Auto importieren: Ist es die Mühe wert?

Was muss man tun, um US-Autos nach Deutschland zu holen?
Wie groß ist zu groß?
Ein bisschen 'Land of the Free' auf deutschen Straßen? Art Konovalov / shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 06.07.2018

Autos anderer Kulturen üben auf viele Europäer einen eigenartigen Reiz aus. Egal, ob es um die winzigen Key-Cars aus Japan oder die absurd großen Pick-up-Trucks aus den USA geht: Der Import von Autos aus dem Ausland ist kompliziert, langwierig und lohnt sich fast nie. Echte Autofans hat das aber noch nie davon abgehalten, Autos in Container zu stecken und sie rund um den Globus verschiffen zu lassen. Was Sie tun müssen, wenn Sie ein Auto importieren wollen, weiß PKW.de.

Auto importieren aus den USA

Sie haben was zu kompensieren und wollen darum einen Pick-up-Truck kaufen? Aber die europäischen Modelle sind Ihnen zu klein und unmännlich? Der amerikanische Markt hat genau, was Sie brauchen. Fahrzeuge vom Kaliber eines Dodge Ram gibt es dort zu Tausenden und das sogar relativ günstig. Sie fliegen also nach Florida, kaufen Ihren Stahlkoloss und wollen den Heimweg antreten, als Ihnen auffällt: Das ist ja eine Riesenmenge Wasser dazwischen. Neben diesem Wasser, das man im Übrigen als Atlantischen Ozean bezeichnet, gibt es auch noch Landesgrenzen, die überquert werden wollen. Und die sind fast das größere Problem, denn Zollbestimmungen, Einfuhrbeschränkungen und nicht zuletzt auch die politische Situation verkomplizieren den Import eines Autos aus dem Nicht-EU-Ausland massiv.

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Eine Beispielrechnung

Zölle sind Gebühren, die Länder auf Waren erheben, die sie ein- oder ausführen. Diese gelten auf Toilettenpapier genauso wie auch auf Ihren übergroßen Pick-up. Ob sich der Kauf letzten Endes rechnet, hängt vor allem von diesen Gebühren ab. Ein Beispiel:

Der, natürlich fiktive, Noballs Compensator XV kostet im Land der unbegrenzten Möglichkeiten 60.000 Dollar, also ungefähr 52.000 Euro. Toller Preis, denken Sie sich und schlagen zu. Weil Platz im Container teuer ist, kommen noch einmal ca. 2000 Euro für den Transport oben drauf. Macht 54.000. Weil Ihr cooler Compensator mehr Ladefläche als Passagierraum hat, gilt er als Lkw und wird darum mit 22 % verzollt. Insgesamt kostet der Truck also schon 65.880 Euro. Nun freut sich auch noch das Finanzamt, denn einfach so Ihren Truck am Fiskus vorbeischleusen, das geht natürlich nicht. Sie haben zwar beim Kauf schon die amerikanische Mehrwertsteuer bezahlt, jetzt muss aber auch noch die deutsche entrichtet werden. Ihr nagelneuer Truck hat Sie an dieser Stelle schon stolze 78.400 Euro gekostet.

Sie haben ein Auto importiert? Und jetzt?

Jetzt aber steht er vor Ihnen, dieser Berg aus Stahl. In der Sonne glitzert das Metall, Ihnen wachsen endlich die ersten Brusthaare und irgendwo weint ein Seeadler eine Freudenträne. Sie klettern die zwei Meter auf den Fahrersitz, lassen den Motor an und werden prompt von der Polizei angehalten. Es gibt gute Gründe, aus denen viele US-Cars nicht auf deutschen Straßen zugelassen sind. Stoßstangen auf Höhe von Kinderköpfen zum Beispiel. Damit ihr Compensator eine deutsche Zulassung erhält, muss er noch einmal in die Werkstatt. Mittlerweile haben Sie Ihren Hund verkauft, um Ihr Auto importieren zu können, aber Sie sind nun mal ein Mann mit Prioritäten. Es gibt Werkstätten, die sich auf die Umrüstung von amerikanischen Autos für deutsche Straßen spezialisiert haben. Für relativ gängige Fahrzeuge wie den Ford Mustang kostet das bis zu 2500 Euro, für einen Compensator könnten aber auch 5000 bis 8000 fällig werden.

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Auto importieren: Ein teurer „Spaß“

Aber dann ist es soweit: Sie haben Ihr Auto importiert, umbauen lassen und angemeldet und fahren voller Stolz und Männlichkeit nach Hause. Beim Einparken klingt es, als würde ein Flugzeugträger auf die Rocky Mountains auflaufen: Ihre Auffahrt war nie für einen US-Koloss gedacht, sie ist zu klein und die Gartenmauer hat den Unterboden einmal der Länge nach aufgerissen. Sie greifen nach einem Benzinkanister und einem Feuerzeug und 84.000 Euro gehen vor Ihnen in Flammen auf. Am nächsten Tag kaufen Sie auf PKW.de einen Fiat Punto.

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