Grünes Nummernschild: Vom Milchlaster zum Bootstrailer

Welche Fahrzeuge steuerfrei fahren dürfen
Nummernschilder gibt es auch in grün.
An Landwirtschaftlichen Maschinen sieht man die grünen Nummernschilder am häufigsten. Gaschwald / Shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 15.06.2018

Im Schilderwald, der deutsche Straßen säumt, findet sich nur selten ein grünes Fleckchen. Hauptsächlich findet man es an Traktoren, Milchlastern und Anhängern. Die grünen Nummernschilder sind begehrt, denn sie befreien Fahrzeuge und Anhänger von der Kfz-Steuer. Im Gegensatz zu vielen anderen Sonderkennzeichen, die nicht zweckgebunden sind, wird dieses Nummernschild allerdings nur unter ganz bestimmten Bedingungen vergeben. Welche das sind, und ob auch Sie Ihr Fahrzeug von der Kfz-Steuer befreien lassen können, weiß PKW.de.

Grünes Nummernschild nur für die Landwirtschaft?

Anders als viele andere Sonderkennzeichen, wird das grüne Nummernschild nur für sehr spezifische Zwecke ausgegeben. So dürfen zum Beispiel landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge wie Traktoren steuerbefreit fahren, ebenso wie Fahrzeuge, die in Schaustellerbetrieben genutzt werden. Laster, die ausschließlich Milchprodukte transportieren, sind genau wie forstwirtschaftliche Fahrzeuge ebenfalls von der Kfz-Steuer befreit. Aber warum? Die Maßnahme soll in erster Linie der Subventionierung dieser traditionellen Wirtschaftsbereiche dienen. Bauern sparen so Geld für ihre Arbeitsmaschinen und können ihre Produkte günstiger auf den Markt bringen. Im Prinzip ist die Milch in Ihrem Kaffee also auch so günstig, weil ihr Transport günstiger zu bewerkstelligen ist.

Steuerbefreiung für Sportgeräte

Aber auch andere Fahrzeuge und Anhänger können steuerfrei über deutsche Straßen bewegt werden. Dazu zählen beispielsweise Sportanhänger, mit denen wirklich nur Sportgerät transportiert werden kann oder darf. Wer also Sportpferde im Anhänger zu einem Turnier transportieren will, kann seinen Pferdeanhänger von der Steuer befreien lassen. Dann darf er seine Tiere aber zum Beispiel nicht im selben Anhänger zu einem Pferdemarkt fahren, um sie zu verkaufen. Das würde einem kommerziellen Zweck dienen und wäre somit illegal. Die Regelung für Sportanhänger gilt unter anderem auch für Boots- und Sportflugzeugtrailer. Der letzte Zweck, für den das grüne Nummernschild ausgehändigt wird, ist der Transport von Hilfsgütern. Damit humanitäre Missionen von Hilfsorganisationen günstiger durchgeführt werden können, können auch deren Fahrzeuge von der Steuer befreit werden.

Das grüne Nummernschild gibt es nur zweckgebunden

Wer also ein grünes Kennzeichen für sein Privatfahrzeug haben will, guckt in die Röhre. Es sei denn, Sie können einem Finanzbeamten glaubhaft versichern, dass Sie Ihren nagelneuen Porsche als Zugmaschine vor einen Pflug spannen oder damit Essensrationen nach Somalia transportieren wollen. Wenn Sie dazu fähig sind, haben Sie wahrscheinlich alle Steuererleichterungen verdient, die es gibt. Trotzdem sind steuerbefreite Fahrzeuge natürlich nicht von der Versicherungspflicht befreit. Eine Haftpflichtversicherung muss mindestens bestehen. Ein Anhänger darf unter Umständen zwar ohne Versicherung geführt werden, wenn er allerdings abgestellt ist und die Bremse versagt, kann es für Sie sehr schnell sehr teuer werden.

Diese Autos funktionieren als als Zugmaschine. PKW.de

Betrug mit grünem Nummernschild: Ein kapitales Verbrechen

Wer ein grünes Kennzeichen unerlaubt führt, macht sich strafbar. Allerdings wird Sie, neben dem Straßenverkehrsamt auch das Finanzamt belangen können, denn der Straftatbestand lautet dann: Steuerhinterziehung! Wahrscheinlich kommen Sie günstiger weg, wenn Sie schwere Brandstiftung begehen, denn bei der Steuer kennt der Staat nun wirklich keine Gnade. Es sei denn, Sie sind wirklich, wirklich reich. Aber das würde hier zu weit führen.

(Bildmaterial: Screenshot YouTube)


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