Spiegel abgefahren: Dürfen Sie weiterfahren?

Nehmen Sie Rücksicht auf die Rücksicht
So sieht ein kaputter Außenspiegel aus.
Was tun, wenn man nicht mehr nach hinten sehen kann? Nut Witchuwatanakorn / shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 20.12.2018

Sie sind ein echter Powermensch. Montagmorgens stehen Sie vor allen anderen auf, in der einen Hand den Kaffee, in der anderen Hand die Zeitung. Den Anruf auf dem Businesshandy nehmen Sie ganz locker mit dem Bluetoothheadset entgegen, während Sie mit einem Seitenblick die Börsenlage checken. Plötzlich kracht es und Ihnen wird schmerzlich bewusst, dass man all diese Dinge ja nicht beim Autofahren tun sollte. Aber anstatt der Tore des Himmelsreiches sehen Sie nur ein kleines, glitzerndes Objekt, dass sich in hohem Bogen von Ihrer Windschutzscheibe entfernt. Offenbar haben Sie einem parkenden Auto den Spiegel abgefahren. Was kommt jetzt auf Sie zu? PKW.de hat es herausgefunden.

Was ist Ihr Auto wert? Wir sagen es Ihnen.

Spiegel abgefahren: Fahren Sie nicht einfach weg!

Im Prinzip kann jede Berührung zwischen zwei Autos im Straßenverkehr als Unfall gewertet werden, denn im Regelfall entsteht zumindest ein kleiner Kratzer, der den Wert des Fahrzeuges mindert und darum zu einem finanziellen Schaden führt. Wer jetzt also denkt, er könne einen handgeschriebenen Zettel unter die Windschutzscheibe des anderen Autos klemmen, der irrt. Wenn Sie den Fahrer des parkenden Autos ausfindig machen können, müssen Sie ihm den Schaden melden. Ansonsten muss die Polizei verständigt werden.

Nochmal: Wer einfach weiterfährt, ohne mit dem Fahrer des anderen Autos oder der Polizei gesprochen zu haben, der entfernt sich unerlaubt von einem Unfallort, begeht also Unfallflucht. Zwar beeinflusst die Schwere des Schadens auch das Strafmaß, drei Punkte und ein paar Monate ohne Fahrerlaubnis sind neben einer saftigen Geldstrafe aber durchaus drin.

Spiegel abgefahren: Was jetzt?

Wenn Sie den Fahrer des anderen Autos also antreffen, sollten Sie versuchen, eine Einigung zu erzielen. Vollkaskoversicherungen übernehmen den Schaden wahrscheinlich. Ansonsten melden Sie den Schaden der Polizei, die nimmt diesen dann auf und setzt sich mit dem Unfallgegner in Verbindung. Und Sie? Wie kommen Sie jetzt zur Arbeit? Am besten ganz, ganz vorsichtig. Und zuallererst machen Sie einen Abstecher zur nächsten Werkstatt.

Das Fahren ohne einen kompletten Satz Außenspiegel kann zwar immer noch als Ordnungswidrigkeit ausgelegt werden, aber viele Ordnungshüter sind bereit, Kulanz zu zeigen, wenn man die Situation erklärt. Wenn man auf einen besonders harten Wachtmeister trifft, kostet die Fahrt aber trotzdem 15 Euro. Übrigens: Passen Sie besonders auf, jetzt keinen Unfall zu bauen, denn sonst kann es richtig teuer werden. Wenn dies möglich ist, können Sie auch mit Klebeband versuchen, den Spiegel provisorisch wieder an seinem Platz zu fixieren. Zum Schluss sagen wir es nochmal: Jeder Kratzer kann als Unfall interpretiert werden. Wer einfach weiterfährt, begeht Unfallflucht. Also: Augen auf im Straßenverkehr. PKW.de wünscht gute und vor allem sichere Fahrt.


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