McLaren Senna – Mehr PS, mehr McLaren und mehr Fenster

Dieser McLaren ist etwas Besonderes
Der McLaren Senna
Der McLaren Senna ist das neueste Modell aus McLarens 'Ultimate-Serie'.
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 15.12.2017

McLaren war noch nie für Zurückhaltung bekannt. Zwar sind die meisten aktuellen Modelle durchaus fähig, ihren Fahrer ohne größere medizinische Notfälle zum nächsten Supermarkt zu bringen, aber mal ehrlich: Wer in einem Raumschiff zum Einkaufen fährt, wirkt schon ein wenig protzig. Für wirklich dumme Autofahrer hat der britische Sportwagenbauer jetzt einen neuen Supersportwagen im Programm. Das Besondere am neuen Modell ist nicht der berühmte Namensgeber Ayrton Senna und auch nicht die 800 PS, die der V8 mit Biturbo-Aufladung auf die Straße schmiert. Das wirklich Besondere sind seine Fenster.

McLaren baut den Senna für die Rennstrecke

Man erkennt sofort, wenn ein Auto wirklich nur für die Rennstrecke gedacht ist. Ein echter Supersportwagen hat mehr Löcher, Flügel und Hutzen als Kias ganze Modellpalette. Das Ergebnis muss wirklich nicht jedem gefallen, aber tatsächlich geht Funktion hier über Form. Der McLaren Senna treibt diese Philosophie auf die Spitze. Auf dem Heckspoiler könnte man ganz entspannt eine Runde Tischtennis spielen und die Karosserie besteht mehr aus Loch als aus Karbonfaser. Die drei Auspuffrohre sind nicht etwa unter dem hinteren Stoßfänger angebracht, sondern an der Oberseite, direkt unter dem monumentalen Heckspoiler. Aber all das hat man schon oft gesehen. Das wirklich Besondere sind die Türen des McLaren Senna, denn die sind durchsichtig.

Auf dem Spoiler des McLaren Senna könnte man ganz entspannt Campen.
Auf dem Spoiler des McLaren Senna könnte man ganz entspannt Campen.

Mehr Fenster = Mehr Geschwindigkeit?

Durchsichtige Türen? Klingt zunächst wie ein Gimmick ohne großen Nutzen, aber der Effekt soll erstaunlich sein. Wer schon einmal in einem Go-Kart gesessen hat, weiß, dass sich so nah am Asphalt sogar 30 km/h anfühlen wie 100. In einem Sportwagen sitzt man zwar nicht viel höher, aber weil man nicht nach unten sehen kann, fühlt es sich so an. Mit den Seitenfenstern in den Türen, die freie Sicht auf den Asphalt bieten, ändert sich das Geschwindigkeitsgefühl radikal. Außerdem verliert der Wagen eine Menge Gewicht durch eingesparte Türverkleidungen. Jedes Gramm zählt.

Fenster. In den Türen.
Fenster. In den Türen.

Ansonsten ist der McLaren Senna genauso kompromisslos auf die Rennstrecke eingestellt, wie man es von einem Auto der Ultimate-Serie erwartet. 800 PS, 800 Newtonmeter, Heckantrieb und ein sehr niedriges Fahrwerk kosten Komfort, bringen aber auf dem Nürburgring Sekunden. Theoretisch könnte man den Supersportwagen zwar auf der Straße fahren, aber wer das tut, sollte dringend seine Lebensentscheidungen überdenken. Wer trotzdem einen McLaren Senna sein Eigen nennen will, und nicht zu den 500 Vorbestellern gehört, guckt in die Röhre: Laut McLaren ist eine größere Auflage nicht geplant und alle Exemplare sind bereits reserviert. Für ein Taschengeld von 750.000 Pfund (ca. 852.000 Euro). Immerhin sind diese Bilder kostenlos.

Natürlich öffnet man die Türen eines McLaren nicht einfach zu Seite.
Natürlich öffnet man die Türen eines McLaren nicht einfach zu Seite.
Nicht wirklich bequem, aber zweckmäßig und vor allem cool.
Nicht wirklich bequem, aber zweckmäßig und vor allem cool.
Böse kommt der McLaren Senna daher.
Böse kommt der McLaren Senna daher.

(Bildmaterial: McLaren)


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