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27.04.2018

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Das Byton Concept – Wer macht die wildesten Versprechen?

Das E-Auto wird smarter, besser, schöner.
Das Byton Concept
Von außen ist das Byton Concept eher unspektakulär.
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 27.04.2018

Die Neuigkeiten zu Elektroautos, die endlich alles richtig machen wollen, reißen nicht ab. Seit Jahren überbieten sich die Hersteller mit immer besseren, schnelleren und neuerdings auch „smarteren“ Elektroautos. Mehr Reichweite in kürzerer Zeit, größere Displays und pompöse Presseveranstaltungen sind an der Tagesordnung. Neu dabei ist die Firma Byton, die das „Smartphone auf Rädern“-Prinzip auf die Spitze treibt. PKW.de hat sich für Sie durch das Marketingchinesisch der Firma gegraben und übersetzt, was genau Byton mit seinem Konzept eigentlich bezweckt.

Baut Byton das Smartcar?

Displays. Überall.
Displays. Überall.

Beim Autofahren mit dem Smartphone zu spielen oder Nachrichten zu schreiben, ist nicht nur eine extrem dumme Idee, sondern steht seit einigen Jahren auch unter Strafe. Für alle, denen der Social-Media-Entzug auch während der Fahrt zum Supermarkt zu viel ist, hat das chinesische Automobil-Start-up das Byton Concept aus dem Hut gezaubert. Weil Ausdrücke wie „Auto“, „SUV“ oder „Crossover“ so furchtbar archaisch klingen und die junge, hippe und vor allem reiche Klientel schnell gelangweilt die Augen verdreht, hat man sich auch gleich eine schicke, neue Bezeichnung ausgedacht: Das Byton Concept ist ein SIV, ein Smart Intuitive Vehicle.

Displays als Verkaufsargument

Fernsehen beim Fahren? Ob das so eine gute Idee ist?
Fernsehen beim Fahren? Ob das so eine gute Idee ist?

Wie smart und intuitiv das Fahrzeug ist, zeigt ein Blick in den Innenraum: Wo andere Hersteller Fernseher in ihre Autos einbauen, verfolgt man beim Byton Concept einen anderen Ansatz. Hier wurde ein Fernsehen mit einem Auto ausgestattet. 50 Zoll misst das Hauptdisplay in der Diagonale und zieht sich über die volle Fahrzeugbreite. Auf den Konzeptbildern sieht man schicke 3D-Animationen und die vielen unglaublich gut aussehenden, hippen und reichen Freunde des Fahrers. Diese sind selbstverständlich über Facebook, Twitter und Co. ständig mit dem Fahrer verbunden. Das Auto misst außerdem offenbar die Herzfrequenz des Fahrers. Warum das nötig ist, lässt sich auf den ersten Blick nicht erkennen. Ein weiterer Touchscreen in der Mitte des Lenkrades erfüllt einen weiteren Zweck. Welcher das ist? Das ist uns zur Zeit auch noch nicht ganz klar.

Ein feuchter Traum für Datensammler

Big Brother im Blechkleid?
Big Brother im Blechkleid?

Unter der Haube liegen momentan Batteriezellen, die genug Strom für 250 vollmundige Werbeversprechen speichern sollen. Eine maximale Reichweite von 560 Kilometern soll möglich sein, 250 Kilometer kommen über neue magische Stromleitungen in nur 20 Minuten in die Akkus. Alle wichtigen Funktionen sollen dank Amazons Alexa-Assistentin per Spracheingabe gesteuert werden. Das Auto ist über Mobildatenverbindungen, die bis zum Marktstart bestimmt flächendeckend vorhanden sind, mit dem Internet verbunden. Praktisch, denn Geschwindigkeitsübertretungen, Bewegungsprofile und Gespräche, die im Auto geführt werden, können so ganz einfach in der Cloud gespeichert werden. Aber natürlich sind Ihre Daten beim Hersteller sicher. Wer käme denn auf die Idee, mit sensiblen Kundendaten Geld zu verdienen? Wie abwegig! Ach ja, haben wir erwähnt, dass das Byton Concept natürlich voll autonom unterwegs sein soll? Kann ja nur gut gehen.

Das Byton Concept und die Elektroskepsis

Um das Mantra der 2010er-Jahre zu wiederholen: Das Elektroauto kommt (Amen), aber mittlerweile zeichnet sich ab, dass die rapide Entwicklung neuer Technologien vielleicht doch nicht ganz so rapide ist, wie wir alle anfangs dachten. Byton will das Byton Concept bis 2019 (das ist nächstes Jahr!) in Serie produzieren, und um ehrlich zu sein: Wir glauben nicht, dass es dazu kommen wird. Auf der anderen Seite haben die Chinesen schon früher bewiesen, was mit laxen Arbeitsbestimmungen alles möglich ist. Wir lassen uns gern überraschen, aber bis die ersten Serienexemplare über die Straßen rollen, stehen wir dem Byton Concept mit einer gehörigen Portion Skepsis gegenüber.


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