Auto abschleppen – so geht es richtig!

Wir erklären Ihnen, worauf es beim Abschleppen zu achten gilt

Auto abschleppen – was ist erlaubt und was nicht? Wer sein Auto abschleppen lassen muss, sollte im Ernstfall wissen, was erlaubt ist und was nicht!

Für Fahrzeughalter gibt es kaum etwas Schlimmes, als dass sie ihr Auto abschleppen lassen müssen. Kommt es zum Ernstfall, sind viele Autofahrer jedoch ratlos, wie sie sich beim Abschleppen verhalten müssen. Wir erklären Ihnen, worauf Sie beim Abschleppen Acht geben sollten und was es dabei zu vermeiden gilt.

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Welche Vorschriften gelten beim Auto abschleppen?

Eine Panne ist schnell passiert, der Weg in die nächste Werkstatt kann jedoch sehr lang sein. Wer nicht gerade Mitglied in einem Automobilclub ist, muss für die Abschleppkosten des Fahrzeugs aus eigener Tasche aufkommen. Daher lassen sich viele havarierte Autofahrer privat abschleppen. Doch wer sein Auto abschleppen lassen muss, sollte ein paar grundlegende Dinge beachten. Denn nicht alles, was Autofahrer so tagtäglich auf den Straßen praktizieren, ist auch wirklich erlaubt.

Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) darf man ein Auto nur im Notfall abschleppen. Dieser tritt vor allem ein, wenn ein Auto nicht mehr an Ort und Stelle repariert werden kann, sondern in die Werkstatt muss. Wer hingegen mit einem leeren Tank liegen bleibt, muss dafür sorgen, dass er neuen Kraftstoff bekommt. Die Polizei kann in so einem Fall sogar ein Bußgeld von bis zu 70 Euro sowie einen Punkt in Flensburg verhängen. Ebenfalls laut StVO gestattet ist der Weg zur Verschrottung oder zum Verwerter. Voraussetzung hierbei ist aber, dass der Wagen noch zugelassen und versichert ist. Ein abgemeldetes Auto darf man also nicht abschleppen, sondern muss z. B. auf einem Anhänger transportiert werden.

Wie verhalte ich mich beim Abschleppen richtig?

Ein Abschlepp-Gespann stellt aufgrund seiner geringen Geschwindigkeit ein deutliches Hindernis im Straßenverkehr da. Deshalb gilt es, andere Verkehrsteilnehmer vor der Gefahr zu warnen. So muss sowohl beim Abschlepper als auch beim abzuschleppenden Wagen die Warnblinkanlage dauerhaft eingeschaltet sein. Fällt die Fahrzeugelektrik aus, darf das Kfz nicht auf der Straße bewegt werden und muss von einem Abschleppdienst verladen werden.

Das Abschleppseil muss mit einem roten Fähnchen versehen sein und an den dafür vorgesehenen Abschleppösen am Wagen befestigt werden. Anstelle eines Seils empfiehlt sich das Abschleppen mit Stange, da hier der Abstand zwischen den beiden Fahrzeugen konstant bleibt und die Gefahr, dass der Hintermann auffährt, sehr viel geringer ist. Denn man sollte bedenken, dass das havarierte Fahrzeug ohne die Wirkung des Bremskraftverstärkers über eine deutlich reduzierte Bremsleistung verfügt. Zudem funktioniert bei ausgeschaltetem Motor die Servolenkung ebenfalls nicht. Die Lenkung ist dadurch sehr viel schwergängiger. Damit das Auto beim Abschleppen manövrierfähig bleibt, gilt es den Zündschlüssel auf Stellung eins zu stellen, damit das Lenkradschloss nicht einrasten kann.

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Überraschend: Laut Straßenverkehrsordnung benötigt der Fahrer des Pannenwagens beim Abschleppen keinen Führerschein. Es gilt lediglich ein Mindestalter von 15 Jahren. Da das Gespann jedoch mit Warnblinkanlage fahren muss und beide Fahrer die Richtungsänderung des Gespanns per Handzeichen signalisieren sollten, empfiehlt es sich, einen erfahrenen Fahrer hinter das Steuer des abzuschleppenden Fahrzeugs zu setzen.

Wer ein Fahrzeug abschleppt, muss entsprechend die Geschwindigkeit daran anpassen. So sollte mit einem Auto im Schlepptau nicht schneller als 50 km/h gefahren werden. Was nur wenige Autofahrer wissen: Ein havariertes Fahrzeug muss auf dem kürzesten Weg von der Straße entfernt und in die Werkstatt gebracht werden. Erfolgt die Panne auf der Autobahn, muss das Abschleppgespann diese sofort bei der nächsten Ausfahrt verlassen.

Fahrzeugcharakteristika beachten!

Darüber hinaus gibt es bei manchen Fahrzeugen bestimmte Charakteristika, die beachtet werden müssen, wenn man einen Pkw abschleppen möchte. Wer etwa ein Automatik-Auto abschleppen lassen muss, sollte zunächst in die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs nachschauen, was beim Abschleppen des Modells zu berücksichtigen ist. Im Regelfall muss das Getriebe zunächst in Neutralstellung (N) gebracht werden. Das Problem dabei: Da Antriebsachse und Getriebe nicht unterbrochen werden und bei ausgeschaltetem Motor kein Öl fließt, kann das Getriebe sehr schnell heiß laufen und Schaden nehmen. Daher sollten nur kurze Strecken zurückgelegt werden und nicht schneller als 40 km/h gefahren werden. Auch bei Elektroautos gilt es vor dem Abschleppen zunächst einen Blick in das Bedienerhandbuch zu werfen. Denn beim Abschleppen können die Akkus überhitzen, da im Regelfall über die Antriebsachse ständig Energie erzeugt wird, aber kein Strom abgeführt wird.

(Bildmaterial: ©iStock.com/humonia)

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