Lautloses Puff-Peng-Sprotz-Mobil

Morgan EV3: Der Threewheeler wird elektrisch
Morgan EV3
Sieht eigentlich aus wie ein normaler Threewheeler: E-Antriebsstudie EV3 von Morgan.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 22.06.2015

Köln, 22.06.2015 – Keine Automarke mutet anachronistischer an als Morgan. Vor allem mit ihrem noch jungen alten Threewheeler bieten die Briten ein Modell, welches für eine Auto-Ästhetik aus längst vergangenen Zeiten steht. Doch jetzt hält ein wenig Neuzeit-Technik Einzug in die antiquiert wirkende Blechhülle: Morgan wird den Threewheeler Ende Juni 2015 ausgerechnet auf dem Festival of Speed, welches für Lärm und Benzingeruch alter Verbrenner steht, mit modernem E-Antrieb vorstellen.

Der Threewheeler geht eigentlich auf ein Morgan-Modell aus den 1930er-Jahren zurück. 2011 wurde es dann von der britischen Traditionsmarke neu aufgelegt. Wenn auch in einigen Details den heutigen Anforderungen angepasst, bleibt der Threewheeler damit ein kurioser Anachronismus auf dem Automarkt. Immerhin bietet sein klassisches Konzept viel Fahrspaß, denn wie einst der Ur-Threewheler setzt auch die heutige Version auf Leichtbau.

Laut- und emissionslos: Morgan Threewheeler als EV3.
Laut- und emissionslos: Morgan Threewheeler als EV3.

Vom Leichtbau wird sich auch die EV3 genannte Version mit batterieelektrischem Antrieb nicht verabschieden, trotz einer gut 240 Kilometer großen Reichweite. Laut Morgan soll das als Konzeptfahrzeug vorgestellte E-Mobil nur 450 Kilogramm auf die Waage bringen. Insofern könnte der rund 60 PS starke E-Motor einen durchaus spritzigen Vortrieb erlauben. Fahrwerte nennt Morgan noch keine, doch schafft zum Beispiel ein ähnlich leichter Caterham Seven 165 mit 80-PS-Benziner einen Sprint in 6,9 Sekunden. Bei der Höchstgeschwindigkeit dürfte der Morgan EV3 hingegen einen eher bescheidenen Wert bieten, denn hier sind Stromer in der Regel etwas zurückhaltender ausgelegt.

Serienversion angekündigt

Dem Auftritt in Goodwood soll schon bald eine Serienversion folgen. Zumindest hat Morgan in einer ersten Verlautbarung einen Termin für Ende 2016 angekündigt. Bei Morgan mahlen die Mühlen allerdings etwas langsamer. Daher sollte es nicht verwundern, wenn man sich in Malvern Link gegebenenfalls auch etwas mehr Zeit lässt.

Ein paar Bilder hat Morgan bereits veröffentlicht, auf denen man allerdings sieht, dass man nichts sieht, denn auf diesen Fotos wirkt der EV3 auf den ersten Blick wie ein ganz normaler Threewheeler. Allerdings: Wirft man einen genauen Blick in Richtung Vorderräder, kann man wiederum sehen, dass man nichts sieht: Der Motor, den der Threewheeler klassischer Weise unverkleidet zwischen den Vorderrädern vor sich herträgt, ist schlichtweg nicht vorhanden.

Der nackte Verbrenner zwischen den Vorderrädern ist weg: Morgan EV3.
Der nackte Verbrenner zwischen den Vorderrädern ist weg: Morgan EV3.

Ganz neu sind die Elektro-Ambitionen von Morgan übrigens nicht. Bereits 2012 haben die Briten einen Plus 8 elektrifiziert. Die damalige Studie konnte mit 160 PS starker Maschine in glatt sechs Sekunden auf Tempo 100 spurten, bis zu 185 km/h schnell werden und mit einer Batterieladung fast 200 Kilometer weit kommen. Eine damals angekündigte Kaufversion harrt bis heute ihrer Serienproduktion. Gut möglich, dass für ein solches Fahrzeug der Preis zu hoch ist. Für einen EV3 wäre ein vermutlich noch moderater Preis denkbar. Unser Tipp: 50–60.000 Euro.

(Bildmaterial: Morgan Motor Company)

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