E-Kennzeichen: Privilegien für Elektroautos

Was bringt das E-Kennzeichen?
Kennzeichen mit einem E am Ende
Mit diesem Kennzeichen fahren Elektroautos noch freier. Bjoern Wylezich / shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 20.06.2018

Wie bringt man Menschen dazu, viel Geld für die gute Sache auszugeben, und dabei auch noch auf einigen Komfort verzichten zu müssen? Man gibt ihnen Privilegien, die andere Menschen nicht haben. Wer heute ein Elektroauto kauft, muss dafür eine Menge draufzahlen, nimmt dafür aber kürzere Reichweiten und quälend lange Ladezeiten in Kauf. Damit die CO2-Belastung sinkt und man weniger abhängig vom Erdöl wird, subventionieren viele Regierungen besonders saubere Antriebe. Neben günstigen Steuern können Elektroautofahrer in Deutschland ein E-Kennzeichen beantragen, mit dem sie fahren dürfen, wo andere draußen bleiben müssen. Was erlaubt das Kennzeichen, und wie kommt man dran? PKW.de hat die Antworten.

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E-Kennzeichen erleichtern das Leben mit dem Elektroauto

Wer ein Elektroauto fährt, tut dies wahrscheinlich nicht, weil es besonders praktisch oder günstig in der Anschaffung ist. Wie für fast jedes Fahrzeug auf deutschen Straßen gibt es auch für Elektroautos ein spezielles Kennzeichen, mit dem sich einige Möglichkeiten eröffnen, die anderen Autofahrern nicht zur Verfügung stehen. Seit 2015 ist das Elektromobilitätsgesetz (EmoG) in Kraft. Dieses Gesetz regelt die Privilegien, mit denen potenziellen Elektroautofahrern der Kauf eines Stromers schmackhaft gemacht werden soll. Effektiv setzt die Regelung also bestimmte Aspekte der StVO für einige Verkehrsteilnehmer außer Kraft.

Privilegien für Elektroautos werden kommunal geregelt

Was Sie mit einem E-Kennzeichen dürfen und was nicht, ist durch das EmoG nicht einheitlich bestimmt. Welche Privilegien wo zur Verfügung stehen, ist kommunal geregelt. So kann es sein, dass das E-Kennzeichen in der einen Stadt gar keinen Vorteil bietet, 20 Kilometer weiter aber als kostenloses Parkticket gilt. In den meisten Städten berechtigt das Nummernschild am Elektroauto zumindest zum kurzzeitigen Parken an Ladesäulen. Manchmal dürfen Elektroautofahrer auch auf öffentlichen Parkplätzen kostenlos stehen. Dabei gibt es allerdings immer wieder Probleme, denn nicht jeder Verkehrspolizist oder Ordnungsbeamte kennt die Regelung. Und dann gibt es noch Städte, in denen Elektroautos ihren Fahrern fast schon Superkräfte verleihen. Hier dürfen sogar Bus- und Taxispuren genutzt werden, die sonst nur Berufsfahrern vorbehalten sind.

Wer darf ein E-Kennzeichen führen?

Um ein E-Kennzeichen führen zu dürfen, muss man nicht mal ein reines Elektroauto fahren. So gelten auch Brennstoffzellenautos, die ihre Antriebsenergie aus Wasserstoff ziehen, vor dem Gesetz als Elektroautos. Und sogar bestimmte Plug-in-Hybride können theoretisch von der Sonderregelung profitieren. Dazu müssen sie entweder eine rein elektrische Reichweite von 40 Kilometern oder einen CO2-Ausstoß von unter 50 Gramm pro Kilometer vorweisen können. Auf der einen Seite freuen sich Elektroautofahrer natürlich über die Regelungen, auf der anderen Seite haben viele Autohersteller begonnen, viel zu große Autos mit viel zu kleinen Hybridsystemen auszurüsten, um vom EmoG profitieren zu können.

E-Kennzeichen bekommt man für unter 40 Euro

Wer ein E-Kennzeichen haben will, braucht vor allem eines: ein Elektroauto. Wer mit Zulassungspapieren, gültiger HU, Personalausweis und dem bisherigen Nummernschild bei der Zulassungsstelle vorstellig wird, kann für insgesamt 38,50 € ein nagelneues E-Kennzeichen mit nach Hause nehmen und direkt an seinem Fahrzeug anbringen. Dann steht ein bisschen mehr elektrischer Freiheit nichts mehr im Wege.


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