Scheinwerfer einstellen: So wird‘s gemacht!

Was Sie beachten müssen, um nicht im Dunkeln zu tappen
In der Werkstatt wird Ihnen im Handumdrehen geholfen.
Durch falsch eingestellte Scheinwerfer wird Fahren im Dunkeln gefährlich. sasharec/Shutterstock.com
berit
Einleitung von Berit Hoffmann, Redakteur bei PKW.de 21.06.2018

Die Wichtigkeit der richtigen Scheinwerfereinstellung ist nicht zu unterschätzen! Ein falscher Neigungswinkel kann dazu führen, dass Sie Lichtenergie verschwenden und den Boden beleuchten, anstatt die Straße vor Ihnen ausreichend auszuleuchten. Sind die Scheinwerfer zu hoch eingestellt, blenden sie hingegen die entgegenkommenden Fahrer und nehmen ihnen so die wichtige Sicht. Hier lesen Sie alles, was Sie zum Scheinwerfer einstellen wissen müssen.

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Der exakte Neigungswinkel hängt von Ihrem Auto ab

Seit 1990 ist in jedem Neuwagen eine Leuchtweitenregulierung zum Einstellen der Scheinwerfer verbaut und viele neuere Autos verfügen auch über automatische Einstellungssysteme. Dabei wird der Neigungswinkel so verändert, dass die Scheinwerfer wieder richtig stehen und den gewollten Bereich erstrahlen. Die Einstellung der Scheinwerfer sollte, unabhängig von Ihrem Automodell, mindestens alle 2 Jahre kontrolliert und wenn notwendig korrigiert werden. Eine nicht ausreichende Sicht im Dunkeln und gehäufte Signale des Gegenverkehrs sind ebenfalls Anzeichen, dass Sie Ihre Scheinwerfer neu einstellen sollten. Der benötigte Neigungswinkel variiert von Auto zu Auto etwas, kann jedoch bei geöffneter Motorhaube dem Informationssticker auf dem Scheinwerfer entnommen werden. Für das Abblend- und Fernlicht handelt es sich meist um 1 – 1,2 % und bei den Nebelscheinwerfern um 2 – 2,5 %.

Wir empfehlen, die Einstellung von sowohl Ihrem Fern- und Abblendlicht als auch von Ihren Nebelscheinwerfern in einer professionellen Werkstatt durchführen zu lassen und nur zur Überbrückung selber zum Werkzeug zu greifen.

In einer Werkstatt werden Ihre Scheinwerfer perfekt eingestellt

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Die Profis haben die richtigen Geräte für die Einstellung. industryviews/Shutterstock.com

Früher wurde zum Scheinwerfer einstellen die 10-Meter-Wand verwendet. Bei dieser Methode wird der Wagen in einem Abstand von 10 m vor eine helle Wand gestellt, die mit Markierungen versehen ist. Anhand dieser Markierungen wird geprüft, ob die Scheinwerfer im richtigen Winkel ausgerichtet sind. Obwohl dieses eine heute noch gesetzlich vorgeschriebene Prüfmethode ist, werden nun meist Geräte verwendet, die deutlich weniger Platz benötigen und auf die komplizierten, moderneren Scheinwerfersysteme ausgerichtet sind.

Die professionelle Einstellung der Scheinwerfer wird aktuell fast ausschließlich mit den speziellen Scheinwerfereinstellgeräten, kurz SEG, vorgenommen. Diese Geräte simulieren die Methode der 10-Meter-Wand, nur, dass dabei die Entfernung durch eine Linse auf 50 cm verringert wird. Dadurch kann die Scheinwerfereinstellung auch auf kleinerem Raum durchgeführt werden.
Da schon eine Fehleinstellung um wenige Millimeter auf größere Distanz erhebliche Auswirkungen haben kann, gibt es viele Ansprüche, die die Messumgebung erfüllen muss. Um die Scheinwerfer exakt und optimal einstellen zu können, wird professionelles Equipment und Wissen benötigt, weshalb die Korrektur in einer Werkstatt ideal ist.

Falls notwendig, können Sie Ihre Scheinwerfer vorübergehend selber einstellen

Zur kurzfristigen Überbrückung können Sie Ihre Scheinwerfer auch selber kontrollieren und Ihr Licht eigenhändig einstellen. Dabei wird wieder die Methode der 10-Meter-Wand angewendet. Angemessene Flächen finden Sie häufig in Tiefgaragen oder auf Garagenhöfen. Bevor Sie mit der Messung der Neigungswinkel beginnen, sollten Sie sicherstellen, dass der richtige Reifendruck vorhanden und der Fahrersitz mit ca. 75 kg belastet ist.

Um die Einstellung des Fern- und Abblendlichtes zu überprüfen, benötigen Sie einen Meterstab, Klebeband und einen Schraubendreher. Wenn Sie Ihr Auto im Abstand von 10 m gerade vor der leeren Wand geparkt haben, müssen Sie mit dem Klebeband eine horizontale Orientierungslinie an der Wand befestigen, die genau auf der gleichen Höhe wie die Lichtquelle in der Scheinwerfermitte ist. Danach markieren Sie zwei vertikale Linien, um die Position der Mitte der Scheinwerfer und deren Abstand zueinander zu notieren.

Nun benötigen Sie eine Korrekturlinie, um die Neigung der Scheinwerfer zu überprüfen. Bei einer Neigung von 1,2 % zum Beispiel weicht das Licht auf 10 m um 12 cm von einer geraden Linie ab. Wenn Sie also eine horizontale Linie 12 cm unter Ihrer Orientierungslinie markieren, sollte bei korrekt eingestelltem und angeschaltetem Licht der Mittelpunkt des Lichtpegels auf der Korrekturlinie liegen. Ist dies nicht der Fall, können Sie die Höhe mithilfe der Schrauben oberhalb der Scheinwerfer einstellen.
Da nicht nur die Höhen-, sondern auch die Seiteneinstellung wichtig ist, müssen Sie auch diese überprüfen. Der intensivste Teil der Lichtpegel sollte außerhalb der beiden vertikalen Markierungslinien liegen. Mit den Schrauben links und rechts neben den Scheinwerfern können Sie deren Einstellung verändern. Um Ihre Nebelscheinwerfer einzustellen, müssen Sie nach dem gleichen Prinzip vorgehen. Beachten Sie hierbei, dass Sie den richtigen Neigungswinkel verwenden, um Ihre Korrekturlinie zu markieren.

Wenn Sie die Ladung Ihres Autos verändern, ändert sich auch der Winkel, indem das Licht der Scheinwerfer fällt. In manchen Autos können am Armaturenbrett die Scheinwerfer je nach Gewicht des Autos auf verschiedene Ladungsstufen eingestellt werden.

Ihre Scheinwerfer können in einer Werkstatt günstig eingestellt werden

Das professionelle Einstellen lassen der Scheinwerfer ist zum Glück nicht kostspielig. Gerade im Herbst und Winter bieten viele Werkstätten günstige oder sogar kostenlose Kontrollen an. Besteht Korrekturbedarf, hängen die Kosten hier vom Arbeitsaufwand ab. Meist kann die Scheinwerfereinstellung innerhalb weniger Minuten für 10 – 20 € durchgeführt werden. Bei Inspektionen wird meist auch eine Kontrolle und gegebenenfalls eine Korrektur des Neigungswinkels vorgenommen.


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