Lenkradkrallen: Die Diebstahlsicherung für Ihr Auto?

Ein Überblick über die verschiedenen Modelle und deren Funktionsweise
Da moderne und elektronische Sicherungssysteme gehackt werden, kann es nicht schaden, auch eine mechanische Sicherung einzubauen.
Abgebildet ist eine Lenkradkralle, die der Carlok Diebstahlsicherung ähnelt. Niwak.ko/Shutterstock.com
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Einleitung von Berit Hoffmann, Redakteur bei PKW.de 27.06.2018

Alle 30 Minuten wird in Deutschland ein Auto gestohlen. Das besagt zumindest eine Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft. Um den Diebstahl Ihres Autos zu verhindern, gibt es mehrere Möglichkeiten, unter anderem auch mechanische Wegfahrsperren wie die Lenkradkralle. Die genaue Funktionsweise, Anbringung und Ausführung ist allerdings je nach Modell unterschiedlich. Im folgenden Artikel haben wir für Sie die wichtigsten Informationen zusammengefasst und stellen Ihnen drei beliebte Lenkradkrallen vor.

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Verschiedene Modelle haben alle das gleiche Ziel: Die Lenkung soll unmöglich gemacht werden

Lenkradsperre, Lenkradschloss oder doch Lenkradkralle – alle Namen beschreiben ein System zur Sicherung vor Fahrzeugdiebstahl, das am Lenkrad befestigt wird. Darüber hinaus können die Schlösser auch verwendet werden, um unbefugtes Nutzen des Pkw, zum Beispiel durch übermütige Kinder, zu verhindern. Obwohl ein Auto über verschiedene Sicherungsfunktionen, beispielsweise die elektronische Wegfahrsperre, verfügt, bietet eine mechanische Sperre zusätzlichen Schutz vor modernen, elektronischen Hackversuchen.

Lenkradkrallen gibt es in verschiedenen Ausführungen und Preisklassen. Ob sie mit Schlüssel oder der richtigen Zahlenkombination zu öffnen sind, das ganze Lenkrad bedecken oder nur am unteren Ende befestigt sind, das Ziel der Sperren ist das gleiche: Das Lenkrad soll blockiert und somit die Lenkung und das Fahren des Autos unmöglich gemacht werden. Da die meisten Lenkradsperren in Signalfarben angefertigt werden und von außen gut sichtbar sind, schrecken sie außerdem Gelegenheitsdiebe ab, da erkennbar ist, dass mehr Aufwand gefordert wird. Ist schon vor Einbruch in das Auto erkennbar, dass das Lenkrad gesichert ist, kann außerdem auch Schäden vorgebeugt werden, die auch entstehen, ohne dass das Auto entwendet wird.

Der Topseller von Disklok bedeckt das gesamte Lenkrad

Eines der teureren, aber auch beliebtesten Modelle ist die Lenkradsperre von Disklok. Die Sicherung des britischen Herstellers kann für je 160 € in drei unterschiedlichen Größen erworben werden. Die runde Stahlabdeckung wird hierbei mit Streben und Bügeln am Lenkrad befestigt und umschließt dessen gesamte Oberfläche. Mit einem stabilen Titanschloss wird die Lenkradkralle gesichert und gleitet anschließend auf dem Lenkrad umher, wodurch ein tatsächliches Lenken unmöglich ist. Da das komplette Lenkrad bedeckt ist, ist auch Ihr Airbag in Sicherheit. Die Sperre ist im Vergleich eine der sichersten, da sie nicht durchgesägt oder vergleichsweise einfach aufgebrochen, sondern nur mit dem passenden Schlüssel wieder geöffnet werden kann. Durch das hohe Gewicht und die Größe ist das Lenkradschloss von Disklok allerdings schwieriger zu verstauen und handhaben. Während andere Sperren einfach unterm Sitz untergebracht werden können, muss diese auf einem Sitz oder im Kofferraum aufbewahrt werden.

Das Stoplok von Saxon schützt auch den Airbag vor Dieben

Eine andere Variante der Lenkradkralle gibt es von Saxon. Das sogenannte Stoplock besteht aus einem ca. 60 cm langen Stab aus gehärtetem Stahl, der durch seine leichte Biegung im Lenkrad verkeilt werden kann und mit einem Schloss befestigt wird. Diese Art der Lenkradkralle kann für 70 € gekauft werden, wobei es auch hier unterschiedliche Ausführungen gibt. Durch den langen, mit Kunststoff ummantelten Stab wird das Lenkrad geschont und der Airbag mit geschützt. Durch diese zusätzliche Sicherheit landet das Saxon Stoplock in vielen Vergleichen auf Platz 2. Die Lenkradkralle passt auf fast jedes Lenkrad, kann mit dem dazugehörigen Schlüssel geöffnet und abgenommen, und einfach unter dem Sitz verstaut werden.

Durch die billigere Carlok Diebstahlsicherung von Kremer DE werden auch die Pedale blockiert

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Abgebildet ist eine Lenkradkralle, die der Carlok Diebstahlsicherung ähnelt. Niwak.koh/Shutterstock.com

Als letzte und kostengünstigste Version, möchten wir Ihnen die Kleinmetall Carlok Autodiebstahlsicherung von Kremer DE vorstellen. Die Lenkradsperre können Sie für bereits 30 € kaufen. Sie besteht aus einer Teleskopstange aus gehärtetem Stahl, die bis zu 80 cm ausziehbar ist und durch ein Schloss in der Mitte an einer weiteren Größenverstellung gehindert werden kann. An beiden Enden der Lenkradkralle befinden sich haken-ähnliche Vorrichtungen, die je am unteren Rand des Lenkrades und an einem der Pedale befestigt werden. Durch diese TÜV-geprüfte Sicherung wird somit nicht nur das Lenken, sondern auch das Nutzen eines der Pedale verhindert. Die Carlok Sicherung ist leicht zu handhaben und zu transportieren.

Manche Lenkradkrallen können auch das Navigationssystem absichern

Mit Lenkradkralle wird also nicht nur ein spezielles Modell in besonderer Anfertigung bezeichnet, sondern verschiedene mechanische Diebstahlsicherungen, die am Lenkrad befestigt werden. Es gibt neben den drei vorgestellten Ausfertigungen auch mehrere andere Arten von Lenkradschlössern. Manche Versionen verfügen auch über Zusatzfunktionen, wie eine Sicherung von eingebauten Navigationssystemen, zusätzliche Warnlampen oder Alarmsirenen, die bei Erschütterungen ausgelöst werden und nach Verlassen des Autos durch eine Infrarot-Fernbedienung aktiviert werden können.

Um eine ausreichende Sicherheit zu gewährleisten, sollten Sie aber auf jeden Fall darauf achten, dass Ihre Lenkradsperre aus festem Material ist und über ein gutes Sicherheitsschloss verfügt. Ist die Sperre beispielsweise aus Aluminium, kann dieses erhitzt und dann leicht verbogen werden. Andererseits sollte das Anbringen und Abnehmen der Kralle auch nur so viel Aufwand bereiten, wie Sie bereit sind, nach jeder Fahrt zu investieren. Denn auch die beste Sicherung bringt nichts, wenn sie nicht tatsächlich genutzt wird.

Lenkradkrallen schützen unterschiedlich stark vor Dieben, sind aber wirksam

Wie viel Sicherheit die Lenkradkrallen letztendlich bringen, kann nicht fest bestimmt werden. Tatsache ist: Wenn professionelle Autoknacker Ihr Auto haben wollen, wird eine Lenkradsperre sie nicht aufhalten können. Durch den zusätzlichen Zeitaufwand, den das Aufbrechen des Schlosses jedoch mit sich bringt, birgt so ein Diebstahl allerdings ein deutlich höheres Risiko. Im Zweifel wird somit dann nach dem Sankt-Florian-Prinzip nicht Ihr Auto, sondern ein leichteres Zielobjekt ausgewählt. Besonders bei Gelegenheitsdieben oder Amateuren dient die Kralle auch dadurch wirkungsvoll als Abschreckung und macht in manchen Fällen einen Diebstahl unmöglich. Obwohl also durch ein Lenkradschloss kein hundertprozentiger Schutz garantiert werden kann, wird die Wahrscheinlichkeit, dass genau Ihr Auto geklaut oder beschädigt wird, wesentlich gesenkt.

Abgesehen davon ,lohnt es sich auch, die Anschaffung einer solchen Autodiebstahlsicherung zumindest in Erwägung zu ziehen, da in manchen Versicherungsverträgen die Nutzung einer Lenkradkralle vorausgesetzt wird, um eine Zahlungserstattung zu erhalten.

Vorsicht vor billigen Täuschungen

Mit den verschiedenen Modellen variieren natürlich auch deren Preise. Von 20 € bis 160 € liegt alles in der Norm, wobei logischerweise Qualitätsunterschiede erkennbar sind. Viele der billigeren Sicherungen wirken eigentlich eher als Abschreckung als tatsächlich vor einem Diebstahl schützend, wohingegen hochwertige Modelle durchaus Diebe abhalten können. Die meisten Lenkradschlösser werden mit mehreren Schlüsseln und Warnstickern für die Seitenscheiben zusammen angeboten.

Wenn Sie sich für eine Lenkradkralle entschieden haben, können Sie diese in Baumärkten, bei Autohändlern oder online kaufen. Wir empfehlen Ihnen, vermeintlichen Schnäppchen gegenüber vorsichtig zu sein. Vor einem Kauf sollten Sie zur Sicherheit das Siegel des Modells und den Hersteller überprüfen.


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