Extrem keil

Lotus bringt 900 Kilo leichtes Performance-Spielzeug 3-Eleven mit 456 PS
Lotus 3-Eleven.
Dieses Performance-Spielzeug ist extrem: Lotus 3-Eleven mit 456 PS.
sascha
Einleitung von Sascha Nendza, Redakteur bei PKW.de 30.06.2015

Köln, 30.06.2015 – Mit dem 2-Eleven bot die Sportwagenschmiede Lotus von 2007 bis 2011 ein radikal reduziertes Performance-Modell an, welches sogar auf Selbstverständlichkeiten wie ein Dach oder eine große Windschutzscheibe verzichtete. Jetzt hat Lotus auf dem Festival of Speed in Goodwood die Neuauflage namens 3-Eleven vorgestellt, die zwar rund 30 Prozent mehr Gewicht als der 2-Eleven auf die Waage bringt, dafür aber auch 80 Prozent mehr Leistung an die Hinterachse wuppt.

Radikal in jeder Faser seines Körpers: Lotus 3-Eleven
Radikal in jeder Faser seines Körpers: Lotus 3-Eleven

Bereits optisch gibt sich der 3-Eleven wesentlich gereifter, durchgestylter, dramatischer und kompetenter als sein Vorgänger. War der 2-Eleven noch ein plumpes Elise-Derivat, gibt sich der 3-Eleven, der ebenfalls von der Elise abgeleitet wurde, wesentlich eigenständiger und pompöser. Zum eindrucksvolleren Auftritt verhelfen ihm unter anderem riesige Luftöffnungen in der Front, eine deutliche Taillierung in den Flanken oder das grandiose Diffusorheck mit mächtigem Flügel obendrauf. Das imposante Aerodynamik-Design wirkt so, als würde es die brachiale Kraft gut auf die Straße bringen. Laut Lotus soll der Abtrieb bei 240 km/h 215 Kilogramm betragen.

Das Heck des Lotus 3-Eleven kann mächtig Eindruck schinden
Das Heck des Lotus 3-Eleven kann mächtig Eindruck schinden

Kam beim 2-Eleven noch ein 1,8-Liter-Vierzylinder zum Einsatz, sorgt künftig ein 3,5-Liter-V6-Motor für deutlich mehr Kraft. Wie beim 2-Eleven stammt auch dieser aus dem Hause Toyota. Doch Lotus überarbeitet die Maschinen der Japaner nach allen Regeln der Leistungssteigerungskunst. Wurde der V6 erst kürzlich für den Einsatz im neuen Evora 400 auf 406 PS getrimmt, sind es im 3-Eleven gar 456 PS und 450 Newtonmeter Drehmoment. Diese geballte Kraft ermöglicht extreme Fahrleistungen: Der Sprint soll unter 3 Sekunden dauern, die Track-Version soll maximal 280 km/h schnell werden. Die Variante mit Straßenzulassung soll sogar 290 km/h erlauben.

Bestens gerüstet

Angesichts dieser Fahrleistungen wurde einiges beim 3-Eleven vor allem fahrwerksseitig angepasst. Neben Performance-Bremsen von AP Racing mit 332er-Scheiben, Vierkolbenzangen und Bosch-ABS kommt an der angetriebenen Hinterachse ein Torsen-Sperrdifferenzial zum Einsatz. Während vorne 18-Zoll-Räder mit 275er-Reifen montiert wurde, sorgen hinten 19-Zöller mit 295er-Gummis für Traktion.

Das Innenraum-Styling des 3-Eleven konzentriert sich auf das Wesentliche.
Das Innenraum-Styling des 3-Eleven konzentriert sich auf das Wesentliche.

Auch im Innenraum ist alles auf Performance fokussiert. Es gibt serienmäßig nur einen Schalensitz mit Vierpunktgurt, von dem aus man durch ein kleines, schnell abnehmbares Sportlenkrad auf einen kleinen Instrumentenhalter blickt, dessen TFT-Farbdisplay unter anderem Auskunft über die Geschwindigkeit gibt. Optional soll man auch einen Beifahrersitz für den grundsätzlich als Zweisitzer konzipierten 3-Eleven bestellen können. In der Performance-Version mit sequentiellem Sechsgang-Getriebe gibt es nicht einmal einen Schalthebel in der Mittelkonsole, sondern lediglich Wippen hinterm Lenkrad. Die ebenfalls geplante Straßenversion soll dann serienmäßig mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe ausgestattet sein.

Das Aero-Design soll einen Abtrieb von 215 Kilogramm bei 240 km/h erlauben.
Das Aero-Design soll einen Abtrieb von 215 Kilogramm bei 240 km/h erlauben.

War der 2-Eleven mit einem Preis von rund 50.000 Euro angesichts der bereits gehobenen Performance ein Schnäppchen, hebt sich der 3-Eleven auch preislich deutlich ab: Rund 120.000 Euro soll die Straßenversion kosten, sogar rund 160.000 Euro die Variante für den Rennstreckeneinsatz. Auch wenn es laut Lotus nur 311 Exemplare geben wird, ist wohl keine Eile geboten, denn das ab April 2016 verfügbare Modell wird angesichts seiner radikalen Auslegung wohl einige Zeit bis zum Abverkauf brauchen.

(Bildmaterial: Lotus)


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