbesondere bei einem hubraumstarken Motor zu einer erheblichen Ersparnis bei der Steuer führt.

Wer sich beim Kauf eines Automobils für einen Oldtimer entscheidet, für den ist ein überdachter Stellplatz, am besten in Form einer trockenen Garage, absolut unverzichtbar. Wind und Wetter sind für die alten Fahrzeuge, die meist nur über eine dünne Lackschicht und dürftigen Rostschutz verfügen, Gift.

Am besten fährt, wer seinen künftigen Oldtimer bei einem Händler kauft. Dort erhält man nicht nur eine Gewährleistung für den Wagen, sondern oftmals auch verschiedene Finanzierungsalternativen. Zudem ist die Kaufabwicklung über den Händler sehr viel sicherer als bei einem Privatverkauf.


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