Jetzt noch Diesel kaufen?

Für wen lohnt sich der Selbstzünder noch?
Die Qual der Wahl an der Zapfsäule?
Kann man heute noch Diesel fahren, oder ist der Selbstzünder tot? Federico Rostagno / shutterstock.com
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Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 02.08.2018

Diesel. Das böse D-Wort. Oder doch lieber einen normalen Benziner? Auch wenn Selbstzünder in letzter Zeit viel schlechte Presse abbekommen haben, kommt die Technologie immer noch mit einigen Vorteilen daher. Ob diese es aber tatsächlich wert sind, hängt vom Anwendungsfall ab. Und davon, was die Zukunft bringt. Die Frage, ob Ihr nächstes Auto mit Benzin oder Diesel betrieben werden sollte, versucht PKW.de hier zu beantworten.

Diesel ist günstig, die Versicherung teuer

Die erste Frage, die die meisten Autokäufer zuerst stellen, lautet: „Und was kostet mich das Ganze dann?” Momentan liegt der Dieselpreis etwa 20 Cent unter dem für Benzin, der Verbrauch liegt im Vergleich mit einem ähnlichen Benziner ebenfalls 15 bis 20 Prozent niedriger. Dafür verlangen Versicherung und Fiskus etwas mehr Geld von Dieselfahrern. Wer also viel fährt, sollte einen Diesel in Betracht ziehen. Wer allerdings nur die täglichen Fahrten von der Arbeit nach Hause hinter sich bringen muss, wird mit einem Diesel nicht glücklich und wird sich unter Radfahrern und Fußgängern außerdem keine Freunde machen.

Diesel, Benzin und Harnstoff

Egal, ob er mit Benzin oder Diesel läuft, die Funktionsweise des Motors bleibt im Prinzip gleich: Explodierendes Luft-Treibstoff-Gemisch treibt einen Kolben durch einen Zylinder, diese Bewegung treibt die Räder an. Der maßgebliche Unterschied liegt in der Zündung: Dieselmotoren haben keine Zündkerzen, das Gemisch entzündet sich unter Druck selbst. Das macht Dieselmotoren etwas zuverlässiger, denn einen Defekt der Zündanlage kann man ausschließen. Allerdings brauchen moderne Diesel neben Wasser, Öl und Treibstoff noch eine vierte Flüssigkeit: AdBlue, eine Harnstofflösung, die für die Abgasreinigung zuständig ist. Ein wirklich signifikanter Kostenpunkt ist das aber nicht, denn AdBlue ist relativ günstig und man braucht nicht viel davon.

Egal ob Sie auf Benzin…

…oder Diesel setzen: PKW.de hat’s.

Mit dem Diesel in der Innenstadt

Und dann wäre da noch die Sache mit den Fahrverboten. Seit dem Dieselskandal wird in vielen Städten über ein Dieselfahrverbot diskutiert, und kürzlich wurden diese Verbote erstmals wirksam. Dieselfahrzeuge, die die neue Euro-6-Norm erfüllen, sind davon zwar ausgenommen, aber auch entsprechend teuer. Alle anderen müssen theoretisch einen Umweg nehmen, der die Umweltzonen umgeht. Es ist allerdings noch kein Fall bekannt, in dem ein Dieselfahrer in einer Umweltzone angehalten wurde. Natürlich bedeutet das nicht, dass Sie es versuchen sollten, immerhin kostet eine Zuwiderhandlung bis zu 80 Euro.

Diesel oder Benziner: Die Wahl liegt bei Ihnen

Letzten Endes liegt es also bei Ihnen: Wenn Sie viel fahren und oft außerhalb der Innenstadt unterwegs sind, könnte ein Diesel für Sie durchaus Sinn machen. Für den durchschnittlichen Autofahrer eignet sich ein Benziner allerdings besser, und wer wirklich etwas Sinnvolles tun will, kauft ein kleines Elektroauto. Das Problem mit dem Dieselabgas liegt im Übrigen nicht am Treibhauseffekt. Im Gegenteil: Stickoxide können angeblich sogar dazu beitragen, die globale Erwärmung zu verlangsamen. Leider sind sie aber auch Hauptverursacher des sauren Regens und können eine Vielzahl schwerer Krankheiten verursachen.

Vielleicht doch lieber elektrisch?


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