Militärfahrzeuge kaufen: Geht das?

Das muss man tun, um sein eigenes Militärfahrzeug betreiben zu dürfen.
Der HMMWV ist das Standardfahrzeug der US Army.
Der HMMWV. In der Ausführung mit Granatwerfer auch mit eingebauter Vorfahrt. PhotoStock10 / Shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 04.09.2017

SUVs sind schon seit Jahren im Trend. Die übergroßen Familienkutschen geben vielen Fahrern ein Gefühl der Unverwundbarkeit. Man thront hoch über dem Pöbel, der sich in Kleinwagen nah am Boden bewegt, und blickt erhaben über all die kleinen Problemchen hinweg. Was aber, wenn man gerade erst einen BMW X5 gekauft hat und der Nachbar sich nur wenig später einen Hummer H2 in die eigene Einfahrt stellt? Plötzlich ist man selbst der kleine Mann. Wäre es nicht schön, sich einfach einen Kampfpanzer zulegen zu können, am besten mit Chromfelgen, Heckspoiler und Lackierung in Orange-Metallic? Ein Militärfahrzeug zu kaufen, ist prinzipiell zwar möglich, aber den nervigen Nachbarshund „zufällig“ mit einem Kettenpanzer zu überrollen, ist trotzdem mit einigen Schwierigkeiten verbunden.

Auf den Panzer werden Interessenten wohl verzichten müssen.

An einen Panzer zu kommen, ist schwierig. Außerdem bekommen Kettenfahrzeuge, die nicht einem bestimmten Zweck dienen, keine Betriebserlaubnis für öffentliche Straßen. Ausgediente Militärfahrzeuge kann man trotzdem kaufen. Am bekanntesten dürfte natürlich der Hummer H1 sein, der als HMMWV seit 1985 seinen Dienst bei den amerikanischen Streitkräften verrichtet. Das martialische Flair des Fahrzeugs faszinierte die Amerikaner so sehr, dass viele das Militärfahrzeug kaufen und für private Zwecke nutzen wollten. Zwar bietet der Hersteller mit dem H1 auch eine zivile Version an, mittlerweile werden in den USA aber auch alte Militärbestände an Zivilisten verkauft.

Ein Militärfahrzeug zu kaufen, ist mit Auflagen verbunden.

Wer in Deutschland ausgediente Militärfahrzeuge kaufen will, hat neben der Qual der Wahl auch das Problem mit den Behörden: Es mag den ein oder anderen überraschen, aber ein mit Panzerabwehrraketen bestückter Geländewagen hat auf deutschen Straßen nichts zu suchen. Bevor man also Militärfahrzeuge kaufen kann, müssen diese demilitarisiert werden. Das bedeutet, dass sowohl Offensivwaffen als auch defensive Einrichtungen wie Nebelwerfer demontiert oder unbrauchbar gemacht werden müssen. Weil spezialisierte Fahrzeuge mit ihrem Austritt aus dem aktiven Dienst ihre Betriebserlaubnis verlieren, ist außerdem ein Besuch beim TÜV fällig. Und die Versicherung wird wohl auch noch ein Wörtchen mitzureden haben. Übrigens: Kettenpanzer bekommen in Deutschland keine zivilen Straßenzulassungen mehr. Der Fall des Düsseldorfer Autohändlers, der Anfang der 2000er einen weißen Schützenpanzer durch Düsseldorf fuhr, löste eine entsprechende Gesetzesänderung aus.

Mercedes direkt vom Schlachtfeld in den Vorgarten?

Nicht ganz so groß wie der HMMWV, dafür viel praktischer: Der 'Wolf'. Art Konovalov / <a href='http://www.shutterstock.com'>Shutterstock.com</a>
Nicht ganz so groß wie der HMMWV, dafür viel praktischer: Der 'Wolf'. Art Konovalov / Shutterstock.com

Besonders häufig ist die militärische Version der Mercedes G-Klasse anzutreffen. Das Fahrzeug trägt die Bezeichnung Wolf und ist sowohl mit Metalldach als auch mit abnehmbarem Stoffdach zu haben. Besonders komfortabel sind diese Autos natürlich nicht, dafür sind die Achsen besonders verstärkt und das Fahrwerk für die harten Anforderungen bei der Bundeswehr modifiziert. Wer so ein Militärfahrzeug kaufen will, muss dafür trotz der hohen Beanspruchung immer noch mehr als 10.000 Euro auf den Tisch legen.

Größer als ein Panzer: Der MAN gl

Wenn Sie mal ihren Tornado mit in den Urlaub nehmen wollen, hilft ein MAN gl. Joerg Huettenhoelscher / <a href='http://www.shutterstock.com>Shutterstock.com</a>
Wenn Sie mal ihren Tornado mit in den Urlaub nehmen wollen, hilft ein MAN gl. Joerg Huettenhoelscher /