H-Kennzeichen beantragen: Kosten und Vorteile

So wird Ihr Oldtimer zum Denkmal
So sieht das H-Kennzeichen aus
Besonderes Kennzeichen für besondere Liebhaberfahrzeuge. GagliardiImages / Shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 25.05.2018

Umweltzonen, Kfz-Steuer, Autoversicherung: Auto fahren kann ein echter bürokratischer Albtraum sein und kostet dazu auch noch ein Menge Geld. Ein Neuwagen kann helfen, etwas Geld zu sparen, denn moderne Autos verbrauchen weniger Sprit, sind umweltfreundlicher und werden im Falle von Elektrofahrzeugen sogar von den Herstellern und vom Staat gefördert. Oder aber man geht den entgegengesetzten Weg und kauft ein Auto, das die 30 Jahre überschritten hat und immer noch gut unterwegs ist. Oldtimer können – unter Umständen – mit einem H-Kennzeichen versehen werden. Das kennzeichnet die Fahrzeuge als „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“, setzt sie also quasi unter rollenden Denkmalschutz. Viel wichtiger für die Besitzer ist aber: Ein Auto mit H-Kennzeichen wird weniger besteuert und ist von den meisten Umweltbestimmungen befreit. Umweltzone ohne Katalysator? Kein Problem. Was man tun muss, um ein solches H-Kennzeichen beantragen zu können und welche Vorteile es bringt, weiß PKW.de.

H-Kennzeichen gibt es nur für Oldtimer

Nicht jedes alte Auto ist gleich ein Oldtimer. Um als solcher zu gelten, müssen Autos einer rigorosen Prüfung unterzogen werden. Um das sogenannte Oldtimer-Gutachten zu bestehen, wird das Fahrzeug auf bestimmte Kriterien geprüft: Alle Hauptbaugruppen wie Motor, Fahrwerk und Karosserie müssen weitgehend dem Original entsprechen. Das bedeutet aber nicht, dass Verschleißteile wie Zündkerzen, Kühlwasserpumpe oder Keilriemen die Originalteile sein müssen. Allerdings gilt für das H-Kennzeichen: Umbauten am Auto sind nur dann erlaubt, wenn sie typisch und zeitgenössisch sind. Was genau das bedeutet, kann wohl niemand so genau sagen. Außerdem muss das Fahrzeug fahrtüchtig und in einem guten Zustand sein. Und natürlich können nur Autos, die mehr als 30 Jahre alt sind, als Oldtimer gelten.

30 Jahre sind nichts für unsere Oldtimer

Was kostet der Denkmalschutz fürs Auto?

Wer ein Auto besitzt, das diese Kriterien erfüllt, ist auf einem guten Weg zum H-Kennzeichen. Jetzt gilt es, die bürokratischen Formalitäten hinter sich zu bringen. Im Prinzip braucht man dafür alle Unterlagen, die auch bei der Anmeldung eines neuen Autos nötig sind, mit zwei Zusätzen: Das Oldtimer-Gutachten von einem zertifizierten Fachmann und das bisherige Kennzeichen, wenn das Auto bereits normal zugelassen ist. Und dann wäre da noch die Frage nach dem Geld: Immer, wenn größerer Verwaltungsaufwand entsteht, sind Gebühren nicht weit. Die Zulassungsgebühren betragen 28 Euro, ein Wunschkennzeichen kostet weitere 11 Euro, ein Nummernschild nach DIN 1451 schlägt mit 100 Euro Bearbeitungsgebühr zu Buche. Mit dem Oldtimer-Gutachten (ca. 100 Euro), der Hauptuntersuchung (70 Euro) und den Kosten für die Prägung des H-Kennzeichens (30 Euro) beläuft sich die Gesamtrechnung für das H-Kennzeichen also auf bis zu 350 Euro.

H-Kennzeichen können sich schnell lohnen

Ob sich all das lohnt, hängt von der individuellen Situation ab. Besonders praktisch in urbanen Gebieten: Autos mit H-Kennzeichen dürfen sich, unabhängig von ihrem Schadstoffausstoß, durch Umweltzonen bewegen und können sogar ganz ohne Katalysator betrieben werden. Das tut dem Klima zwar sicherlich nicht gut, ist an einigen sonnigen Tagen im Jahr aber kein zu großes Problem. Der größte Anreiz, sein Auto als Kulturgut betiteln zu lassen, liegt aber in den geringeren Ausgaben: Historische Fahrzeuge werden pro Jahr, unabhängig vom Modell, mit nur ca. 192 Euro besteuert. Und weil Oldtimer meistens nur im Sommer und bei trockenem Wetter bewegt werden, zeigt sich die Versicherung auch eher gnädig und versichert Oldtimer zu besonders günstigen Tarifen. Ob sich der Unterhalt eines Oldtimers also lohnt, hängt auch vom Fahrzeugmodell ab: Wenn die Reparaturkosten sich immer weiter sammeln, kann die erhoffte Ersparnis sich schnell ins Gegenteil verkehren. Besonders zuverlässige Oldtimer profitieren aber von den Regelungen für ein langes Autoleben.

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