BMW F01: Großartiger Luxusriese wird bezahlbar

Über 5,20 Meter lang, bis zu 544 PS stark, vollgestopft mit elektronischen Helferlein und einer online vernetzten Infotainment-Welt – der intern F01 genannte BMW 7er ist als Neuwagen und Gebrauchtwagen ein in vielfacher Weise begehrenswertes Mobil. Auch optisch macht der seit 2008 angebotene Riese immer noch eine gute Figur und umgibt die Insassen mit der Aura, etwas Besonderes zu sein. Allerdings muss man für einen solchen 7er als Neuwagen richtig viel Geld in die Hand nehmen. Mittlerweile gibt es den BMW F01 allerdings schon als günstigen Gebrauchten. Da kann man auch schon zum Preis eines VW Golfs die Nachbarn vor Neid erblassen zu lassen und sich selbst zudem viel Freude im Autoalltag bereiten.

BMW F01: Das E hat ausgedient

Nach E kommt bekanntlich F. Was für das Alphabet gilt, gilt auch für die interne Baureihen-Nomenklatur von BMW. Nach gut drei Jahrzehnten und vier Generationen (E23, E32, E38 und E65) bekam die fünfte Auflage des Oberklassemodells BMW 7er erstmalig in der BMW-Historie den Buchstaben F verpasst, dem zusätzlich die Zahlenkombination 01 angehängt wurde. Die elegant-dynamische Erscheinung beeindruckte bei ihrem Marktstart im Jahr 2008, wie es sich für ein ambitioniertes Oberklasse-Modell gehört, wieder mit einem Blumenstrauß an Innovationen. Ein Schwerpunkt lag auf die Einführung neuer Assistenzsysteme, aber auch die Motoren wurden stärker und vor allem sparsamer, während das Fahrwerk einen noch besseren Spagat aus Komfort und Dynamik zu meistern vermochte. Hinzu kamen eine Fülle neuer Infotainment-Funktionen, mit denen sich der 7er auch als Konzertsaal und Multimedia-Internet-Lounge bestens in Szene setzen kann. Schick und wohnlich ist er überdies und als Neuwagen entsprechend teuer. Doch anstelle rund 80.000 Euro für einen neuen Basis-7er zu bezahlen, lohnt sich der Blick auf den Gebrauchtwagen-Markt, denn hier finden sich bereits diverse Second-Hand-7er, für die oft nur noch ein Bruchteil des Neuwagen-Preises verlangt wird. Bereits zum Preis eines Golfs kann man also seine Nachbarn richtig neidisch und sich selbst ein Stückchen glücklicher machen.

Dass der Nachbar neidisch wird, liegt vor allem an der besonderen Strahlkraft des F01. Mit seiner zugleich schnittigen wie wuchtigen Form versprüht er elegante Oberklasse-Aura in überaus eindrucksvoller Weise. Einfach schick steht er da: Die lange Schnauze, das weit nach hinten versetzte Greenhouse und das kurze Heck sorgen für eine in diesem Fahrzeugsegment ungewöhnlich sportliche Eleganz. Und dann beeindruckt eben auch seine schiere Größe, was bei 5,07 Metern Länge in der Kurzversion und 5,21 Metern in der L-Variante allerdings keine große Kunst ist. Chromschmuck, mächtige Felgen und ein gewaltiger Schlund in Form der imposant inszenierten Doppelniere sind weitere Insignien seiner Wichtigtuer-Aura.

Viel Platz, viel Technik

Innen bietet der 7er natürlich Platz im Überfluss. Ob hinten oder vorne: Man sitzt herrschaftlich und bequem. Und der Fahrer hat alles bestens im Blick. Zudem findet der Kapitän des Straßenkreuzers auf dem gediegenen Gestühl eine gute Position, um das beeindruckend fahraktive Riesending auf Wunsch auch lustbetont um Ecken zu führen. Im Fond sitzen die Passagiere besonders entspannt in der Langversion, die mit 14 Zentimeter zusätzlicher Fahrzeuglänge allein den hinteren Fahrgästen dabei hilft, die Beine noch legerer von sich strecken zu können. Die ansonsten mit feiner Verarbeitung und feinen Materialien angenehm wohnlich gestaltete Fahrgastzelle verblüfft mit einem aufgeräumten Arbeitsplatz. In der Armaturenbrettmitte fällt ein großes 10,2-Zoll-Display auf, über welches man per iDrive-Controller den umfassenden und komplexen Multimedia- und Technik-Reigen steuern kann. Durch das Lenkrad schaut der Fahrer auf ein weiteres Riesendisplay, denn das Kombiinstrument verfügt über die sogenannte Black-Panel-Technik, die sich in einen frei konfigurierbaren Display-Bereich und einen klassischen Rundinstrumente-Bereich unterteilt. Der Clou: Beide Bereiche bilden dennoch eine optisch homogene Einheit.

Den Blick darauf kann man sich allerdings sparen, denn dank eines Head-up-Displays kredenzt der 7er dem Fahrer auf Wunsch alle wichtigen Informationen auch direkt ins Blickfeld. Ebenfalls praktisch: Die Geschwindigkeitsregelung kann der Fahrer getrost dem 7er überlassen, denn der Abstandstempomat managt diese Aufgabe ganz von selbst und sorgt so auf langen Autobahnfahrten für mehr Entspannung und mehr Sicherheit, wie auch der Spurhalte- oder der Totwinkelassistent. Und selbstverständlich gibt es auch einen Fernlichtassistenten, der ein Fahren mit Dauerfernlicht ermöglicht und automatisch bei Gegenverkehr abblendet. Seit der Modellpflege im Jahr 2012 kann der 7er gegen Aufpreis übrigens mit Voll-LED-Scheinwerfertechnik ausgestattet werden. Seit diesem Facelift ist das Flaggschiff der Münchener außerdem noch mit einigen anderen, zum Teil optionalen, Nettigkeiten gesegnet: Ein Nachtsichtgerät mit Personen-Erkennung per Infrarot-Sensorik, ein Kollisionsverhinderer, ein Segel-Modus zum Spritsparen und die großartige Achtgang-Automatik, die seither bei allen 7er-Motorisierungen das sechsstufige Selbstschaltgetriebe abgelöst hat, gehören zu den Begehrlichkeiten, die nur Exemplare bieten können, die nach dem Sommer 2012 in den Markt kamen. Und seither gibt es optional für das Kombiinstrument sogar ein Riesendisplay, welches die bisherigen analogen Rundinstrumente nur noch grafisch darstellt.

Stark und effizient: Die Motoren

Mit der Einführung der Achtgang-Automatik wurden alle Antriebe übrigens zugleich sparsamer und dynamischer. Zunächst bot BMW den 7er zum Marktstart 2008 mit dem 730d und den Benzinern 740i und 750i an. Der Diesel konnte mit 245 PS und 540 Newtonmeter bereits beeindrucken, denn hier dauert der Sprint 7,2 Sekunden, während die Höchstgeschwindidkeit mit 245 km/h angegeben wird. Trotz dieser guten Fahrleistungen liegt der Verbrauch bei knapp unter sieben Litern. Seit 2012 ist der 730d 258 PS und 560 Newtonmeter stark, was mit dem optionalen Allradantrieb einen Sprint in glatt sechs Sekunden und 250 km/h Topspeed erlaubt. Der Verbrauch des Hecktrieblers: 5,6 Liter. Etwas seidiger und schneller ist der 740i, dessen zunächst doppelt aufgeladener Reihensechszylinder 326 PS und 450 Newtonmeter mobilisierte und so den Zweitonner in 5,9 Sekunden beschleunigt und maximal 250 km/h schnell werden lässt. Bei knapp unter 10 Litern liegt allerdings der Verbrauch. Seit 2012 hat der 740i nur noch einen Lader und 6 PS weniger, dafür aber Valvetronic und Achtgang-Automatik, was eine Sprintzeitverkürzung um zwei Zehntelsekunden und eine Reduzierung des Spritverbrauchs um stolze zwei Liter erlaubt. Noch größere Spareffekte hat BMW beim Achtzylinder des 750i erzielt. Von zunächst 408 PS stieg die Leistung auf 450 PS, was eine Verkürzung der Sprintzeit von 5,2 auf 4,8 Sekunden erlaubte, während der Spritkonsum von 11,4 auf 8,6 Liter gesenkt werden konnte. Einen V12 bräuchte es da nicht, dennoch reichte BMW Ende 2009 auch den 760i nach, der mit 544 PS und 740 Newtonmetern eine 4,6-Sekunden-Performance erlaubt, der aber trotz aller Effizienz-Maßnahmen und der ab Marktstart bereits verfügbaren Achtgang-Automatik nach rund 13 Litern verlangt. Die sechs Liter Hubraum wollen gefüttert werden.

Einen überzeugenderen Spagat aus souveränem Vortrieb und Effizienz bieten die über dem 730d positionierten Dieselvarianten. 2009 kam der 740d mit 306 PS und 600 Newtonmetern, aus denen dann ab 2012 313 PS und 630 Newtonmeter wurden. Die stärkere Version bietet mit 5,5 Sekunden und 5,7 Litern Verbrauch herausragend gute Werte. Nochmalig steigern lassen sich die Dieselfreuden mit dem 2012 eingeführten 750d, der dank seines Triturbos 381 PS und 740 Newtonmeter mobilisiert und mit dem serienmäßigen Allradantrieb xDrive einen 4,9-Sekunden-Sprint hinlegen kann, sich im Gegenzug mit 6,4 Litern allerdings angenehm bescheiden gibt.

Gebrauchtwagen-Schnäppchen zum Golf-Preis möglich

Letztlich bietet der BMW 7er mit jedem seiner Antriebe das Potenzial, seinen Besitzer glücklich zu machen. Ideal sind die Diesel, da sie mäßigen Verbrauch mit guten Fahrleistungen vereinen und allesamt nach innen geschmeidiges Oberklasse-Vortriebs-Feeling vermitteln. Das sehen übrigens auch die meisten 7er-Käufer so, denn rund 80 Prozent der bayerischen Oberklasse-Ikone werden mit einem Dieselmotor gekauft. Doch trotz aller Sparsamkeit: Wer sich einen F01 als Neuwagen zulegen will, sollte über besonders große finanzielle Ressourcen verfügen, denn bereits die Basisversion 730d kann mit einigen Extras aufgewertet locker einen sechsstelligen Preis provozieren. Da der BMW 7er bereits ein paar Jahre im Markt ist, gibt es alternativ eine große Auswahl an jungen Gebrauchtwagen und Jahreswagen, für zum Teil schon verblüffend niedrige fünfstellige Beträge. Die günstigsten Exemplare weisen oft hohe Kilometerstände auf, doch gilt der F01 nach bisherigen Erfahrungen aus Dauertests als sehr zuverlässig. Auch mit mehr als 100.000 Kilometern auf der Uhr kann so ein Pracht-7er noch fast so gut wie am ersten Tag dastehen.

BMW F01
Produktionszeitraum2008 bis 2015
Höchstgeschwindigkeit245–250 km/h
0–100 km/h7,3-4,6 Sek.
Verbrauch (kombiniert)5,6–13,0
CO₂148–308
Zylinder/Ventile6–12 / 24-48
Hubraum2.979–5.972 cm³
Leistung (kW/PS bei U/min.)180/246 bei 4.000 bis 400/544 bei 5.250–6.000
Drehmoment (Nm bei U/min.)450 bei 1.300–4.500 bis 750 bei 1.500–5.000
Maße (L x B x H)5.072–5.212 mm x 1.902 mm x 1.479 mm
AntriebHeck/Allrad
Tankinhalt82 l
TreibstoffSuper/Diesel
Leergewicht1.935–2.250 kg
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem »Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen« entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
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