Alternative Antriebe der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Wie wir fuhren und fahren werden
Es gibt mehr Alternativen als Flüssiggas und Elektromotoren. Smile Fight / Shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 18.05.2018

Benzin, Diesel, Elektro. Momentan streiten diese drei Antriebe um die weltweite Vorherrschaft. Damit es soweit kommen konnte, wurden verschiedene Konzepte erprobt und schnell wieder über den Haufen geworden. Die meisten dieser alternativen Antriebe waren keine echten Alternativen, aber einige Technologien, die seit Jahrzehnten in Entwicklung sind, könnten sich in Zukunft als echte Retter erweisen. Wir wärmen die PKW.de-Zeitmaschine auf und finden heraus, warum Benzin immer noch das Mittel der Wahl für den Straßenverkehr ist.

Alternative Antriebe gibt’s auf PKW.de

Als Benzin ein alternativer Antrieb war

Auch wenn der Benzinmotor mittlerweile seit mehr als 100 Jahren die Welt mobil macht, war er bei Weitem nicht die erste Technologie, die man zur Fortbewegung benutzte. Dampfkraft, die die industrielle Revolution erst möglich gemacht hatte, trieb schon viel früher Fahrzeuge an. Umständlich, ineffizient und vor allem unsicher, war die Technik aber für den Privatgebrauch nicht geeignet. Ein alternativer Antrieb musste her: Der Benzinmotor.

Autos für Benzinfans gibt’s auf PKW.de

Keine echte Alternative: Atomreaktoren auf der Straße

In den Fünfziger- und Sechzigerjahren herrschte in den USA die große Atomeuphorie. Die Technologie, die nur ein paar Jahre früher zwei Großstädte verwüstete, sollte den unglaublichen Energiehunger der Amerikaner versorgen. Der Ford Nucleon war wohl die Krönung des Nuklearwahnsinns. Das Auto, natürlich viel zu groß, sollte mit einem Atomreaktor ausgerüstet werden und mit einer „Tankfüllung“ 8000 Kilometer weit fahren können. Allerdings muss man Autos auch daran messen, wie fatal eine Explosion wäre. In einem seltenen Moment der Klarheit wurde den Ingenieuren bewusst, dass Atomreaktoren auf öffentlichen Straßen nun wirklich nichts zu suchen haben. Der alternative Antrieb, der nie eine Alternative war, war schnell wieder vom Tisch.

Alternativer Antrieb, trotzdem mit Benzin: Die Turbine

Laut, durstig, aber cool: Das Chrysler Turbine Car mit Gasturbine. Steve Lagreca / <a href='http://www.shutterstock.com/editorial?cr=00&pl=edit-00'>Shutterstock.com</a>
Laut, durstig, aber cool: Das Chrysler Turbine Car mit Gasturbine. Steve Lagreca / Shutterstock.com

Aus derselben Ära kommt das Chrysler Turbine Car, mit dem die Turbine als alternativer Antrieb erforscht werden sollte. Die Vorteile hätten der Turbine in Zeiten des günstigen Benzins durchaus zum Durchbruch verhelfen können. Das Konzept war wartungsarm, lief fast ohne Vibrationen und konnte mit Benzin, Diesel, Kerosin und im Notfall sogar mit Tequila betrieben werden. Das Programm lief bis 1979 und endete hauptsächlich, weil man die strenger werdenden Abgasstandards nicht mehr einhalten konnte.

Alternativer Antrieb mit Lagerfeuerromantik? Der Holzvergaser

Aus Holz kann man mehr herstellen als Möbel. Unter anderem wurde bis in die frühen Fünfzigerjahre damit gefahren: Ein sogenannter Holzvergaser erhitzt Holzspäne und entzieht ihnen so die Gase, die in einem Lagerfeuer offen verbrennen. Dieses Gas kann dann, wie in einer Flüssiggasanlage, einen normalen Verbrennungsmotor antreiben. Die besten Holzvergaser ziehen aus drei Kilogramm Holz dieselbe Energie, die in einem Liter Benzin steckt. In Zeiten des Waldsterbens hatten Holzvergaser als Ersatz für Benzin allerdings keine echte Zukunft.

Alternativer Antrieb der Zukunft: Die Brennstoffzelle

Das erste Serienauto mit Brennstoffzelle: Der Toyota Mirai
Das erste Serienauto mit Brennstoffzelle: Der Toyota Mirai

Ganz aktuell wird auch Wasserstoff als alternativer Antrieb diskutiert und entwickelt. In der sogenannten Brennstoffzelle reagiert Wasserstoff mit Luftsauerstoff zu Dihydrogenmonoxid, also zu reinem Wasser. Dabei wird elektrische Energie frei, mit der man Autos antreiben kann. Theoretisch kann Wasserstoff in großen Mengen durch Elektrolyse aus Wasser gewonnen werden, allerdings benötigt dieser Vorgang sehr viel elektrischen Strom. Die Energiebilanz ist am Ende also nicht besser als die von Benzinmotoren. Trotzdem: Wasserstoff, der mit erneuerbaren Energien erzeugt wird, erzeugt fast keine Emissionen.


Weitere Artikel zu diesem Thema