Alternative Antriebe: Was ist neu?

Wie fahren wir in Zukunft?
Alternative Antriebe sollen für eine saubere Zukunft sorgen.
Es grünt so grün! Elnur / shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 22.08.2018

Wer bis jetzt noch nicht mitbekommen hat, dass sich die Ära des Benzinmotors langsam aber sicher dem Ende zuneigt, der muss in den letzten Jahren unter einem besonders großen Stein gelebt haben. In Kalifornien versucht ein Milliardär, ganz alleine die Welt zu retten, Audi stellt Benzin ohne Öl her und Toyota baut einen Lkw, der nichts als Wasser ausstößt. Was es sonst so Neues gibt in der Welt der alternativen Antriebe, wer im Rennen um die Zukunft vorne liegt und in welche Technologie Sie Ihre Hoffnung stecken sollten, weiß PKW.de.

Alternativer Antrieb aus der Steckdose: Elektroautos

Tesla, die unendliche Geschichte. Egal, wie lange man sich mit dem exzentrischen Milliardär aus Südafrika beschäftigt: Spätestens am nächsten Tag kündigt Elon Musk den nächsten großen Coup an. Das Model 3 läuft mittlerweile fast ohne Probleme vom Band, da kündigt Tesla einen Lkw an, das mysteriöse Model Y dürfte auch noch einige Jahre auf sich warten lassen und natürlich ist auch schon ein Pickup-Truck in Planung. Tesla ist einer der kontroversesten Autobauer aller Zeiten, hat nie Gewinn gemacht und ist trotzdem eine der wertvollsten Firmen der Welt. Mal sehen, wie es weiter geht.

Unterdessen werkeln auch deutsche Automarken an Elektroautos. BMWs i8 wurde euphorisch aufgenommen, Porsches Taycan wird immer noch mit Spannung erwartet und sogar VW entwickelt dedizierte, günstige Elektroautos. Für den Moment bleiben aber die alten Probleme der Technologie: Lange Ladezeiten, rückständige Infrastruktur, hohe Preise und kurze Reichweiten halten den alternativen Antrieb weiterhin zurück.

Gute Idee mit Macken: synthetisches Benzin

Währenddessen scheint es, als habe Audi alle Probleme auf einmal gelöst. Das Zauberwort lautet Power-to-Gas. Mit der Technologie lassen sich aus CO2, Wasser und Strom ganz normale, fossile Brennstoffe entwickeln. Das Beste: Wenn nur Ökostrom verbraucht wird, ist die Technologie absolut klimaneutral, weil das CO2 bei der Herstellung direkt aus der Atmosphäre gezogen wird. Alle Autofahrer könnten weiterhin ihre Autos fahren, Tankstellen und Werkstätten müssten nicht umstellen und sogar die Zukunft des Flugverkehrs wäre gerettet. Das Problem: Im Vergleich mit dem Betrieb eines Elektroautos braucht jeder gefahrene Kilometer die fünffache Energiemenge. Trotzdem, Power-to-Gas, oder e-fuel, könnte durchaus der alternative Antrieb der Zukunft sein.

Alternativer Antrieb Brennstoffzelle: Aus Gas wird Strom

Und dann wäre da noch die Brennstoffzelle, die durch Magie aus reinem Wasserstoff elektrischen Strom erzeugt und nichts als Wasserdampf ausstößt. Die Technologie leistet mittlerweile nicht mehr nur im Toyota Mirai ihren Dienst, sondern treibt auch deutsche U-Boote an. Toyota baut sogar Lkw für die Mittelstrecke, die Wasserstoff zur Fortbewegung nutzen. Der alternative Antrieb könnte die Zukunft sein, wäre da nicht die Schwierigkeit mit der Speicherung von Wasserstoff. Dieser muss unter extrem hohem Druck mitgeführt werden. Wer also Angst vor beeindruckenden Explosionen hat, wird kaum mit einem Wasserstofftank im Auto herumfahren.

Alternativer Antrieb für morgen

Im Moment sieht es so aus, als wäre das Elektroauto die Technologie der Zukunft, aber die logistischen Probleme der Stromer sind schwer zu überwinden. Bevor nicht ein Großteil aller Parkplätze mit einer Steckdose ausgerüstet ist, bleibt es schwierig, potenzielle Autokäufer vom Elektroauto zu überzeugen. Power-to-Gas könnte bestehende Strukturen weiternutzen und vor allem müsste man keine neuen Autos kaufen. Wohin es am Ende geht, wissen wir natürlich auch nicht, aber das Rennen um die Mobilität der Zukunft bleibt spannend.


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