11.06.2021

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Gebrauchtwagen besichtigen – machen Sie den Profi-Check!

Darauf sollten Sie besser achten, wenn Sie einen Gebrauchtwagen besichtigen.
Wir zeigen Ihnen, worauf man achten sollte, wenn man einen Gebrauchtwagen besichtigt.
Von A wie Auspuff bis Z wie Zahnriemen – checken Sie den Gebrauchtwagen gründlich. Prostock-studio / Shutterstock.com
hannah
Einleitung von Hannah Greven, Redakteur bei PKW.de 11.06.2021

Genau hinschauen zahlt sich aus. Wenn Sie einen Gebrauchtwagen besichtigen, hilft Ihnen unsere praktische Checkliste dabei mögliche Mängel zu entdecken – langfristig sparen Sie sich so teure Reparaturkosten. Damit Sie im Eifer des Gefechts nichts Wichtiges vergessen, orientieren Sie sich einfach an unserer Prüfliste – Schritt für Schritt.

  1. Alles was Sie wissen müssen - mit unseren Tipps zur Gebrauchtwagen-Besichtigung

Alles was Sie wissen müssen - mit unseren Tipps zur Gebrauchtwagen-Besichtigung

Sie haben Ihr Traumauto entdeckt und einen Termin vereinbart, um den Gebrauchtwagen zu besichtigen? Bevor Sie loslegen, beachten Sie Folgendes: Auch wenn Ihnen das Auto noch so gut gefällt, beschwindeln Sie sich nicht selbst, indem Sie über Mängel großzügig hinwegschauen. Ein erster oberflächlicher guter Eindruck ist nicht genug – es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Prüfen Sie systematisch und knöpfen Sie sich die verschiedenen Bauteile einzeln vor – von A wie Auspuffanlage bis Z wie Zahnriemen:

Auspuff: Dieser sollte weder wackeln noch undicht sein. Wie prüft man das? Einen Lappen vor dem Auspuff befestigen und dann Gas geben. Wenn die Abgase an einer anderen Stelle entweichen, ist der Auspuff undicht.

Beleuchtung: Rost sollte sich weder an den Reflektoren der Scheinwerfer noch an den Blinkern wiederfinden. Auch von innen beschlagene Leuchten sind kein gutes Zeichen.

Bremsen: Sind die Bremsenbeläge oder -scheiben verschlissen? Überprüfe dies unbedingt!

Elektrik: Elektronische Fensterheber, Beleuchtungsanlage, Radio, Heizung, Hupe und Klimaanlage sollten selbstverständlich funktionieren.

Felgen: Gibt es Beschädigungen, Rost oder verformte Felgenränder? Folgeschäden an Radaufhängung oder Spurstangen der Lenkung könnten auftreten.

Feuchtigkeit: Wenn Sie beim Blick in den Kofferraum, unter Fußmatten oder Bodenteppichen Spuren von Feuchtigkeit entdecken oder es allgemein muffig riecht, deutet dies auf eine undichte Karosserie hin und kann zudem Rost verursachen.

Geruch: Nutzen Sie Ihren Geruchssinn, um möglichen Mängeln auf die Spur zu kommen: einen muffigen oder unangenehmen Geruch sollten Sie unbedingt hinterfragen. Wenn die Klimaanlage stinkt, kann dies auf Bakterien oder auch Schimmelpilze hinweisen. Dies oder auch andere Gerüche lassen sich schnell beheben, bieten Ihnen aber trotzdem einen Vorteil bei den Verhandlungen.

Kilometerstand: Passt der Kilometerstand zur Abnutzung von Wagen und Komponenten wie dem Lenkrad, dem Schaltknüppel, den Pedalgummis und den Sitzen? Vergleichen Sie den Kilometerstand auf dem Ölwechsel-Anhänger mit der Anzeige im Armaturenbrett.

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Lack: Überprüfen Sie den Gebrauchtwagen auf Roststellen oder Rostpickel und versuchen Sie Hinweise auf übermalte Problemzonen zu sammeln. Achten Sie hierzu auf Farbunterschiede oder Lackreste zum Beispiel auf Gummiteilen. Ist das Auto nicht gewaschen, sollten Sie besonders aufmerksam sein, da Rost, Kratzer oder andere Lackschäden so schwerer zu sehen sind. Auch Regenwetter oder schlechte Lichtverhältnisse können das Erkennen von Lackschäden erschweren, deswegen empfehlen wir, nach Möglichkeit die Besichtigung bei sonnigem Wetter durchzuführen.

Motorraum: Alles glänzt wie neu im Motorraum? Wenn der Motor frisch gewaschen wurde, sind Leckstellen nicht mehr zu erkennen. Bei ungewaschenem Motorraum achten Sie auf Undichtigkeiten an Schläuchen oder einen stark verölten Motor.

Ölstand: Checken Sie den Ölstand und fragen Sie nach dem letzten Ölwechsel? Auch die Kühl- und Bremsflüssigkeit können Sie überprüfen und mit den Einträgen im Serviceheft vergleichen. Wenn die Kühlflüssigkeit sehr trüb wirkt, kann dies eine undichte Zylinderkopfdichtung bedeuten. Ein Austausch ist da nur eine Frage der Zeit.

Reifen: Wie steht es um die Profiltiefe? Gibt es Risse im Gummi oder sind die Reifen einseitig abgefahren? Ungleichmäßigkeiten können auf eine fehlerhafte Fahrwerksgeometrie hindeuten. Außerdem werden Reifen manchmal mit schwarzer Farbe besprüht, um sie neuer erscheinen zu lassen.

Scheiben: Steinschläge auf der Windschutzscheibe sind tabu. Auch Sprünge oder Kratzer können die Sicht des Fahrers einschränken.

Sitzgurte: Können Sie die Sitzgurte nicht problemlos aufrollen, heißt dies, die Gurte haben einen schweren Einsatz hinter sich und müssen erneuert werden.

Türen: Natürlich sollten sich alle Türen gut schließen lassen. Überprüfen Sie auch die Dichtungsgummis an den Türen.

Unfallschäden: Vergleichen Sie die Spaltmaße zwischen den Bauteilen wie bei Motorhaube und Kotflügel. Die Karosserie kann sich bei Unfällen verziehen und unterschiedliche Spaltmaße sind ein Indikator dafür. Hinterfragen Sie solche Details unbedingt!

Unterboden: Wurde nachträglich ein Unterbodenschutz angebracht? Ein neu angebrachter Schutz könnte Roststellen verbergen. Frische Ölflecken unter dem Auto sollten Sie sofort alarmieren, ein Grund dafür kann ein undichter Motor sein. Seien Sie unbedingt skeptisch, wenn Ihnen der Verkäufer einen Blick unter das Auto verwehren möchte.

Zahnriemen: Erkundigen Sie sich, wann der Zahnriemen erneuert wurde. Das Reißen des Zahnriemens während der Fahrt kann einen Motorschaden zur Folge haben.

Auf diese Dinge sollten Sie bei der Probefahrt achten!


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