Abzocke beim Autokauf – so schützen Sie sich vor Betrug

Mit diesen fiesen Tricks versuchen windige Händler an Ihr Geld zu kommen
Gehen Sie beim Autokauf auf Nummer sicher. Diese Betrugsmethoden kommen häufiger vor.
Tacho-Betrug, Verschleierung und vermeintliche Schnäppchen – diese Maschen versauen einem den Autokauf. Jenoche / Shutterstock.com
lukas
Einleitung von Lukas Thies, Redakteur bei PKW.de 08.04.2016

Schwindel, Betrug und Abzocke – der große Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland zieht nicht nur Schnäppchenjäger, sondern auch unzählige erfindungsreiche Betrüger und dreiste Händler an. Damit Sie beim Autokauf nicht auf die miesen Maschen der Trickser hereinfallen, haben wir hier die gemeinsten Betrügereien für Sie zusammengestellt.

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Kennen Sie diese dreisten Betrugsmaschen der Händler?

Der Autokauf im Internet verspricht schnelle Schnäppchen, doch noch schneller als man sich versieht, ist man einem Schwindler auf den Leim gegangen. Nicht alle Interessenten geraten an einen seriösen Anbieter. Der Grund: Auf dem riesigen Online-Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland wechseln jährlich mehr als sieben Millionen Fahrzeuge den Besitzer – ein Millionengeschäft. Und wo ein großer Markt ist, sind auch einfallsreiche Händler mit betrügerischen Maschen nicht weit. Wir möchten Sie vor unangenehmen Überraschungen bewahren und stellen Ihnen nachfolgend die fiesen Tricks der Schummler vor:

Das verschleierte Eigengeschäft zur Umgehung der Sachmängelhaftung. Gebrauchtwagenkäufer verfügen über weitreichende Rechte in Bezug auf die Sachmängelhaftung. Diese Gewährleistung umfasst Ansprüche des Käufers, wenn der gewerbliche Händler bewiesenermaßen mangelhafte Ware liefert. Für windige Verkäufer erscheint es attraktiv diese Sachmängelhaftung im Kaufvertrag zu umgehen. Eine beliebte Masche ist dabei der sogenannte Strohmann-Trick, bei dem der Händler zuerst als professioneller Kaufmann auftritt und anschließend erklärt, er würde nur als Vermittler im privaten Kundenauftrag handeln. Der Clou: Private Verkäufer sind nicht zur gesetzlichen Sachmängelhaftung verpflichtet. So lassen sich Autos mit Macken über Wert verkaufen.

Aufgepasst bei „Bastlerautos“ und angehefteter „Mängelliste“. Eine weitere beliebte Masche ist das Anheften umfangreicher Mängellisten, um der gesetzlichen Pflicht der Sachmängelhaftung zu entgehen. Auch wenn in den Anzeigen für relativ hochwertig wirkende Fahrzeuge Begriffe wie „Bastlerauto“ oder „geringe Restlaufzeit“ auftauchen, ist Vorsicht geboten. Mit diesen Floskeln versuchen Händler schon vorab, die Sachmängelhaftung auszuschließen – „man habe den Kunden ja über den kläglichen Zustand des Autos informiert“.

Tachomanipulation – großer Gewinn durch simple „Tacho-Anpassung“. Es ist eine einfache Anpassung, mit der sich der Verkaufswert eines Fahrzeugs signifikant erhöhen lässt – die Rede ist von der allseits beliebten Tachomanipulation. Dem Gebrauchtwagen wird ein bisschen Fahrleistung vom Tacho genommen und schon lässt sich deutlich mehr Geld für das Auto verlangen. Das technische Gerät und Know-how für den Tacho-Betrug ist schon für wenig Geld im Internet zu bekommen. Wenn der äußere Zustand des Fahrzeugs nicht zum angeblichen Kilometerstand passt, sollten Sie stutzig werden und damit beginnen, Indizien für die Unplausibilität zu sammeln. Werfen Sie dazu einen Blick auf alte Berichte von Haupt- und Abgasuntersuchungen, Eintragungen im Scheckheft, Ölwechsel-Aufkleber und Reparatur-Rechnungen.

Vorsicht bei verlockenden Schnäppchen mit „Anzahlung“. Ein Angebot zu gut, um wahr zu sein. Sie stoßen auf ein vermeintliches Schnäppchen, der Verkäufer des gebrauchten Preiswunders sitzt im Ausland und hat natürlich eine passende Story parat. Es gilt, die Firmenpleite abzuwenden oder einem kranken Familienmitglied zu helfen – und dann kommt der Haken: Zur Verdeutlichung der ehrlichen Kaufabsicht soll der Käufer eine Anzahlung über einen Bargeldtransfer-Service wie Western Union oder an eine Speditionsfirma leisten. Wie man sich denken kann, sind nach der Überweisung das Geld und auch der vermeintliche seriöse Internetauftritt des Verkäufers spurlos verschwunden.

Überfall beim Autokauf – einsame Hinterhöfe sind kein guter Treffpunkt. Sie haben Ihren Traumwagen gefunden und nun steht die Bargeldübergabe an? Wenn der Verkäufer einen seltsamen Treffpunkt vorschlägt, sollten Sie skeptisch werden. Es sind einige Fälle bekannt, in denen die Käufer mit den Taschen voller Bargeld in Unterführungen, Hinterhöfe und Seitengassen gelockt und anschließend brutal ausgeraubt wurden. Die Polizei rät, derartige Übergaben möglichst nicht abends oder an verlassenen Orten stattfinden zu lassen. Nehmen Sie eine zweite Person mit und bestehen Sie auf einen sicheren Übergabeort zum Beispiel in einer Bank.

Sie möchten Ihren Gebrauchtwagen verkaufen? Auch hier lauern Gefahren. Welche Tricks vermeintliche Käufer anwenden um den Preis zu drücken, erfahren Sie hier.

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(Bildmaterial: ©shutterstock.com/pic-22561068)


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