Zulassungsbescheinigung Teil II

Wofür ist der Fahrzeugbrief da?
Sollten Sie Ihren Fahrzeugbrief verlieren, müssen Sie zur Zulassungsstelle
Als Besitzer des Autos, gehört es Ihnen auch – oder etwa nicht? TunedIn by Westend61/Shutterstock.com
berit
Einleitung von Berit Hoffmann, Redakteur bei PKW.de 20.07.2018

Der zweite Teil der Zulassungsbescheinigung wird auch Fahrzeugbrief oder Kfz-Brief genannt und dient als Eigentumsnachweis und Bestätigung über die allgemeine Zulassung des Autos. Der Fahrzeugbrief wird sowohl für den Kauf und Verkauf des Autos als auch für diverse Zulassungs- und Ummeldungs-Prozesse benutzt. Beim Kauf eines Gebrauchtwagens ist Vorsicht geboten: Ein Auto kann zwar ohne den Fahrzeugbrief legal verkauft werden, falls sich aber herausstellt, dass der Verkäufer gar nicht der tatsächliche Eigentümer ist, wird dieser Kauf ungültig. PKW.de hat für Sie zusammengefasst, was alles im Fahrzeugbrief drinsteht und was zu tun ist, wenn dieser nicht mehr auffindbar ist.

Weitere Infos zu beiden Teilen der Zulassungsbescheinigung gibts hier!

Im Fahrzeugbrief sind nicht nur technische Daten abgedruckt

Einige Daten, die im zweiten Teil der Zulassungsbescheinigung enthalten sind, stehen auch schon im ersten. Im Vergleich zum Fahrzeugschein sind im Fahrzeugbrief zwar insgesamt weniger technische Daten enthalten, dafür aber auch Informationen über vorherige Besitzer des Kfz. Da diese Informationen Auskunft über den Wert des Wagens geben, sind die Anzahl der Vorbesitzer und die Personenangaben des vorherigen Eigentümers vermerkt. Der alten Version des Fahrzeugbriefs waren die Angaben aller Vorbesitzer zu entnehmen, was dann 2005 aber aus Datenschutzgründen geändert wurde. Im Gegensatz zum ersten Teil ist die Zulassungsbescheinigung Teil II nur einseitig bedruckt und verfügt auf dieser einen Seite über die länderübergreifenden Codes und eine kurze Definition dieser Kürzel. Da diese manchmal etwas schwer zu verstehen sind, erklären wir Ihnen, welche Einträge unter welchem Symbol stehen.

Die Kürzel sind mit Buchstaben und Ziffern versehen, wobei einige Daten, die thematisch unter einen Hut passen, mit einem gemeinsamen Buchstaben versehen werden, dann aber durch eine zusätzliche Ziffer separat aufgelistet werden. Die Daten zur Fahrzeugleistung sind beispielsweise alle mit dem Buchstaben P bezeichnet, wobei unter P.1 dann der Hubraum in cm³, unter P.2 die Nennleistung in kW, unter P.3 die Kraftstoffart oder Energiequelle und unter P.4 die Nenndrehzahl bei min-1 genannt ist. Wie bereits erwähnt, sind viele Daten in beiden Teilen der Zulassungsbescheinigung enthalten, wie zum Beispiel das amtliche Kennzeichen, die Art des Aufbaus und die Fahrzeug-Identifizierungsnummer. Oft wird angenommen, dass der Eigentümer des Autos im Fahrzeugbrief aufgelistet ist, was aber nicht immer der Fall sein muss.

Der Fahrzeugbrief alleine bestimmt nicht, wem das Auto gehört

Um die genaue Funktion des Fahrzeugbriefes zu verstehen, muss zuerst einmal der Unterschied zwischen dem Eigentümer eines Kfz und dem Halter bzw. dem Besitzer verstanden werden, denn obwohl meist eine Person beide Funktionen erfüllt, muss das nicht immer der Fall sein. Wenn Sie im Kaufvertrag stehen, Ihnen das Auto übergeben wurde und Sie dafür bezahlt haben, sind Sie der Eigentümer dieses Autos, aber nicht unbedingt der Halter. Am einfachsten ist das an einem Beispiel zu erklären. Stellen Sie sich vor, Sie wollen als Elternteil Ihrem Kind ein Auto schenken. Dann werden Sie das Auto kaufen und sind somit der Eigentümer. Ihr Kind ist allerdings die Person, die den tatsächlichen Nutzen aus dem Auto zieht und sich um Reparaturen und Versicherung kümmert. Damit wird es zum Besitzer oder Halter des Autos.

Als Eigentumsnachweis hat der Fahrzeugbrief eher eine Indiz-Funktion, denn es ist nicht zwingend notwendig, dass Sie sich nach einem Autokauf im Fahrzeugbrief als neuer Eigentümer eintragen lassen. Es reicht aber auch nicht aus, den Fahrzeugbrief in den Händen zu haben, um sich als Eigentümer auszuweisen. Zusammen mit einem Erwerbsdokument, wie dem Kaufvertrag, kann eine Eigentumsübertragung nachverfolgt und somit auch bewiesen werden. Dabei ist es komplett egal, ob der Eigentümer als Halter im Fahrzeugschein eingetragen ist oder als aktueller Eigentümer im Fahrzeugbrief. Wenn Sie nun zum Beispiel ein Auto leasen, erhalten Sie zwar den Fahrzeugschein, der Fahrzeugbrief bleibt jedoch bei der Leasinggesellschaft, da diese der Eigentümer ist und Sie lediglich der Halter bzw. aktuelle Besitzer.

Den Fahrzeugbrief sollten Sie sicher aufbewahren

Das Wichtigste, das Sie aktuell über den Fahrzeugbrief, in der neuen Version Zulassungsbescheinigung Teil II genannt, wissen müssen, ist, dass Sie ihn nicht im Auto mitführen, sondern sicher in einem Schließfach oder zu Hause aufbewahren sollten. Dieser Teil der Fahrzeugpapiere muss nur für einen Verkauf oder einen Gang zur Zulassungsstelle rausgeholt werden. Wenn Sie Ihr Auto mithilfe Ihrer Bank finanziert haben, ist es üblich, dass die Bank den Fahrzeugbrief einbehält, bis Sie den Kredit abbezahlt haben.

Wenn Sie die Zulassungsbescheinigung Teil II in Ihrem Auto aufbewahren und diese dadurch gestohlen wird, muss oft die Versicherung nicht dafür geradestehen, da Ihr Handeln als grobe Fahrlässigkeit gewertet wird. Hier betrifft diese Regelung das komplette Auto und ist nicht wie beim Fahrzeugschein eingeschränkt.

Keine Panik, wenn Ihnen der Fahrzeugbrief doch abhandenkommt

Sollte Ihr Fahrzeugbrief gestohlen werden oder verloren gehen, dürfen Sie Ihr Auto weiterhin fahren, solange Sie als Halter eingetragen sind. Da aber nun ein Teil des Eigentumsnachweises fehlt, sollten Sie schnellstmöglich ein neues Dokument beantragen. Bei einem Diebstahl müssen Sie erst noch bei der Polizei Anzeige erstatten, bevor Sie den Gang zur Zulassungsstelle antreten können. Wenn Sie dann den Verlust der Zulassungsbescheinigung Teil II in der Behörde gemeldet haben, gibt diese die Information an das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg weiter. Von dort aus wird dann der Verlust im Bundesverkehrsblatt veröffentlicht, damit gegebenenfalls Einspruch erhoben werden kann. Durch diese Regelung soll verhindert werden, dass jemand anderes als der tatsächliche Eigentümer fälschlicherweise ein neues Dokument ausgestellt bekommt. Wird kein Einspruch erhoben, bekommen Sie in bis zu acht Wochen einen neuen Fahrzeugbrief ausgestellt.

Für Ihren Gang zur Zulassungsstelle benötigen Sie folgende Unterlagen:
• Ihren Personalausweis oder den Reisepass in Verbindung mit einer Meldebestätigung
• Ihren Fahrzeugschein, da beide Teile der Zulassungsbescheinigung ersetzt werden
• Einen Eigentumsnachweis (Kaufvertrag)
• Aktuelle HU- und AU-Nachweise
• Bei gewerblichem Nutzen zusätzlich eine Gewerbeanmeldung / einen Handelsregisterauszug
• Bei Nutzfahrzeugen zusätzlich eine Sicherheitsprüfung

Wenn es sich um einen Diebstahl handelt, benötigen Sie außerdem die Anzeigenvorgangsnummer der Polizei. Sollten Sie Ihren Fahrzeugbrief aber lediglich verloren haben, müssen Sie eine eidesstattliche Erklärung über den Verlust ablegen. Diese kann entweder im Voraus bei einem Notar oder vor Ort in der Zulassungsstelle abgelegt werden. Sollten Sie die Verlusterklärung in der Behörde ablegen, kostet Sie das 30 €, womit Sie meistens billiger und einfacher davonkommen als mit einem Notar. Die gesamten Kosten für eine Neuausstellung der Zulassungsbescheinigung liegen je nach Aufwand zwischen 60 und 80 €.

Sollten Sie Ihren verloren geglaubten Fahrzeugbrief wiederfinden, dann ab damit in die Zulassungsbehörde und entwerten lassen! Schließlich darf so ein wichtiges Dokument nicht doppelt im Umlauf sein.


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