FIN - Fahrgestellnummer in Fahrzeugpapieren
(Foto: Donald Joski / Shutterstock.com)

Fahrgestellnummer prüfen – so geht’s

Mit der FIN / VIN die komplette Fahrzeughistorie erhalten
Veröffentlicht am 30.01.2024
5 Minuten Lesedauer

Mit der 17-stelligen Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) – früher auch Fahrgestellnummer genannt, hat jedes Auto weltweit einen eindeutigen Ausweis für Händler, Versicherer und Werkstätten. Beim Gebrauchtwagenkauf und -verkauf lässt sich so die Fahrzeughistorie via FIN abfragen.

Fahrgestellnummer prüfen beim Autokauf

Zulassungsbescheinigung Teil I mit Markierung der Fahrgestellnummer
Im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) ist die FIN oder Fahrgestellnummer unter Punkt E zu finden. (Grafik: PKW.de)

Da jedes Fahrzeug eine eindeutige Fahrgestellnummer – genau Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) besitzt, die sowohl in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) und Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) als auch im Fahrzeug (Motorraum, Türrahmen, Kofferraum, Armaturenbrett) zu finden ist, lässt sich so die gesamte Fahrzeughistorie des Autos abfragen.

 

So können gestohlene Autos leicht erkannt werden – auch vorherige Reparaturen und Unfallschäden lassen sich via FIN-Abfrage überprüfen. Da für alle Einträge auch der Kilometerstand vermerkt wird, fallen Tachomanipulationen bei einem Abgleich der Fahrgestellnummer leicht auf. Praktisch für Werkstätten: über die Fahrgestellnummer (FIN / VIN) lassen sich sämtliche Ausstattungsmerkmale abfragen – so ist sichergestellt, dass bestellte Ersatzteile einwandfrei zum Fahrzeug passen.

Die FIN beim Autokauf:

1. Stimmt die Fahrzeugidentifikationsnummer mit der FIN, die am Auto eingestanzt wurde überein?
2. Stimmt die FIN mit den Werkstattrechnungen überein?
3. Online die Fahrgestellnummer prüfen – mit einer detaillierten Fahrzeughistorie lassen sich unliebsame Überraschungen ausschließen. Einen detaillierten Bericht gibt es zum Beispiel beim Anbieter Automoli.com ab 14,99 Euro

Musterfahrzeugbrief mit Angabe der FIN
Im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) ist die Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) unter Punkt E gelistet. (Grafik: PKW.de)

Was ist die FIN?

Bis 1981 war die Fahrgestellnummer bei Autos auf einer Plakette im Motorraum angebracht. Dann trat eine EU-Richtlinie in Kraft (Richtlinie 76/114 EWG vom 18. Dezember 1975), mit der eine einheitliche Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) eingeführt wurde. Die – englisch Vehicle Identification Number (VIN) – besteht aus 17 Stellen und ist für jedes Fahrzeug einzigartig. FIN / VIN werden im Volksmund jedoch weiter als Fahrgestellnummer bezeichnet – nicht ganz korrekt, da Autos schon längst nicht mehr ein separates Fahrgestell, sondern selbsttragende Karosserien besitzen.

Die Buchstaben I, O und Q werden nicht verwendet. Sie können leicht mit den Ziffern 0 und 1 verwechselt werden. Eine FIN / VIN kann daher aus den Ziffern 0123456789 und den Buchstaben ABCDEFGH JKLMN P RSTUVWXYZ bestehen.

Unterschiede FIN zwischen Europa und Amerika

Die 17-stellige FIN folgt in der Europäischen Union der ISO-Norm 3779. In Nordamerika verwenden die Hersteller ein anderes, aber kompatibles System. Der rechtliche Rahmen der FIN wird in Deutschland im § 59 StVZO geregelt. Dort heißt es: „An allen Kraftfahrzeugen und Anhängern muss an zugänglicher Stelle am vorderen Teil der rechten Seite gut lesbar und dauerhaft ein Fabrikschild mit folgenden Angaben angebracht sein.“ (§ 59 StVZO)

Stelle1234567891011121314151617
Europäische Union (ISO 3779)1-3 Welt-Herstellercode (WMI)4-9 fahrzeugbeschreibender Teil 10-17 fortlaufende Nummer
Nordamerika1-3 Welt-Herstellercode (WMI)4-8 Baureihe, Motor, AusstattungPrüfzifferModelljahrHerstellerwerk12-17 fortlaufende Nummer
Aufbau der Fahrzeugidentifikationsnummern in der EU und Nordamerika (Quelle: Wikipedia)

Wo finde ich die FIN meines Autos?

Die Fahrgestellnummer ist an mehreren Orten im Auto und den Papieren des Fahrzeugs notiert. Die FIN steht im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) unter Punkt E und im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) ebenfalls unter Punkt E. ­­­Außerdem ist die FIN – wie die überholte Fahrgestellnummer genannt wird – an mehreren Stellen im Fahrzeug zu finden. Im Motorraum, der Fahrertür, dem Türrahmen oder B-Säule zwischen Vorder- und Hintertür, im Armaturenbrett durch die Windschutzscheibe sichtbar, im Kofferraum oder unter der Motorhaube. Die FIN wird dort sehr fälschungssicher eingeprägt. Meist wird die FIN auch auf Rechnungen von Werkstätten und der Kfz-Versicherung angegeben.

FIN - Fahrgestellnummer im Türrahmen eines Mercedes
Diese Fahrzeugidentifikationsnummer wurde in den Türrahmen eines Mercedes-Benz eingestanzt (Foto: RoClickMag / Shutterstock.com)

Fahrzeughistorie bei Autoverkauf

Mit der FIN und einer Abfrage der Fahrzeughistorie erhält der Fahrzeugbesitzer einen umfassenden Bericht zur Fahrzeuggeschichte des eigenen Autos. Da auch sämtliche Ausstattungsmerkmale aus einer FIN zu erkennen sind, ist so eine detaillierte und genaue Bewertung des Autos möglich. So lässt sich leicht der Verkaufswert des Autos einschätzen und ein realistischer Preis ermitteln, um das Auto zu verkaufen.

FIN – wozu sie benötigt wird

Die FIN ermöglicht die eindeutige Identifizierung jedes Autos. So lässt sich der Halter jederzeit ermitteln. Durch den Abgleich der FIN in den Fahrzeugpapieren mit der eingestanzten FIN im Auto und dem Abgleich mit Polizei-Datenbanken sind gestohlene Fahrzeuge leicht zu erkennen. Die Fahrzeugidentifikationsnummer (englisch VIN für Vehicle Identification Number) ist auch für Werkstätten und Versicherungen nützlich. So wird sichergestellt, das bestellte Ersatzteile zum Auto passen. Aufgrund des hohen Aufwands und Verwendung an mehreren Orten innerhalb des Fahrzeugs lässt sich die FIN selbst bei schweren Beschädigungen wie Totalschäden oder Bränden für Gutachter und Versicherer häufig ablesen und das Auto somit zweifelsfrei zuordnen.

Fazit: Die Fahrgestellnummer zu prüfen, ist beim Autokauf und Autoverkauf sinnvoll und geht blitzschnell

Mit der einzigartigen Fahrzeugidentifikationsnummer lässt sich nicht nur überprüfen, ob das Fahrzeug als gestohlen gemeldet wurde. Die gesamte Unfallhistorie, Werkstattbesuche, Fahrzeugwert, Ausstattung und sogar eventuelle Herstellerrückrufe sind so vermerkt. Und für Auto-Verkäufer interessant: Die Fahrzeughistorie bietet einen detaillierten Überblick über den Restwert des Wagens.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wo finde ich die Fahrgestellnummer?
Die Fahrgestellnummer – richtig ist FIN (Fahrzeugidentifikationsnummer, englisch VIN für Vehicle Identification Number) findet sich unter Punkt E im Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil I und II). Außerdem ist sie an mehreren Orten des Fahrzeugs eingestanzt und angebracht – häufig im Motorraum, Kofferraum, an der B-Säule, der Fahrertür oder im Armaturenbrett.
Darf ich die Fahrgestellnummer / FIN weitergeben?
Eine Fahrgestellnummer oder Fahrzeugidentifikationsnummer ist prinzipiell keine Gefahr. Man sollte – ähnlich wie bei seinem Personalausweis die Daten nicht leichtfertig herausgeben, aufgrund des hohen technischen Aufwands können Betrüger mit einer FIN selbst jedoch nicht viel anfangen. Die Anfrage der Fahrzeughistorie, Abschluss der Versicherung oder der Verkauf bzw. Fahrzeugbewertung via FIN ist unkritisch.
Wo kann ich die Fahrgestellnummer kostenlos überprüfen?
Im Internet gibt es viele Seiten, bei denen sich die Fahrgestellnummer oder FIN überprüfen lässt. Je detaillierter die Fahrzeughistorie sein soll, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese jedoch nur gegen Gebühr zu erhalten ist.
Was mache ich, wenn die FIN unleserlich ist?
Falls die eingestanzte FIN nicht mehr lesbar ist, muss diese in einer Kfz-Werkstatt neu eingeschlagen werden. Mit der schriftlichen Bestätigung kann eine Unbedenklichkeitsbescheinigung bei der örtlichen Zulassungsstelle beantragt werden. Zusammen mit der Unbedenklichkeitsbescheinigung, dem Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung I und II) kann beim TÜV ein Gutachten erstellt werden. Mit Gutachten, Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief kann dann bei der Zulassungsstelle eine neue Betriebserlaubnis beantragt und erteilt werden. Zulassungsstelle. Hier müssen Fahrzeugschein und -brief noch einmal übergeben werden, um eine Betriebserlaubnis zu erteilen. Danach ist ihr Fahrzeug wieder bereit sorglos am Straßenverkehr teilzunehmen.