Die häufigsten Unfallursachen

Lassen sich Unfälle im Straßenverkehr vermeiden?
PKW.de klärt über die häufigsten Unfallursachen auf.
PKW.de klärt über die häufigsten Unfallursachen auf.
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Einleitung von Berit Hoffmann, Redakteur bei PKW.de 01.10.2018

Für Unfälle gibt es viele verschiedene Gründe und nicht immer lassen sich diese so einfach feststellen. Wenn es aber um Autounfälle geht, treten eindeutige Trends auf.In diversen Statistiken, unter anderem vom ADAC, lässt sich eine Handvoll von Ursachen erkennen, die immer wieder zu Problemen führen.

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Nicht von der Spur abbringen lassen

Viele Unfälle entstehen dadurch, dass der Fahrer von der Fahrbahn oder -spur abkommt. Technisches Versagen des Fahrzeuges, unvorsichtiges Fahrverhalten oder einfache Unachtsamkeit können dafür sorgen, dass Sie die Kontrolle über Ihr Fahrzeug verlieren und ins Schleudern geraten. Im Idealfall bekommen Sie das Fahrzeug schnell wieder in den Griff, aber oft genug kommt es dazu, dass das Auto wogegen fährt oder sich sogar überschlägt, wie man es aus dramatischen Actionfilmen kennt.

Auf die richtige Geschwindigkeit kommt es an

Eben diesen Actionfilmen ist es vielleicht zu verdanken, dass ein Großteil der Unfälle auf unseren Straßen durch zu hohe Geschwindigkeiten entsteht. Dass schnelles Autofahren Spaß macht, ist klar. Wer schneller als erlaubt fahren möchte, sollte dafür aber dann lieber die Rennstrecke und nicht die Autobahnen nutzen, denn ein tödlicher Unfall macht doch deutlich weniger Spaß. Gerade in schwer einsehbaren Kurven kann zu hohe Geschwindigkeit schnell zum Verhängnis werden und auch elektronische Hilfssysteme wie ESP können ab einem gewissen Punkt nicht mehr helfen.

Fast genauso gefährlich wie das zu-schnell-Fahren ist allerdings auch zu langsames Fahren. Gerade junge Fahranfänger sind oft an Unfällen durch unangepasste Geschwindigkeiten beteiligt. Wenn Verkehrsteilnehmer nicht das erwartete Tempo einhalten, können Abstände schwer eingeschätzt werden.

Abstand halten!

Das mit den Abständen ist auch so eine Sache. 2016 waren ca. 53.000 Unfälle durch zu geringen Abstand verschuldet. Woraus in einer 30er-Zone vielleicht nur ein Auffahrunfall entsteht, der nur eine kleine Delle im Auto hinterlässt, können zu kleine Abstände auf Autobahnen schnell tödlich enden. An dieser Stelle ist vielleicht eine kleine Erinnerung an die Fahrschulzeit angemessen: Der Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug sollte mindestens die halbe Tachoanzeige in Metern betragen.

Auffahrunfälle treten prozentual übrigens häufiger bei Lkw als bei Pkw auf. Wirklich beruhigend ist das für Sie als Pkw-Fahrer allerdings nicht, denn bei einem Crash mit einem Laster zieht Ihre noch so schicke Knutschkugel immer den Kürzeren.

Auch bei Überholmanövern sollten Sie unbedingt die Abstände beachten und kein Risiko eingehen. 7 % der Unfälle entstehen nämlich aus Fehlern bei riskanten Überholmanövern.

Immer schön achtsam bleiben – nicht nur was die Vorfahrt angeht

Neben unachtsamen Fehlern beim Wenden, Abbiegen, Rückwärtsfahren und Anfahren führen auch missachtete Vorfahrtsregeln zu vielen Unfällen. 2016 kam es zu ungefähr 55.000 Vorfahrtsunfällen. Ob die Regeln mit Absicht einfach ignoriert werden, die Situation falsch eingeschätzt oder einfach nicht aufgepasst wird, ist nicht immer klar.

Allerdings führt Unachtsamkeit zu weitaus mehr als nur Vorfahrtsfehlern. Wenn Sie auch nur kurz abgelenkt sind, hat das oft verheerende Folgen. Nicht umsonst soll man sich nur ausgeschlafen, ruhig und nüchtern hinters Steuer setzen, denn auch der beste Fahrer kann sein Können nicht unter Beweis stellen, wenn er nicht mitbekommt, was vor sich geht.

Hinterm Steuer hat das Smartphone nichts verloren

Eine leider immer öfter auftretende Ablenkung stellt das Handy dar. Smartphones machen unseren Alltag leichter und sind auch sonst ganz toll. In der Hand des Autofahrers haben Sie trotzdem nichts zu suchen. Obwohl es eigentlich logisch sein sollte, dass man nicht sicher Auto fahren kann, wenn die Augen statt auf der Straße gerade auf dem Bildschirm kleben, war 2017 trotzdem das Handy am Steuer die Unfallursache Nummer eins.

Klar will man die wichtige E-Mail vom Chef oder den dringenden Anruf von Oma nicht ignorieren, aber dafür gibt es ja Freisprechanlagen und genug Möglichkeiten, das Auto anzuhalten. Im Büro wird man Ihnen die eventuell schlechtere Anrufqualität sicherlich verzeihen und auch Omi wartet lieber 2 Minuten, als zu hören, dass Sie in einen tödlichen Unfall verwickelt waren und sogar selbst die Schuld tragen.

Augen auf im Straßenverkehr

Viele Unfälle entstehen aus versehentlichen Fehleinschätzungen, Unachtsamkeit oder technischem Versagen Ihres Autos, aber es gibt auch genug Schäden durch absichtliche Verstöße gegen Verkehrsregeln. Um das zu vermeiden, sollten Sie sich daher nicht nur an die Regeln, wie den angemessenen Sicherheitsabstand oder eine angepasste Geschwindigkeit, halten, sondern auch immer mit Fehlverhalten der anderen Verkehrsteilnehmer rechnen.

Fahren Sie vorausschauend und aufmerksam und auch wenn elektronische Systeme wie ABS, ASR, ESP und ACC sehr hilfreich sind, sollten Sie sich nicht darauf verlassen, dass Ihr Fahrzeug Ihre Fehler ausgleicht. Um technischem Versagen so weit wie möglich vorzubeugen, sollten Sie regelmäßige Inspektionen durchführen lassen.

Leider lassen sich Unfälle trotzdem nicht komplett vermeiden, schließlich sind es ja Unfälle und keine beabsichtigten Geschehnisse.


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