Reine Formsache

Retro-Flunder Delahaye Bugnaughty macht auf Bugatti 57
Delahaye Bugnaughty.
Diese Formen machen an: Delahaye Bugnaughty.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 09.06.2015

Köln, 09.06.2015 – Wer einen echten Bugatti möchte, also nicht einen dieser plumpen PS-Protzer von VW, muss richtig tief in die Tasche greifen. Auf dem klassischen Gebrauchtmarkt sind sie ohnehin nicht zu bekommen, da sie diskret in exklusiven Sammler-Kreisen oder spektakulär auf Auktionen zu aberwitzigen Summen gehandelt werden. Wer von den vielleicht schönsten Formen des Autobaus träumt, kann sich alternativ aber einen Bugnaughty von Delahaye montieren lassen, der klassische Bugatti-Formen mit moderner Technik kombiniert und vergleichsweise günstig zu haben ist.

Bei dem Bugnaughty, dessen Emblem dem Original-Emblem von Bugatti nachempfunden wurde, handelt es sich allerdings nicht wirklich um einen Bugatti-Nachbau als vielmehr um eine Zitatesammlung einiger Ikonen des Autobaus der 1930er-Jahre. Neben dem Type 57 von Bugatti finden sich auch Ähnlichkeiten mit dem Delahaye Type 135 oder dem Auburn Boat-Tail Speedster.

Sehr sehenswert: Das Heck des Delahaye Bugnaughty.
Sehr sehenswert: Das Heck des Delahaye Bugnaughty.

Delahaye, Kenner werden das wissen, ist nicht nur der Markenname dieser noch jungen amerikanischen Retro-Fahrzeug-Manufaktur, sondern im Ursprung ein französischer Hersteller von Luxusfahrzeugen, der allerdings schon in den frühen 1950er-Jahren von der Bildfläche verschwand. Nunmehr sind die Namensrechte bei dem Amerikaner Terry Cook, der schon seit einigen Jahren mit recht spektakulären Retro-Fahrzeugen von sich reden macht und der diese sogar in ansehnlicher Stückzahl verkauft.

Räder sind nicht zu sehen

Jüngster Wurf ist also der gut fünf Meter lange Bugnaughty, dessen Karosserie-Körper von oben betrachtet wie ein zweisitziges Sportboot aussieht, das von riesigen und elegant langgestreckten Radhäusern flankiert wird, die den Blick auf die Räder komplett verdecken. Ganz im Oldtimer-Stil befinden sich links und rechts vom Kühlergrill zwei tellergroße Scheinwerfer in separaten Chromgehäusen, während am Heck eine aufwändig durchgestylte, achtflutige Chromauspuffanlage für faszinierende Eindrücke sorgt.

Der spartanische Innenraum des Delahaye Bugnaughty.
Der spartanische Innenraum des Delahaye Bugnaughty.

Der Innenraum wurde recht spartanisch gehalten, denn hinter dem Lenkrad gibt es neben dem Blinkerhebel noch einen Automatikwahlhebel, während zentral auf dem Armaturenbrettchen lediglich fünf klassische Rundinstrumente über Geschwindigkeit, Tankinhalt, Öldruck etc. informieren. Das war’s. Multimedia-Gedöns, Klimaanlage, Assistenzsysteme? Fehlanzeige.

Auch als Kit-Car bestellbar

Viel über die Technik des Bugnaughty kann man auf der Website von Delyhaye USA nicht in Erfahrungen bringen. Doch die komplett fertige Version, für die rund 300.000 US-Dollar verlangt werden, soll über einen Fünfliter-V8-Motor von Ford mit Automatik angetrieben werden. Im Prinzip kann man sich seinen Bugnaughty oder ähnlich bugatti-eske Fahrzeuge auch selber konfigurieren und als Kit-Car bestellen. Hier bietet Delahaye unter anderem einen Boattail-Rahmen und verschiedene Aufbauten sowie verschiedene Kühlergrill-Varianten zur Wahl an. Entweder, man besorgt sich dann den Rest bei anderen Firmen oder lässt alles von Delahaye und seinen Zulieferern letztlich zu einem automobilen Gesamtkunstwerk montieren. Das Endergebnis sieht in jedem Fall sehr professionell gemacht aus.

(Bildmaterial: Delahaye USA)


Weitere Artikel zu diesem Thema