Bremsenverschleiß erkennen: Was tun, wenn es quietscht?

So erkennen Sie, wann die Bremsscheiben erneuert werden sollten
Alte und neue Bremsscheibe
Wenn Ihre Bremsscheiben so aussehen, sollten Sie sich nicht mehr auf die Straße wagen. WindVector / shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 27.07.2018

Kaum eine Situation ist ein größerer Albtraum als das Versagen von Bremsen. Wenn man das Pedal durch den Boden tritt, aber die Mauer trotzdem mit unverminderter Geschwindigkeit näher kommt, findet wohl auch der härteste Atheist zur Religion. Damit das nicht passiert, werden die Bremsen bei jeder Hauptuntersuchung überprüft. Wer allerdings mehr Kilometer mit dem Auto zurücklegt oder an einen übermüdeten Techniker gerät, kann auch mal mit verschlissenen Bremsen auf die Straße gelassen werden. Damit der Albtraum nicht zur Realität wird, lohnt es sich, sein Auto regelmäßig auf Bremsenverschleiß zu überprüfen. Wie das geht, erklärt Ihnen PKW.de.

Wodurch entsteht Bremsenverschleiß?

Die Bremsanlage wandelt Bewegungsenergie durch Reibung in thermische Energie (= Wärme) um. Dafür werden die Bremsbeläge, die aus einem hitzebeständigen Material wie Kevlar, Grafit oder Karbonfaser bestehen, auf die metallischen Bremsscheiben gepresst. Durch die Reibung wird das Auto verlangsamt und die Bremsscheiben erhitzt. Der Vorgang klingt simpel und meist tut die Bremsanlage genau das, was sie soll. Trotzdem können hier einige Dinge schiefgehen, die nach kurzer Zeit zu lebensgefährlichen Situationen führen. Besonders die günstigeren Bremsscheiben können sich durch zu starke Hitze verziehen. Das spüren sie beim Bremsen durch eine Vibration im Pedal. Dann werden Bremsscheiben und Bremsbeläge ungleichmäßig belastet und zerbrechen irgendwann einfach in tausend Einzelteile. Das sollte natürlich nicht passieren.

Öl auf der Bremsscheibe: Es besteht Brandgefahr

Leichter Rost auf der Scheibe ist noch kein Bremsenverschleiß. Es handelt sich dabei um sogenannten Flugrost, der beim nächsten Verlangsamen wieder verschwindet. Auch Wasser kann den Bremsen nichts anhaben, denn sie werden warm genug, um jegliche Feuchtigkeit sofort zu verdampfen. Wenn Öl oder andere Schmierstoffe an die Komponenten der Bremsanlage gelangen, wird es allerdings gefährlich. Natürlich lässt die Bremswirkung nach, aber die starke Hitze kann außerdem Ölrückstände entzünden. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Autofeuer an der Bremsanlage begonnen hat.

Bremsenverschleiß durch Verschmutzungen

So dürfen die Bremsen nicht aussehen. Lukasz Pawel Szczepanski / <a href='http://www.shutterstock.com'>shutterstock.com</a>
So dürfen die Bremsen nicht aussehen. Lukasz Pawel Szczepanski / shutterstock.com

Generell sind Verschmutzungen der Hauptgrund für schnellen Bremsenverschleiß. Manchmal kann ein kleiner Stein auf die Bremsbeläge gelangen. Wenn dieser auf die Bremsscheibe gepresst wird, schneidet er eine Rille ins Metall, die die Stabilität der Scheibe stark beeinträchtigt. Um Probleme mit Bremsenverschleiß frühzeitig zu erkennen, gibt es einige Anzeichen, auf die Sie achten sollten. Eine Vibration im Bremspedal deutet zum Beispiel auf eine verzogene Bremsscheibe hin, die sofort ausgetauscht werden muss. Auch quietschende Bremsen können Bremsenverschleiß anzeigen. Die Scheiben selbst sind etwas schwieriger zu überprüfen, denn um das richtig zu machen, müssen die Räder runter.

Der Reifenwechsel ist die perfekte Gelegenheit, sein Auto auf Bremsenverschleiß zu überprüfen. Achten Sie zunächst darauf, dass die Bremsscheiben kalt sind, sonst können Sie sich schwere Verbrennungen zuziehen. Fahren Sie dann mit dem Fingernagel leicht von außen nach innen über die Bremsscheibe. Wenn Ihr Fingernagel dabei hängen bleibt, sollten Sie zumindest eine professionelle Überprüfung auf Bremsenverschleiß durchführen lassen. Denken Sie daran: Die Bremsen sind die erste und wichtigste Maßnahme, die zwischen Ihnen und der Statistik über Verkehrstote steht.


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