Lichtmaschine defekt? Zum Glück ist das kein großes Problem

Wenn das Auto stumm und dunkel bleibt
Alte Lichtmaschinen erzeugen keinen Strom mehr.
Wenn die Lichtmaschine von innen so aussieht, dann ist es eigentlich längst zu spät. Tewlyx / Shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 27.04.2018

Jedes Auto auf der Straße hat heute mehr Rechenkapazität als Ihr erstes Mobiltelefon. Allein die Steuerung der Stereoanlage verbraucht Unmengen elektrischer Energie und auch die Zündkerzen, die im Motor das Benzin entzünden, funktionieren mit elektrischen Funken. All diese Energie muss irgendwo herkommen, denn die Autobatterie hält nicht ewig. Ein kleiner Generator versorgt alle elektrischen Geräte im Auto mit Strom. Dieser Generator ist besser bekannt unter der Bezeichnung Lichtmaschine. Ist diese Lichtmaschine defekt, funktioniert also bald gar nichts mehr.

Was passiert, wenn die Lichtmaschine defekt ist?

Eine defekte Lichtmaschine kündigt sich zum Glück relativ früh an. Ein kleines Warnlämpchen in Form einer Batterie leuchtet auf dem Armaturenbrett auf. Dieses Symbol bedeutet, dass die Batterie aktuell nicht geladen wird und alle elektrischen Geräte auf die Reserve aus dem Akku zurückgreifen müssen. Wenn das Lämpchen nicht nach spätestens 30 Sekunden wieder ausgeht, haben Sie ein Problem. Zwar stellt die Batterie genug Strom zur Verfügung, um noch ein paar Kilometer weit fahren zu können, aber auf Komfortfunktionen wie die Klimaanlage, Massagesitze oder das Radio sollten Sie während dieser Zeit dringend verzichten. Sie alle zehren ebenfalls an der Batterie. Spätestens, wenn der Motor zu stottern beginnt, sollten Sie sofort auf den Seitenstreifen fahren, um nicht mitten im Verkehr liegen zu bleiben.

Ein Defekt der Lichtmaschine ist eher selten

Eine defekte Lichtmaschine kann viele Gründe haben. Ein guter Generator sollte eigentlich mehr als ein Autoleben lang halten, aber manchmal erwischt man halt ein sogenanntes Montagsgerät, also ein Exemplar, das mit Schwächen ausgeliefert wurde. Wenn Sie in Ihrer Lichtmaschine einen Defekt vermuten, sollten Sie zunächst Ihren Keilriemen prüfen. Dieser treibt nämlich neben der [Servopumpe] und der [Klimaanlage] auch die Lichtmaschine an. Wenn er nicht mehr richtig greift oder nicht fest genug gespannt ist, kann er nicht mehr alle Geräte richtig antreiben. Ein neuer Riemen oder eine neue Spannvorrichtung kann hier schon Abhilfe schaffen und ist viel günstiger als eine neue Lichtmaschine. Auch die Kabel, die zur Batterie führen, gehen eher kaputt. Gefährlicher wird es, wenn nicht der Generator selbst, sondern das Steuergerät defekt ist. Dann kann unter Umständen die Batterie überladen werden, was zu starker Hitzeentwicklung, Bränden und sehr vereinzelt sogar zu Explosionen führen kann.

So sieht die Lichtmaschine an ihrem angestammten Platz aus.
So sieht die Lichtmaschine an ihrem angestammten Platz aus.

Lichtmaschine defekt: Was kostet die Reparatur?

Eine Lichtmaschine ohne Defekt funktioniert eigentlich genau wie ein Fahrraddynamo oder, in einer größeren Version, wie die Generatoren in Windkraftanlagen: Ein Rotor wird durch ein zylinderförmiges Magnetfeld bewegt, die Reibungsenergie wird in Elektrizität umgesetzt und lädt so die Batterie auf. Die sternförmige Vorrichtung an der Vorderseite ist ein Lüfter, der überschüssige Wärme abführt. Die Lichtmaschine muss schwerer arbeiten, wenn mehr Verbraucher Strom brauchen. Wenn also etwas kaputt geht, dann wahrscheinlich im Winter. Wenn die Sitz- und Scheibenheizung, Scheinwerfer, Radio und Scheibenwischer laufen, ist die Belastung am größten. Sie dürfen aber trotzdem gerne alles benutzen, denn wie gesagt: Die Ursache für eine defekte Lichtmaschine ist nur selten Überlastung. Wenn es aber soweit ist, werden für eine Reparatur meistens zwischen 300 und 600 Euro fällig.


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