Expeditionsfahrzeuge für Extremcamping nach der Apokalypse

Offroad-Wohnmobile, oder Bug Out Vehicles, bringen ihre Besitzer überall hin.
Vom Gebirge ans Meer, alles in einem Fahrzeug.
Russische Trucks wie dieser ZIL 131 sind durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Alexander Piragis / Shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 07.03.2017

Wer träumt nicht manchmal davon: Einfach ins Auto steigen und losfahren, dem stressigen Alltag entfliehen und die Welt auf eine Art und Weise erkunden, die dem durchschnittlichen Pauschaltouristen verwehrt bleibt. Im Normalfall ergeben sich spätestens, wenn die Müdigkeit einsetzt, erste Probleme: Mitten auf einer Landstraße über die Pyrenäen sollten dem mutigen Abenteurer hinterm Steuer nicht die Augen zufallen und um das nächste Hotel zu finden braucht es Handyempfang, der bei Weitem nicht überall in Europa verfügbar ist. Ist das Abenteuer hier bereits vorbei? In den meisten normalen Autos wäre das wahrscheinlich der Fall, aber die sogenannten *Bug Out Vehicles* sind Expeditionsfahrzeuge, die genau für diesen Zweck konzipiert sind: Raus aus der Stadt und die Welt nach den eigenen Regeln erkunden.

Mit dem Auto durch die Apokalypse

Der Begriff Bug Out Vehicle kommt ursprünglich aus der amerikanischen Prepper-Szene. Anhänger dieser Bewegung sind aus verschiedenen Gründen von der unmittelbar bevorstehenden Apokalypse überzeugt und rüsten ihre Häuser und Fahrzeuge aus, um von der Zombieepidemie bis zum Meteoriteneinschlag alles überleben zu können. Heute sind die allermeisten dieser Expeditionsfahrzeuge nicht mehr als Fluchtfahrzeug gedacht, sondern sollen den Besitzer auf Reisen unabhängiger machen. Der Unterschied zu einem normalen Wohnmobil besteht vor allem in der Geländegängigkeit und in der größeren Selbstständigkeit. So wird im Zweifelsfall jede Waldlichtung zum Campingplatz, auch wenn sich Wildcamper besonders in Deutschland häufig in einer legalen Grauzone bewegen.

Expeditionsfahrzeuge sind die besseren Wohnmobile

Der Defender bringt Sie wirklich überall hin. Art Konovalov / Shutterstock.com / <a href='http://www.shutterstock.com/editorial?cr=00&pl=edit-00'>Shutterstock.com</a>
Der Defender bringt Sie wirklich überall hin. Art Konovalov / Shutterstock.com / Shutterstock.com

Prinzipiell kann jedes einigermaßen geländegängige Fahrzeug zu einem Bug Out Vehicle umgebaut werden. Besonders genügsame Zeitgenossen beladen den Gepäckträger eines Motorrades mit Zelt und Schlafsack und werden dann für Wochen nicht mehr gesehen. Besser geeignet sind größere Autos, die sich durch mehr oder weniger intensive Modifikationen in mobile Wohnquartiere verwandeln lassen. Beliebt ist zum Beispiel der Landrover Defender, der sich durch viele Jahre im Dienst der englischen Streitkräfte als flexibles und zuverlässiges Geländefahrzeug verdient gemacht hat. Im Heck des Defenders ist genug Platz für eine Schlafgelegenheit und eine Feldküche, wenn das Wetter keine Lagerfeuer erlaubt. Ein Zeltaufbau auf dem Dach bietet noch mehr Platz, um den spontanen Trip ein wenig zu verlängern.

Expeditionsfahrzeuge auf Basis großer Trucks fühlen sich im Gelände besonders wohl

Der Unimog ist gebaut, um vielseitig zu sein. Auch als Expeditionsfahrzeug ist er bestens geeignet. oksana.perkins / <a href='http://www.shutterstock.com/editorial?cr=00&pl=edit-00'>Shutterstock.com</a>
Der Unimog ist gebaut, um vielseitig zu sein. Auch als Expeditionsfahrzeug ist er bestens geeignet. oksana.perkins / Shutterstock.com

Amerikanische Trucks wie der Ford F350 oder der Dodge RAM sind auf den meisten europäischen Straßen komplett fehl am Platz. Für den Einsatz als Expeditionsfahrzeug eignen sie sich aber hervorragend, genau wie der Toyota Hilux, der bis heute als fast unzerstörbar gilt. Wer etwas mehr Platz braucht oder auch noch die entlegensten Winkel dieser Welt erforschen will, kann auch diverse Lastwagen mit Aufbauten versehen und sich daran machen, die Welt einmal auf Breitreifen zu umrunden. Denn auch wenn der Fahrer am Limit ist, echte Expeditionsfahrzeuge fahren weiter und weiter.

(Bildmaterial: ©shutterstock.com)


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