Je oller, je doller

Morgan AR Plus 4: Der bislang stärkste seiner Art
Morgan AR Plus 4.
Modernitätsschub für lebendes Fossil: Morgan AR Plus 4.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 27.07.2015

Köln, 27.07.2015 – Dass man mit 66 Jahren erst so richtig Gas gibt, hat ja einst schon Udo Jürgens verheißungsvoll ins Mikro geträllert. Ein Jahr früher, also mit 65, ist für den Morgan Plus 4 dieser altersbedingte Temperamentsschub angesagt. Der Holzrahmen-Dauerbrenner dürfte mehr Fahrspaß denn je bieten. Allerdings wird es nur 50 Fahrzeuge des AR genannten Jubiläumsmodells geben.

Ein optisch besonders auffälliges Merkmal des AR Plus 4 sind seine LED-Scheinwerfer. Die im Innern stark segmentierten Hightech-Funzeln muten optisch schon etwas bizarr an, angesichts des sonst recht konsequenten 1930er-Jahre-Stils, den der Plus 4 versprüht.

Retro-Auto mit Hightech-Funzeln: Morgan AR Plus 4.
Retro-Auto mit Hightech-Funzeln: Morgan AR Plus 4.

Trotz seines Anachronismus-Flairs ist der Plus 4 in vielen Punkten eben ein modernes Auto. Das zeigt sich zum Beispiel unter der langen, geschlitzten Motorhaube, die einen Cosworth-Motor mit gehobenem Leistungsniveau verdeckt. Mit 225 PS ist der Zweiliter-Saugbenziner das stärkste Aggregat in der Geschichte der Morgan-Vierzylindermodelle. Zum Vergleich: Die derzeitige Standardversion des Plus 4 leistet 156 PS. Angesichts der rund 900 Kilogramm schweren Konstruktion sind bei der AR-Version also sehr sportliche Fahrleistungen angesagt.

So stark wie nie: Morgan AR Plus 4 mit 225 PS starkem Saugbenziner von Cosworth.
So stark wie nie: Morgan AR Plus 4 mit 225 PS starkem Saugbenziner von Cosworth.

Mehr Spaß versprechen auch die neuen Fahrwerkskomponenten. Statt der Blattfeder-Hinterachse kommt nun eine moderne Fünflenker-Konstruktion an der Hinterhand zum Einsatz. Dabei sind die Federelemente vorne wie hinten voll einstellbar. Einer sportlichen Fahrweise zuträglich dürften auch die kürzere Übersetzung an der Hinterachse sowie die 225er-Sportreifen auf 16-Zoll-Rädern sein. Letztere geben rundum den Blick auf Scheibenbremsen frei, die von Vierkolbenbremssätteln von AR Motorsport in die Zange genommen werden.

Hier dominieren Leder und Alu: Innenraum des Morgan AR Plus 4.
Hier dominieren Leder und Alu: Innenraum des Morgan AR Plus 4.

Das AR-Motorsport-Logo prangt im Innenraum prominent auch auf dem Lenkradtopf. Der Fahrgastraum des Sonder-Plus-4 präsentiert sich sportlich-spartanisch. Hier dominieren Alu, Leder und Naturtextilien. Fast schon überfrachtet wirkt das Armaturenbrett mit seinen klassischen Rundinstrumenten und Kippschaltern im tollen Retroschick.

Das Cockpit des Morgan AR Plus 4 mit Rundinstrumenten und Kippschaltern satt.
Das Cockpit des Morgan AR Plus 4 mit Rundinstrumenten und Kippschaltern satt.

Auch das Heck bietet einige moderne Sportwagen-Merkmale. Die Abgase entweichen aus einem schwarzen Doppelendrohr, welches aus einer diffusorartigen Heckschürze lugt. Die Rückleuchten strahlen ebenso wie die Frontscheinwerfer in LED-Technik.

Auch preislich rückt die Plus-4-Sonderedition in gehobene Sphären vor. 55.000 Britische Pfund kostet das streng limitierte Modell, was umgerechnet fast 80.000 Euro entspricht. Zum Vergleich: Der Standard-Plus-4 kostet knapp über 50.000 Euro. Das ist viel Geld, aber beim Plus 4 ist auch noch viel Handarbeit angesagt, wie zum Beispiel bei der Holzunterkonstruktion, die wie in einer klassischen Tischlerei angefertigt wird.

(Bildmaterial: Morgan)


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