Der Renner ohne Motor

Shelby baut das Daytona Cobra Coupé in Kleinserie
Shelby Daytona Cobra Coupé.
Wird in zwei Außenhaut-Versionen angeboten: Shelby Daytona Cobra Coupé.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 17.07.2015

Köln, 17.07.2015 – Erst kürzlich hat US-Tuner Shelby mit der Neuauflage der 750 PS starken [Mustang-Version Super Snake](https://www.pkw.de/ratgeber/autonews/ford-mustang-shelby-super-snake) für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt folgt der nächste Coup: Der Originalnachbau des legendären Shelby Daytona Cobra Coupé, welches vor genau 50 Jahren die FIA Weltmeisterschaft für GT-Fahrzeuge gewann. Jetzt sollen von der Superflunder exakt 50 Fahrzeuge neu aufgebaut werden. Der Kunde hat dabei die Wahl zwischen zwei Karosserieversionen. Ein Motor ist allerdings nicht dabei.

Könnte das Original sein, ist aber ein Nachbau: Shelby Daytona Cobra Coupé 50th Anniversary.
Könnte das Original sein, ist aber ein Nachbau: Shelby Daytona Cobra Coupé 50th Anniversary.

Richtig gelesen: Die von Hand aufgebauten Daytona Cobra Coupés werden nämlich als rollende Chassis gefertigt. Um das technische Innenleben, zumindest den Motor, muss sich dann der Käufer selber kümmern. Allerdings kann er sich bei seiner Motorenwahl auch vertrauensvoll an die Shelby Engine Company wenden, die richtig wilde V8-Herzen im Regal liegen hat. Zum Beispiel einen 289er-V8, den man mit 450 oder auf Wunsch auch mehr PS kriegen kann. Für umgerechnet 23.500 Euro kann man bereits die 450-PS-Version bekommen, was gar nicht mal teuer erscheint.

Auspuff hinten? Nix da, ein Shelby Daytona Cobra Coupé trägt die Abgasrohre lässig an der Flanke.
Auspuff hinten? Nix da, ein Shelby Daytona Cobra Coupé trägt die Abgasrohre lässig an der Flanke.

Deutlich mehr investieren muss man hingegen für das Chassis. Hier bietet Shelby übrigens zwei Versionen an, die preislich sehr weit auseinanderliegen. Vergleichsweise günstig ist die in Blau lackierte Fiberglasvariante, die man bereits für 165.500 Euro bekommen könnte. Sonderlich schön dürfte es in dem hohlen Körper nicht schallen, wenn man auf die Kunststoffhaut klopft.

Der Nachbau eines Shelby Daytona Cobra Coupé erhält natürlich eine Plakette.
Der Nachbau eines Shelby Daytona Cobra Coupé erhält natürlich eine Plakette.

Wesentlich glanz- und klangvoller dürfte da die Aluversion rüberkommen. Alternativ kann man das Daytona Cobra Coupé also auch mit echter Metallaußenhaut bestellen. Einerseits ist Alu als Rohmaterial recht teuer, verlangt aber vor allem bei der Verarbeitung nach zeitintensiver Handwerkskunst. Entsprechend kostet dieses Chassis dann umgerechnet gut 320.000 Euro. Kommen noch der Antrieb, Steuern und ein wenig Chichi obendrauf, dürfte der Endpreis wohl bei gut einer halben Million Euro liegen.

Kostet mindestens 320.000 Euro: Shelby Daytona Cobra Coupé mit Alukarosserie.
Kostet mindestens 320.000 Euro: Shelby Daytona Cobra Coupé mit Alukarosserie.

Das klingt nach viel, ist aber letztlich ein Schnäppchen im Vergleich zum Original. Sechs wurden dereinst in Italien gebaut. Im Jahr 2001 wurde der Wert eines zwischenzeitlich als verschollen geltenden Exemplars auf vier Millionen Dollar geschätzt. Vermutlich hat sich mittlerweile dieser Wert sogar verdoppelt. So gesehen ist der Neuzeit-Nachbau selbst in der Aluversion eine günstige Offerte.

Das Shelby Daytona Cobra Couép wird übrigens ohne Motor angeboten.
Das Shelby Daytona Cobra Couép wird übrigens ohne Motor angeboten.

In vielen Details will man sich dabei übrigens am Original orientieren. So gibt es wie damals einen Zentralrohrrahmen (allerdings verstärkt) und Blattfedern sowie ein Holzlenkrad. Aber es soll auch moderne Errungenschaften geben. Scheibenbremsen, eine Lederausstattung, elektrische Fensterheber, eine Klimaanlage oder auch eine Servolenkung sind angedacht. Ganz so komfortabel hatten es die Rennfahrer in den Daytonas aus den 1960er-Jahren in jedem Fall nicht. Dafür erlebten sie aber einen herzzerreißenden Sound, wie dieses Video eindrucksvoll dokumentiert:

 

(Bildmaterial: Shelby American)


Weitere Artikel zu diesem Thema