Rostschutz – So bleibt der Oldtimer lange schön

Gegen Rost ist kaum ein Kraut gewachsen. Trotzdem lässt sich Korrosion zumindest verlangsamen
Rost befällt besonders oft klassische Autos.
Da kommt jede Hilfe zu spät. Oldtimer sollten früh vor Rost geschützt werden. Petrova Maria / Shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 19.12.2016

Er kriecht in alle Ecken und macht Autofahrern das Leben schwer: Rost ist besonders für Besitzer von Oldtimern ein echtes Problem, denn die braune Oxidschicht nagt unablässig an den alten Schmuckstücken. Moderne Autos bestehen zu großen Teilen aus Aluminium und werden ab Werk gegen Rost an Stahlteilen geschützt. Was aber, wenn die Versiegelung nach einigen Jahren Löcher bekommt? Um gegen den Rost anzugehen, gibt es eine Vielzahl an Lösungen. Die einen schwören auf Vaseline, andere wiederum benutzen nur synthetische Materialien aus dem Fachhandel.

Rostbefall durch Salz und Säure

Einen Oldtimer vor Rost zu schützen ist auf Dauer ein sehr aufwendiges Unterfangen. Der Grund: Rost entsteht überall da, wo Metall mit Luftsauerstoff in Berührung kommt. Bestimmte Chemikalien begünstigen eine solche Oxidation: Streusalz ist seit jeher der schlimmste Feind der Autokarosserie, denn in Verbindung mit Wasser bildet es eine Salzlauge, die nicht nur das Rosten beschleunigt, sondern auch kurzen Prozess mit vielen Versiegelungen macht. Die meisten Oldtimer überwintern zwar in der Garage, aber auch im Sommer besteht Rostgefahr: Saurer Regen greift, genau wie Salzlauge, Stahlteile an. Immerhin: Aluminium muss nicht vor Rost geschützt werden. Dieses Leichtmetall bildet zwar ebenfalls Oxide, diese sind aber weit weniger porös als Rost und können daher als Schutzschicht für das darunterliegende Metall fungieren.

Rostschutz auf Fettbasis

Rostschutzmittel sind meist fettige oder ölige Substanzen, die großflächig auf den Unterboden des Autos aufgetragen werden. Diese Mittel sind kaum wasserlöslich und halten darum auch bei Nässe recht lang. Allerdings sind sie anfällig gegen mechanische Einflüsse wie Steinschlag. Ein kleines Loch in der Versiegelung kann bereits zum Weiterrosten der Teile führen. Besonders gefährlich ist das, weil man den Rost unter der Beschichtung nicht sofort erkennen kann. So können sich Roststellen unbemerkt ausbreiten. Neben den Materialien aus dem Fachhandel schwören viele Bastler auf die sogenannte NATO-Mischung: Diese besteht aus handelsüblicher Vaseline und Bienenwachs. Im geschmolzenen Zustand soll sich die Mischung leicht verarbeiten lassen. Der Rostschutzeffekt dieser Mischung wird aber immer noch diskutiert. Immerhin: Die Methode soll tatsächlich in NATO-Unterlagen als temporärer Schutz gegen Rost an Fahrzeugen empfohlen worden sein.

Was tun, wenn es schon zu spät ist?

Ist ein Stahlteil einmal angerostet, ist es schwer, die braune Oxidschicht wieder loszuwerden. Der häufigste Fehler ist das bloße Überlackieren der betroffenen Stellen: Weil Rost ein höheres Volumen hat als Stahl oder Eisen wird die Oberfläche uneben. Eingeschlossene Feuchtigkeit lässt das Material weiterrosten, der Lack platzt ab und es kann erneut Wasser eindringen. Auch sogenannte Rostumwandler zeigen nur bedingt Wirkung: Bei dünnem Flugrost können die Sprays zwar zumindest eine lackierbare Oberfläche erzeugen, aber bei schwerem Rostbefall sind auch diese Mittel machtlos. Dann hilft nur das großzügige Abschleifen und Neuversiegeln der betroffenen Stelle.

Rost an neuralgischen Punkten

Einige Stellen sind besonders anfällig für Rost. Schraubverbindungen, wie die zwischen dem Chassis und der Karosserie, sind besonders wasserdurchlässig und rosten eher als glatte Flächen. Besonders an solchen Punkten lohnt sich eine großzügige Behandlung mit Rostschutzfett. Ansonsten gilt: Der Oldtimer sollte zumindest über den Winter in der Garage bleiben. Modernen Autos mit Aluminiumchassis und Plastikkarosserie machen Streusalz und Co. aber kaum etwas aus.

(Bildmaterial: ©Shutterstock.com)


Weitere Artikel zu diesem Thema