Automythen: Glauben Sie nicht alles, was man Ihnen erzählt

Diese 5 Autofakten sollten Sie nicht glauben
Ein Ei schafft Abhilfe?
Ein Ei schafft Abhilfe?
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 09.11.2018

An Stammtischen und in Klassenräumen auf der ganzen Welt unterhält man sich über Autos und darüber, warum die eigenen Binsenweisheiten eben doch wahr sind und alle anderen einfach keine Ahnung haben. Dabei entstehen Mythen und Legenden über Autos, die von Generation zu Generation weitergegeben und nach dem Stille-Post-Prinzip immer weiter verändert werden. Viele dieser Mythen enthalten in ihrem Ursprung zwar ein Körnchen Wahrheit, sind aber entweder extrem übertrieben oder seit Jahrzehnten überholt. PKW.de untersucht die bekanntesten Automythen auf ihren Wahrheitsgehalt.

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Das Starten des Motors verbraucht extrem viel Sprit

Wer hat es nicht schon mal gehört: Lass den Motor lieber laufen, anlassen verbraucht so viel Benzin. Und so läuft der Motor an der Ampel, am Bahnübergang oder am Drive-in. Wer sich jetzt die Mühe macht und nur kurz über die Behauptung nachdenkt, kommt der Lüge aber schnell auf die Schliche: Autos werden mittlerweile mit Start-Stop-Systemen ausgeliefert, die den Motor im Leerlauf automatisch abschalten. Wäre doch kontraproduktiv, wenn diese Modelle tatsächlich den Spritverbrauch in die Höhe treiben würden.

Vielleicht steckte in dem Mythos aber irgendwann einmal ein Fünkchen Wahrheit. Denn als Motoren noch mit Vergasern ausgestattet waren, mussten Fahrer manchmal ein wenig Benzin in die Kammer pumpen, um das Fahrzeug in Gang zu setzen. Untalentierte Fahrer konnten dabei auch schon mal ein wenig Benzin verkleckern.

Barfuß Autofahren ist verboten

Wer möchte, darf nackt Auto fahren, aber barfuß? Das geht zu weit. Weiß doch jeder. Und so tragen Autofahrer auch im Hochsommer festes Schuhwerk, wenn es ans Autofahren geht. Aber: Tatsächlich darf am Steuer nicht nur auf Unterwäsche, sondern auch auf Schuhwerk verzichtet werden. Der Irrglaube ist trotzdem in der Rechtslage verankert: Wer nämlich barfuß in einen Autounfall verwickelt wird, den kann unter Umständen eine Mitschuld treffen. Auch Sandalen, Flip-Flops oder High-Heels dürfen am Steuer getragen werden. Es gilt aber dieselbe Regel: Lassen Sie sich nicht in einen Unfall verwickeln.

Einen kalten Motor sollte man erst aufwärmen

Seit es Autos mit Remote-Start-Funktionen gibt, kann man den Motor auch an kalten Wintertagen ganz einfach warm laufen lassen, ohne dafür vor die Tür gehen zu müssen. Toll, oder? Wenn Sie zu den Zeitgenossen gehören, die ihr Auto minutenlang laufen lassen, weil das „den Motor pflegt“ oder „das Öl flüssiger macht“, sollten Sie dringend Ihre Lebensentscheidungen überdenken. Wenn Sie nicht gerade ein Auto mit Vergaser fahren, ist das Vorwärmen des Motors nicht nur unnötig, sondern sogar schädlich. Nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Motor, denn nur wenn man die Drehzahl ein wenig hochtreibt, können sich Ablagerungen lösen und das Öl auf Betriebstemperatur gebracht werden. Fahren Sie also bitte einfach los.

Eine Nylonstrumpfhose kann als Keilriemen herhalten

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Nylonstrumpfhosen können erstaunlich vielseitig eingesetzt werden. Bankräuber auf der ganzen Welt benutzen sie, um unerkannt zu bleiben, sie eignen sich als Fischernetze und Teesiebe und halten Insekten von Pflanzensetzlingen fern. Und natürlich eignen sie sich im Notfall auch als Keilriemenersatz. Oder? Vielleicht funktionierte der alte Trick bei einem VW-Käfer, bei dem der Riemen weder einen Bremskraftverstärker noch eine Klimaanlage oder eine Servopumpe antreiben musste. Heute würde das aber nicht mehr funktionieren, denn die Kraft, die der Keilriemen in modernen Autos übertragen muss, ist viel zu groß.

Ein Ei im Kühler verschließt Lecks im Kühlkreislauf

Neue Schläuche kann man sich sparen. Wenn mal irgendwo ein Leck auftaucht, kann man ganz einfach ein rohes Ei ins Kühlwasser kippen. Schon ist wieder alles dicht. Leider stimmt auch dieses Gerücht nicht. Im Gegenteil: Eirückstände vertragen sich nicht gut mit Wasserpumpen oder Radiatoren. Wenn Sie also Ei in Ihr Kühlwasser gekippt haben, schütten Sie ruhig ein wenig Salz und Schnittlauch hinterher, machen Sie sich einen Kaffee und frühstücken Sie erstmal ausgiebig. Dann rufen Sie den Abschleppdienst und bezahlen Ihrem Mechaniker einen Riesenhaufen Geld.


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