Total abgehoben

Mercedes baut den Ultra-Kraxler G 500 4×4² in Serie
Mercedes-Benz G 500 4×4².
Mit Never-Stop-Technik gerüstet: Mercedes G 500 4×4².
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 22.06.2015

Köln, 22.06.2015 – Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, aber ein wenig bangen mussten die Offroad-Fans, die nunmehr Gewissheit haben: Der zunächst als Studie vorgestellte Mercedes G 500 4×4² geht definitiv in Serie. Allzuviele Exemplare werden wohl nicht gebaut, denn so ähnlich abgehoben wie sein Fahrwerk ist auch sein Preis.

Im Frühjahr 2015 konnte Mercedes seine hochbetagte G-Klasse auf ein Neues in spektakulärer Weise vermarkten: Knallgelb lackiert und mit brutalen Luftsprung-Fotos inszeniert, dürften so ziemlich allen Offroad-Freunden die Augen übergegangen sein. Und anders als in Hollywood-Filmen, in denen Sprünge für die meisten Autos tödliche Konsequenzen haben, dürfte die Highend-G-Klasse nach der Landung unbeeindruckt weitergefahren sein. Jetzt ist dieser abgehobene Traumwagen in den Niederungen der einfach bestellbaren Mercedes-Modelle aufgeschlagen.

Von anderen Serienmodellen kann sich der G 500 4×4² dank besonderer Technik immerhin deutlich absetzen. Das wichtigste Element für seine gehobene Gelände-Komptetenz sind die Portalachsen. Bei diesen befinden sich Achsrohr und Differenzialgetriebe deutlich oberhalb normaler Achskonstruktionen. Erreicht wird diese Erhöhung durch Versatzgetriebe, in denen über Zahnräder die Motorkraft an die Räder weitergegeben wird. In der Konsequenz sorgt diese Konstruktion dafür, dass der Unterbau deutlich mehr Leerraum unterhalb des Fahrzeugs bieten kann. Die Bodenfreiheit der G 500 4×4² beträgt laut Hersteller sensationelle 450 Millimeter, während die Wattiefe sogar 1.000 Millimeter betragen soll. Selbst über größere Felsbrocken kann man so nötigenfalls auch drüberfahren.

V8 des AMG GT

Theoretisch geht das sogar sehr schnell, denn das Herz des G 500 ist ein turbogeladener und direkteinspritzender Vierliter-V8-Motor, der erstmalig im Sportwagen AMG GT zum Einsatz kam. In der G-Klasse mobilisiert das auf kleinen Bauraum hin optimierte Triebwerk 422 PS und 610 Newtonmeter Drehmoment. Trotz sperrigem Allradantrieb, der Windschlüpfigkeit eines Hochhauses und dem hohen Gewicht kommt die G-Klasse damit recht spontan aus den Blöcken. Die 100er-Marke knackt der G 500 4×4² in 7,4 Sekunden. Aufgrund seiner sehr speziellen Fahrwerkstechnik ist das allerdings langsamer als beim normalen G 500, der nur 5,9 Sekunden benötigt. Höchstgeschwindigkeit? Die ist angesichts der Motorleistung ganz in der Tradition der G-Klasse: enttäuschend.

Als weitere Details für eine optimale Offroad-Performance bietet der G 500 4×4² unter anderem mächtige 22-Zoll-Räder, die mit ihren 325er-Reifen beste Traktion bieten dürften. Eine Geländereduktion im Getriebe und drei auch während der Fahrt zuschaltbare Differenzialgetriebe runden die beinharte Unaufhaltsam-Technik ab.

Trotz aller Will-haben-Faszination gibt es für die meisten Interessenten eine unüberwindbare Kann-nicht-haben-Hürde: 226.000 Euro will Daimler für das Technik-Feuerwerk haben. Wer sich das leisten kann, muss höchstens noch ein wenig Geduld investieren, denn erst im Dezember 2015 werden die ersten Mercedes G 500 4×4² ausgeliefert. Ein schönes Weihnachtsgeschenk für alle, die hoch hinaus wollen. Es gibt übrigens noch eine ähnlich teure Alternative zum G 500 4×4², die der Tuner McChip-DKR mit dem jüngst vorgestellten G-Klasse-Tuningpaket MC800 bietet. Hier ist die G-Klasse ebenfalls mit Portalachsen gerüstet und leistet sogar 544 PS.

Lesen Sie hier mehr über die Mercedes-Benz G-Klasse auf PKW.de

(Bildmaterial: Mercedes-Benz)

Anzeige *

Anzeige *


Weitere Artikel zu diesem Thema

Bei denen mit * gekennzeichneten Links handelt es sich um Werbe- bzw. sog. Affiliate-Verlinkungen. Klicken Sie auf einen solchen Link und kaufen über diesen Link ein, erhalten wir von dem betreffenden Unternehmen hierdurch eine Provision. Für Sie verändert sich der Preis nicht.