22.03.2018

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Das ist das billigste Auto aller Zeiten

Der Tata Nano kostet neu weniger als 2000 Euro
Tata baut den günstigsten Neuwagen der Welt.
Klein, aber auch fein? Alles über den Tata Nano auf PKW.de
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 22.03.2018

Auf PKW.de gibt es Autos für weniger als 2000 Euro. Und zwar nicht wenige. Das Problem mit diesen Autos: Sie sind gebraucht und kommen so nicht nur mit Risiken, sondern auch mit Gerüchen, Körperflüssigkeiten und allen möglichen Hinterlassenschaften des Vorbesitzers daher. Der indische Autobauer Tata wollte mit dem Tata Nano eine Alternative schaffen: Für umgerechnet 1700 Euro sollte der Kleinstwagen das billigste Auto der Welt werden. Inzwischen ist der Preis gestiegen und die Ausstattung komfortabler geworden, aber eine Todesfalle ist das Fahrzeug aus Streichhölzern und Alufolie immer noch. Warum der Tata Nano nicht mehr das billigste Auto der Welt ist, und warum jeder einen Nano fahren sollte, weiß PKW.de.

Das billigste Auto der Welt ist ein echter Volkswagen

Um einen echten Volkswagen zu bauen, braucht es nicht viel, und genau da liegt das Genie des billigsten Autos der Welt. Überall dort, wo man noch eine Kleinigkeit weglassen konnte, wurde genau das getan. Natürlich bedeutet das, dass alle Blechpaneele noch einmal etwas dünner geschliffen wurden, um auch wirklich kein Gramm zu viel zu verbauen. Anstatt vier Radmuttern gibt es nur drei, ein Radio ist in den unteren Varianten nicht inklusive und als Fahrer des billigsten Autos der Welt ist noch echte Handarbeit angesagt: Auch eine Servolenkung ist in den unteren Ausstattungslinien nicht vorgesehen. Dummerweise trifft das auch auf Airbags zu: Wer mit einem Tata Nano in einen Unfall verwickelt wird, der sollte seinen Frieden gemacht haben.

Der Tata Nano fährt. Gerade so.

Das billigste Auto der Welt ist wahrlich kein Wunder der Fahrfreude, aber wenn man sich das Auto genauer ansieht, erkennt man die Brillanz der Ingenieure. Eine Tankklappe gibt es nicht, stattdessen ist der Einfüllstutzen unter der Abdeckung für das Reserverad an der Front des Wagens verbaut. Dadurch sparen sich die Ingenieure eine Klappe und damit Material und Produktionskosten. Der Motor ist hinten unter dem erstaunlich nutzbaren Kofferraum verbaut und treibt die Hinterräder an, genau wie bei einem Porsche 911. Viel mehr Gemeinsamkeiten gibt es dann aber wirklich nicht: Der „Sprint“ auf 100 km/h ist mit 27,5 Sekunden eher ein gemütlicher Spaziergang. Wer ein paar Sekunden länger wartet, schafft es bis auf 105 km/h, dann ist Schluss.

In der 'Luxusversion' des Nano gibt es sogar einen CD-Player.
In der 'Luxusversion' des Nano gibt es sogar einen CD-Player.

Gefahr bei Seitenwind

Längere Fahrten bei mehr als 70 km/h sollte man nach Möglichkeit vermeiden, denn die Kugellager im billigsten Auto der Welt sind zwar für die unvorhersehbaren Straßenverhältnisse Indiens ausgelegt, nicht aber für höhere Geschwindigkeiten. Davon abgesehen ist der Innenraum des Tata Nano kein Ort, an dem man sich lange aufhalten möchte: Dünnes, graues Plastik überzieht wirklich alle Oberflächen. Im Basismodell gibt es nicht mal ein Radio. Langweilig wird es trotzdem nie, denn bei nur 600 Kilogramm Leergewicht spürt man jeden Windhauch und wer einen Lkw überholen will, braucht Mut und danach wahrscheinlich neue Unterwäsche.

Ein ganzes Auto auf kleinstem Raum. Der Tata Nano ist ein wirklich cleveres Paket.
Ein ganzes Auto auf kleinstem Raum. Der Tata Nano ist ein wirklich cleveres Paket.

Das billigste Auto der Welt: mehr Auto, weniger Geld.

Trotzdem, der Tata Nano erfüllt alle Aufgaben, die man an ein Auto stellen könnte: Er bringt Menschen und deren Habseligkeiten von A nach B, und das für unschlagbar wenig Geld. 38 PS aus 0,62 Litern Hubraum reichen locker für die Fahrt zum Supermarkt und bei einem Verbrauch von nur 3,4 Litern auf 100 Kilometern tankt man eher becherweise als literweise. Ach ja, einen Parkplatz findet man mit dem billigsten Auto der Welt mit Sicherheit, und wer tatsächlich ein Radio und sogar elektrische Fensterheber braucht, der bekommt mit dem Tata Nano LX das richtige Fahrzeug.

(Bildmaterial: Tata Motors)


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