In diesem Artikel klären wir, was an den 5 Mythen wirklich dran ist.
In diesem Artikel klären wir, was an den 5 Mythen wirklich dran ist. Pixelvario / shutterstock.com

5 Mythen über E-Autos. Was stimmt wirklich?

Bis heute ranken sich einige Mythen rund um die Elektroautos. Hier erfahren Sie, welche Vorurteile stimmen und welche nicht.

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von Lena Borrenkott, Redakteur*in bei PKW.de 20.05.2022

Elektroautos. Es wird viel über sie gesprochen und viel Hoffnung in sie gelegt im Kampf gegen die Klimaerwärmung. Die Technik auf diesem Gebiet entwickelt sich auch immer weiter. So kommen viele Fragen und auch Gerüchte auf.

Wie viel Wahrheit steckt in den fünf Mythen, die wir hier aufklären?

Über E-Autos gibt es positive sowie negative Aussagen. Einige Personen werden davon abgeschreckt und entscheiden sich doch gegen ein Elektroauto. Um Ihre Entscheidungsfindung zu erleichtern, werden wir in diesem Artikel fünf häufig genannte Mythen rund um das Thema Elektroauto aufklären. Wir zeigen Ihnen, ob anden Gerüchten was dran ist und wenn ja, wie viel.

  1. Mythos 1: Elektroautos sind teuer.
  2. Mythos 2: Mit E-Autos kann man keine weiten Strecken fahren.
  3. Mythos 3: Das Aufladen ist kompliziert und es gibt nicht genug Ladesäulen.
  4. Mythos 4: E-Autos sind gefährlicher als Verbrenner.
  5. Mythos 5: Durch die Herstellung ist ein Elektroauto nicht besser für die Umwelt als ein Verbrenner.

Mythos 1: Elektroautos sind teuer.

Elektroautos gelten immer noch als eine sehr teure Anschaffung. Aber was ist an dieser Behauptung dran? Es stimmt, die anfängliche Anschaffung ist auch heute bei einem E-Auto noch teuer. Das Gute ist aber, auch im Jahr 2022 gibt es noch staatliche Förderungen, die den Kauf erleichtern. Vor allem nach ein paar Jahren rentieren sich die anfänglichen Ausgaben für ein E-Auto. Die Wartungskosten liegen im Vergleich zu einem Verbrenner ca. 13 niedriger.

Auch die Annahme, dass man regelmäßig eine neue und teure Batterie kaufen muss, stimmt so nicht ganz. Es ist richtig, dass Batterien nach einer Zeit ihre Leistungsfähigkeit verlieren und ausgetauscht werden müssen. Allerdings halten diese bisher ca. 10 – 20 Jahre. Da auch die Forschung auf dem Gebiet weiter geht, kann man erwarten, dass sich die Haltbarkeit in der Zukunft immer weiter verlängern und gleichzeitig der Preis sinken wird.

Mythos 2: Mit E-Autos kann man keine weiten Strecken fahren.

Auch wenn sich der Markt der Elektromobilität rasant weiter entwickelt, hält sich die Aussage, man könne mit Elektroautos keine weiten Strecken fahren. Es stimmt, dass die durchschnittliche Reichweite eines E-Autos kürzer ist, als die eines Verbrenners, aber das Netz der Ladestationen und insbesondere auch der Schnellladesäulen weitet sich immer mehr aus, wodurch auch lange Strecken möglich werden.

Wie lang eine Strecke ist, bevor man die Batterie des Autos wieder aufladen muss, kann nicht pauschal genannt werden. Das hängt von der Batterieleistung selbst ab, aber auch von weiteren Faktoren, wie dem Fahrverhalten, der Außentemperatur und dem Gewicht des Fahrzeugs. Moderne E-Autos haben eine Reichweite von 120 bis 600 Kilometern.

Gibt es genug Ladestationen für die E-Autos? DariaRen / <a href='https://www.shutterstock.com/de/image-photo/front-view-electrical-car-charging-station-656800987'ref='nofollow'=>Shutterstock.com</a>
Gibt es genug Ladestationen für die E-Autos? DariaRen / Shutterstock.com

Mythos 3: Das Aufladen ist kompliziert und es gibt nicht genug Ladesäulen.

Ist die Batterie leer, muss sie wieder aufgeladen werden. Doch, ist das eigentlich kompliziert und gibt es genügend Ladesäulen, damit das Aufladen auch praktisch ist?

Das Aufladen an sich ist unkompliziert und zum Bezahlen können Sie immer Ihre Kreditkarte nutzen oder je nach Anbieter eine App oder Mitgliedskarte. Beim Kauf Ihres Autos wird normalerweise auch ein Ladekabel mitgeliefert. Es gib allerdings verschiedene Anschlüsse an den Ladesäulen.

Für AC-Ladesäulen (Wechselspannung) wurde in Europa der dreiphasige Typ2 Stecker als Norm eingeführt. Für Schnellladesäulen (DC, Gleichstrom) sind hierzulande zwei verschiedene Stecker verwendbar. Welche zu der Ladesäule passt, an der Sie laden möchten, können Sie zumeist beim Anbieter finden. Sie benötigen aber nicht unbedingt drei verschiedene Kabel, sondern können Adapter für Ihr bereits vorhandenes kaufen. Wichtig ist aber, dass Sie immer das Kabel mit dabei haben sollten, da es verschiedene Ladesäulen gibt. Bei einigen ist ein Kabel an der Säule, bei anderen müssen Sie ihr eigenes anschließen. Es kann also gesagt werden, dass die verschiedenen Anschlüsse, das Laden bzw. das Finden einer passenden Ladesäule mit einem kleinen Aufwand verbunden ist. Die Adapter sind aber eine gute Lösung, um immer vorbereitet zu sein.

Wie lange Sie warten müssen, bis Sie weiter fahren können, ist ganz von Ihrer Batterie und der Lademöglichkeit ab. Umso höher die Leistung der Lademöglichkeit, desto schneller können Sie Ihre Batterie aufladen. Wallboxen oder anderen private Ladesäulen haben normalerweise eine geringe Leistung und benötigen deswegen mehr Zeit zum Laden. Die nächst schnellere Stufe sind DC-Ladesäulen. Schnellladesäulen gibt es auch in verschiedenen Leistungen, sie werden als DC 50 – 350 deklariert. Mit den verschiedenen Lademöglichkeiten kann die Dauer zwischen mehreren Stunden bis nur ein paar Minuten liegen.

Mythos 4: E-Autos sind gefährlicher als Verbrenner.

Dieser Mythos stimmt nicht. Untersuchungen zeigen, dass Elektroautos nicht häufiger Feuer fangen als Verbrenner. Das kann schon mal alle beruhigen, die Sorgen hatten, sogenannte spontan Entzündungen kämen bei elektrisch betriebenen Autos häufiger vor.

Aber fangen E-Autos schneller an zu brennen, wenn man einen Unfall hat? Nein, auch das ist nicht der Fall. Damit ein Auto in den Verkauf gehen darf, muss das Merkmal der „Eigensicherheits“ erfüllt sein. Hier heißt das zum Beispiel auch, dass sich im Falle eines Unfalls die Batterie sofort und automatisch abschaltet und so einen weiteren Stromfluss verhindert. Sie brauchen also keine Sorge vor einem Stromschlag zu haben, wenn Sie dann aus dem Auto aussteigen.

Auch die Aussage, dass E-Autos intensiver brennen ist so nicht ganz richtig. Die Intensität eines Feuers hängt von den Materialien ab, die Feuer fangen, nicht ob es sich um ein Auto mit Elektro- oder Verbrennermotor handelt.

Elektroautos fangen nicht schneller Feuer als Verbrenner. Dmitry Kalinovsky / <a href='https://www.shutterstock.com/de/image-photo/burning-automobile-after-extinguishing-fire-city-2156824477'ref='nofollow'=>Shutterstock.com</a>
Elektroautos fangen nicht schneller Feuer als Verbrenner. Dmitry Kalinovsky / Shutterstock.com

Einen Unterschied gibt es aber trotzdem – der ist allerdings nur für die Feuerwehr wichtig. Verformt sich die Batterie bei einem Unfall, kann ein sogenannter Thermal-Runway auftreten. Diese Brandart ist aufwendiger zu löschen für die Feuerwehr, macht für Sie als Fahrer*in aber keinen Unterschied.

Mehr zu diesem Thema finden Sie auch in unserem Ratgeber „Was tun bei einem Unfall?“.

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Mythos 5: Durch die Herstellung ist ein Elektroauto nicht besser für die Umwelt als ein Verbrenner.

Zum Teil werden potentielle Interessenten vom Kauf eines elektrischen Autos abgehalten, weil es die Behauptung gibt, dass die Herstellung ein Elektroauto nicht besser für die Umwelt macht, sondern sogar schlechter als ein Auto mit Diesel oder Benzin sei. Stimmt das wirklich?

Vor allem die Herstellung der Batterie ist sehr energieaufwändig. Bei der Erzeugung dieser entstehen einige CO2 Ausstöße. Diese CO2-Emissionen zusammengerechnet mit den entstehenden bei der Herstellung der restlichen Bestandteile für ein Auto ergeben tatsächlich eine schlechtere CO2-Bilanz als bei der Herstellung eines Verbrenners.

Allerdings ist die Rechnung hier noch nicht zu Ende. Da das Elektroauto im Gegensatz zu Verbrennern auf der Fahrt keine weitere CO2 Ausstöße verursacht, wird der Rückstand nach einer Zeit wieder aufgeholt. Studien dazu kommen auf unterschiedliche Ergebnisse, ab wann sich das Elektroauto in der Co2 rentiert. Einige kommen zu dem Schluss, dass schon nach 50.000 gefahrenen Kilometern das Elektroauto insgesamt weniger Co2 Emissionen verursacht hat, als ein Verbrenner. Andere Studien sehen diesen Erfolg erst bei 100.000 oder sogar 150.000 gefahrenen Kilometern.

Allerdings darf hier mit Blick auf die Zukunft nicht außer Acht gelassen werden, dass Strom aus erneuerbaren Energien einen immer größeren Anteil in der Stromproduktion ausmachen werden. Sobald dann mehr Strom aus erneuerbaren Energien für die Herstellung und Aufladung der E-Autos verwendet wird, verbessert sich auch hier die Auswirkung der Herstellung auf die Umwelt.

Das Fazit ist also, nur die Herstellung eines Elektroautos bedeutet eine höhere Co2 Belastung für die Umwelt, allerdings wird diese durch den Gebrauch in eine niedrigere Belastung gewandelt.

E-Autos rentieren sich schon nach kurzer Zeit für Sie

Mit der Aufklärung dieser fünf Mythen rund um das E-Auto hat Ihnen hoffentlich einen besseren Eindruck in das Thema der Elektromobilität geben können. Als Fazit kann festgehalten werden, dass anfängliche negative Aspekte mit der Zeit in positive Umgewandelt werde können. Vor allem die Kosten, die beim Kauf anfallen, aber auch die CO2-Bilanz rentieren sich nach einer gewissen Zeit, bzw. nach gefahrenen Kilometern. Für Sie und die Umwelt zahlt sich diese Anschaffung dann aus.

Außerdem dürfen Sie in diesem Fall nicht außer Acht lassen, wie viel und wie schnell an der Elektromobilität geforscht und weiterentwickelt wird. Es wird in der nahen Zukunft die Technik und das Ladestationsnetzwerk betreffend noch einige Fortschritte geben.

Sollten Sie für den Einstieg in die Elektromobilität an einem gerauchtem E-Auto interessiert sein, lesen Sie gerne unseren Beitrag dazu, worauf Sie hierbei besonders achten sollten.

Zum Ratgeber


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