Wie funktioniert das Halteverbot?

Wann Sie halten dürfen und wann nicht
Halteverbot mit Pfeilen
Was? Links? Rechts? Wie war das nochmal mit dem Halteverbot? Tobias Arhelger / shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 18.01.2019

Wenn der letzte Besuch in einer Fahrschule schon eine Weile zurückliegt, ist es nur natürlich, dass man sich vielleicht nicht mehr an jede Einzelheit genau erinnert. Wie war das nochmal mit der Stützlast? Wer darf wann überholt werden, und wie genau funktioniert nochmal das Halteverbot? Um Ihnen ein vermeidbares Knöllchen zu ersparen, bringt PKW.de Ihnen einen kleinen Auffrischungskurs zum Thema Park- und Halteverbot.

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Halteverbote: absolut oder eingeschränkt?

Halteverbote gibt es in zwei Geschmäckern: eingeschränkt und absolut. Das erste wird durch einen roten Kreis mit einer Linie durch die Mitte auf blauem Grund angezeigt. Das Verkehrszeichen trägt die Kennnummer 286 und zeigt an, dass man an dieser Stelle nur Personen oder Fracht aus- oder einladen darf. Ist das nicht der Fall, darf man nicht länger als drei Minuten in so einer Zone stehen bleiben. Und natürlich muss man sich beim Be- oder Entladen beeilen. Wer danach noch schnell einen Kaffee trinken geht oder die Einkäufe erledigt, könnte schnell einen Strafzettel unter dem Scheibenwischer vorfinden.

Das stärkere Zeichen ist das absolute Halteverbot. Dieses Zeichen besteht aus einem roten Kreis mit zwei diagonalen Linien auf blauem Grund. Die Bedeutung dieses Verkehrszeichens ist ganz einfach: Hier darf nicht gehalten werden. Auch nicht, wenn man „Nur mal eben kurz“ etwas zu erledigen hat. Auch nicht, wenn dem Kind das Frühstück hochkommt. Auch nicht, wenn die Blase drückt. Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen halten und warten. Wer zum Beispiel im Stau steht, auf eine grüne Ampel wartet oder von einem Polizisten zum Anhalten aufgefordert wird, der wartet. Ein absolutes Warteverbot gibt es nicht.

Halteverbote brauchen nicht immer Schilder

Es gibt einige weitere Verkehrsschilder, die ebenfalls ein Halteverbot mit sich bringen. Aus einem Kreisverkehr sollte man sich natürlich möglichst schnell entfernen und wenn man kein gelbes Schild auf dem Dach hat, ist das Halten auch an Taxiständen verboten. Wenn Sie halten oder parken, dürfen dadurch keine anderen Verkehrsschilder verdeckt sein und auch die Autobahn ist kein Parkplatz.

Auf der anderen Seite gibt es Schilder, die Halteverbote für bestimmte Fahrzeuge außer Kraft setzen. Manche Halteverbotsschilder sind mit dem Zusatzzeichen „Anwohner mit besonderem Parkausweis frei“ versehen. Haben Sie einen solchen Anwohnerparkausweis für die entsprechende Gegend? So ein Luxus. Einsatzfahrzeuge der Polizei dürfen abgestellt werden, wenn das Verbotsschild durch ein „Einsatzfahrzeuge frei“ eingeschränkt wird, und wer sich ein Elektroauto gönnt, sollte nach einem „Elektrofahrzeuge während des Ladevorgangs frei“ Ausschau halten. Bis ein solches Auto vollgeladen ist, gehen auch mal ein paar Stunden ins Land. Genug Zeit zum Einkaufen, für einen Amtsgang oder zum Mittagessen also.

Weiße Pfeile im Halteverbot: Anfang, Mitte und Ende

Und dann wäre da noch die verwirrende Sache mit den weißen Pfeilen. Diese zeigen an, wo das Halteverbot beginnt und wo es endet. Zunächst einmal gelten Halteverbote generell für die Fahrbahnseite, auf der das Verbotsschild angebracht ist. In der Richtung, in die der Pfeil zeigt, darf man also nicht halten. Auf der anderen Seite des Schildes ist das Halten aber erlaubt. Pfeile in beide Richtungen kennzeichnen ein Fortsetzungsschild, das in der Mitte einer Halteverbotszone angebracht wird, damit niemand behaupten kann, nichts von dem Verbot gewusst zu haben.

Halteverbote mit Ausnahmen

Auch hier gibt es allerdings Ausnahmen. Wenn durch falsches Parken signifikanter Schaden an Leib, Leben oder Besitz abgewendet werden kann, es keine andere Möglichkeit gibt und der potenzielle Schaden durch das Falschparken geringer ist, als der abgewendete Schaden, könnte ein sogenannter rechtfertigender Notstand bestehen. Dann klemmt zwar trotzdem ein Knöllchen unter der Windschutzscheibe oder Ihr Auto landet auf dem Abschleppwagen, aber die Geldbuße können Sie trotzdem anfechten.

Achtung: Harndrang zählt nicht als Notstand, denn der Allgemeinheit sind Ihre Autositze ziemlich egal. Wer aber beim Autofahren einen Herzanfall bekommt, muss natürlich nicht erst einen Parkplatz suchen.


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