Beifahrer: Die stillen Helden der Nation

So werden auch Sie ein guter Beifahrer
Ein guter Beifahrer muss nicht nur lange sitzen können.
So süß wie dieser Beifahrer werden Sie zwar nicht sein, aber dafür können Sie sich deutlich nützlicher machen! Soloviova Liudmyla/Shutterstock.com
berit
Einleitung von Berit Hoffmann, Redakteur bei PKW.de 07.02.2019

Auf diversen Online-Portalen können Sie nachlesen, welcher Beifahrertyp Sie oder Ihre Freunde sind. Sind Sie der Besserwisser, der Navigator oder der Angsthase? Nein, Sie sind bestimmt der Entertainer! Oder doch etwa die verachtete Quasselstrippe? Wenn Sie stattdessen wissen wollen, wie Sie ein guter Beifahrer werden können, sind Sie auf der richtigen Seite gelandet. Während ein schlechter Beifahrer stark ablenkt, Energie raubt oder sogar zu Verstößen animiert (Ja, der junge Herr mit frischem Führerschein und einer ganzen Fußballmannschaft hinten in Papas BMW darf sich jetzt angesprochen fühlen), fühlt der Fahrer sich bei einem guten Beifahrer sicherer, hat ein größeres Verantwortungsgefühl und kann sich ganz auf die Straße konzentrieren, da der persönliche Assistent zur Rechten sich um alles kümmert. PKW.de hat für Sie ein „How-to: Bester Beifahrer“ erstellt.

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Ihr Freund und Helfer - nicht etwa die Polizei, sondern der Beifahrer

Die Bezeichnung als persönlicher Assistent trifft es ganz gut, denn ähnlich wie im Verkauf gilt auch hier „der Autofahrer ist König“. Also auch wenn Ihr Kumpel am Steuer schon zum dritten Mal in einer Viertelstunde nach dem Wasser fragt, ist jetzt nicht der Moment, um ein „Mach doch selber!“ rauszuhauen. Besonders wichtig ist aber die Hilfe beim tatsächlichen Autofahren. So sollten Sie als Beifahrer den Verkehr im Auge behalten und wenn es nötig ist (und auch wirklich nur dann) den Fahrer auf eventuelle Gefahren hinweisen.

Die meisten Fahrer sehen es gerne, wenn Sie auch zur Navigation Ihren Teil beitragen. Wenn Sie allerdings an einer Links-Rechts-Schwäche oder sogar an der chronischen absoluten Orientierungslosigkeit leiden, sollten Sie, um sich und Ihren Mitfahrern die letzten Nerven zu bewahren, davon absehen. Das gilt natürlich auch, wenn Sie wissen oder gesagt bekommen, dass derjenige hinterm Steuer lieber selber guckt.

So können Sie als Beifahrer Blitzer vermeiden

“Grün sieht aber anders aus”

Bei allen noch so gut gemeinten Ratschlägen und Hinweisen Ihrerseits sollten Sie immer darauf achten, dass Sie nur tatsächlich notwendige konstruktive Kritik äußern. Bei einer Dauerschleife von passiv aggressiven Kommentaren wie „Gas ist unten rechts.“ oder „Dass das ganz schön knapp war, hast du aber auch gesehen, oder?“ kann selbst dem geduldigsten Autofahrer der Kragen platzen. Das Gleiche gilt auch für dramatisches ängstliches Verhalten. Wenn Sie bei jedem Halt Ihren Fuß auf die imaginäre Bremse am Beifahrersitz hämmern oder Ihr Arm schon vom dauerhaften Hängen am Haltegriff verkrampft, sorgt das nicht gerade für eine angenehme Fahrt.

Wenn Sie tatsächlich Angst um Ihre Sicherheit haben, sollten Sie das natürlich mit der Person hinterm Steuer besprechen, wenn es sich aber lediglich um ein Problem mit Kontrollverlust handelt, bewahren Sie sich das Gespräch lieber für Ihren Psychologen auf.
Alternativ können Sie auch selbst ein paar psychologische Tricks wie die positive Verstärkung anwenden. Wenn Sie sich gerade sicher fühlen und entspannen können, einfach mal den guten und sicheren Fahrstil ausführlich loben, anstatt bei dem kleinsten Fehler diesen brutal zu kommentieren.

Brutale Kommentare oder harte Gesprächsthemen haben im Auto sowieso nichts zu suchen. Emotional anstrengende Unterhaltungen können nicht nur die Laune für die ganze weitere Fahrt verderben, sondern auch gefährlich ablenken. Egal, wie dringend Sie Ihren letzten Streit besprechen wollen und auch wenn es noch so verlockend ist, dass Ihr Schatz jetzt nicht flüchten kann, sollten Sie warten, bis Sie aus dem Auto raus sind.

Eine Autofahrt ist nicht der richtige Zeitpunkt um endlich mal den Streit zu klären. / Antonio Guillem
Eine Autofahrt ist nicht der richtige Zeitpunkt um endlich mal den Streit zu klären. / Antonio Guillem

Spät dran? Kein Grund zur Panik!

Sie sitzen bequem auf Ihrem Beifahrersitz, Ihr Kopf wippt zur Musik und Sie sind mit Ihren Gedanken bei Ihrem letzten Urlaub. Doch plötzlich stört etwas Ihre Ruhe – Sie spüren die sich nähernde Katastrophe. Und schon ist es soweit: Ihr Auto biegt nach links ab. Dabei müssen Sie doch nach rechts! Das wird ein Riesenumweg und vielleicht kommen Sie sogar zu spät! Bevor die Panik ausbricht, atmen Sie einmal kurz durch. Was würde der ideale Beifahrer jetzt machen? Richtig! Hauptsache nicht stressen, denn ein gestresster Autofahrer ist ein unaufmerksamer Autofahrer. Bleiben Sie entspannt und versuchen Sie, produktiv wieder den richtigen Weg zu finden. Falls es doch schiefgehen sollte und Sie nun schon zum fünften Mal falsch abbiegen und nun definitiv den Anfang des Meetings verpassen, ist auch das kein Weltuntergang. Schließlich ist es besser zu spät als gar nicht zu kommen, weil Sie und Ihr gestresster Fahrer mit der Frontschürze an einem Baum kleben.

Falls der Roadtrip-Gott doch mal ein Opfer fordern soltle: Gebrauchtwagen auf PKW.de

Schlaf ist ansteckend

Wenn Sie auf dem Beifahrersitz gerne mal Ihren Kopf ans Fenster lehnen und Ihre Augen für „nur ein paar Minütchen“ schließen, ist das zwar schön für Sie, aber fies für den Fahrer. Während einige Autofahrer zwar beschwören, dass es für sie als Kompliment an die Fahrkünste gilt und sie sich dann ohne Ablenkung voll auf den Straßenverkehr konzentrieren können, sehen einige Wissenschaftler das anders. Allein die Tatsache, dass neben ihnen jemand schläft, sorgt schon für Müdigkeit. Deswegen sollten Sie, wenn, nur kurz schlafen oder für die Zeit dem Armen, der den Kampf um den Beifahrersitz verloren hat, eine Freude bereiten und die Plätze tauschen.

Als guter Beifahrer und professioneller Assistent, der Sie natürlich anstreben zu sein, achten Sie besser auch darauf, wie müde der Fahrer wird. Kaffee, Cola und Energydrinks sind zwar meist gerngesehene Helfer, wenn aber der fünfte Kaffee innerhalb einer Stunde konsumiert und schon wieder ein Gähnen unterdrückt wird, wäre es vielleicht doch Zeit für eine Pause.

Der Ton macht die Musik

Die wichtigste Aufgabe für Sie als Beifahrer ist unserer Meinung nach jedoch klar: Sie müssen für gute Stimmung sorgen. Jetzt ist Ihre Chance, Ihre DJ-Künste unter Beweis zu stellen. Die perfekte Playlist gibt es dabei unserer Meinung nach nicht. Fährt man mit der Familie in den Urlaub, sind die Ballermann-Partyhymnen vielleicht nicht ganz passend, während sie bei Ihren Jungs auf dem Weg zum Club bestimmt gut ankommen. Einige Hits passen allerdings fast immer. So sollten eine Hand voll aktueller Radiohits, Oldies und Karaokelieblinge wie 500 Miles von den Proclaimers bei keinem guten Roadtrip fehlen. Wenn alle peinlich mitgrölen, können Sie sich auf die Schulter klopfen. Dabei ist selbstverständlich, dass der Fahrer immer noch das letzte Wort hat, wenn es um die Art und besonders die Lautstärke der Musik geht.

Damit gerade bei längeren Autostrecken alle bei Laune bleiben, dürfen natürlich auch Snacks nicht fehlen. Dabei gilt wie bei der Musik: Die Mischung macht’s. Als Snackverteiler-in-chief sollten Sie natürlich auch wissen, dass man Snacks nicht an der Tanke kauft - es sei denn, Sie zählen Geld aus dem Fenster schmeißen zu Ihren Hobbys.

Durchblick verloren?

Nun, da Sie bestens vorbereitet sind, steht Ihrem Titel als bester Beifahrer überhaupt nichts mehr im Wege. Oder sind Sie etwa verwirrt? Sollen Sie jetzt schlafen oder nicht und wann dürfen Sie nochmal Kritik ausüben? Am Ende ist ein Fahrer auch nur ein Mensch und hat somit individuelle Vorlieben. Wenn Sie also immer ein Auge auf die Stimmung Ihres Fahrers haben und eventuelle Fragen einfach klären, sollten Sie es schaffen, zumindest nicht auf der Liste „Die schlechtesten Beifahrer 2019“ zu landen.

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