NASCAR – Motorsport und Zirkus

Die NASCAR-Rennen sind unter den größten Zuschauerevents der Welt
Viele Millionen Zuschauer sehen immer wieder die NASCAR-Rennen an.
Die größten NASCAR-Stadien fassen fast 200.000 Zuschauer. Daniel Huerlimann-BEELDE / Shutterstock.com
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Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 09.02.2017

Viele Sportarten, die wir heute ganz selbstverständlich als Zeitvertreib und Unterhaltungsprogramm ansehen, haben ihre Ursprünge in den Notwendigkeiten ihrer Entstehungszeiten. Die NASCAR Serie entstand in der Zeit der Prohibition, als die amerikanische Regierung ein landesweites Alkoholverbot einführte. Das umstrittene Gesetz ist bis heute eine der meistgebrochenen Regeln der Geschichte, nicht zuletzt auch wegen den Vorfahren der heutigen NASCAR-Rennautos. Schwarzbrenner, die in ihren Kellern oder in geheimen Verstecken in den weniger dicht besiedelten Gebieten der USA illegalen und qualitativ fragwürdigen Alkohol auf Getreide brannten, mussten ihre Ware an die Kunden bringen, ohne dabei von der allgegenwärtigen Polizei aufgehalten zu werden.

NASCAR-Ursprünge in der Kriminalität

Sogenannte Bootleggers, also Alkoholschmuggler, transportierten illegale Waren meist in Serienautos der Zwanziger- und Dreißigerjahre. Um sich dem Zugriff durch die lokalen Behörden zu entziehen, wurden die Motoren dieser Autos stark modifiziert und natürlich mussten die Fahrer unbedingt wissen, wessen Fahrzeug auf den Landstraßen Amerikas die höchsten Geschwindigkeiten erreichen konnte. Das Ende der Prohibition brachte Amerika den legalen Rausch und die Bootleggers verschwanden von der Bildfläche. Was blieb waren die Autos und die Jagd nach immer höheren Geschwindigkeiten. Lange, gerade Strecken sind selbst in Amerika selten, darum begann man bald, die Rennen in großen Ovalen auszutragen. Die NASCAR-Disziplin war geboren.

Nach einem Unfall bleibt von den Autos nicht viel übrig. Action Sports Photography / <a href='http://www.shutterstock.com'>Shutterstock.com</a>
Nach einem Unfall bleibt von den Autos nicht viel übrig. Action Sports Photography / Shutterstock.com

Die Nascar-Show ist riesig

Bis heute ist die NASCAR-Serie eines der beliebtesten Zuschauerevents in den USA. Dabei gibt man sich, im Gegensatz zum recht elitären Kreis der Formel 1, sehr volksnah. Fans können, gegen einen entsprechenden Obolus, mit den Stars der Serie ihre Runden über die berühmten Asphaltringe ziehen. Kein NASCAR-Tag ist komplett, ohne das nicht mindestens ein Bomber eine Ehrenrunde über das Stadion gedreht hat, der Gewinner in uramerikanischer Manier seinen Sieg mit Schüssen in die Luft gefeiert hat und natürlich braucht es auch literweise alkoholische Kaltgetränke.

Die NASCAR-Motoren sind seit Jahrzehnten fast unverändert. Richard Thornton  / <a href='http://www.shutterstock.com'>Shutterstock.com</a>
Die NASCAR-Motoren sind seit Jahrzehnten fast unverändert. Richard Thornton / Shutterstock.com

NASCAR ist gelebte Tradition

Auf den ersten Blick wirken die Rennen simpel, immerhin werden von den Fahrern keine Rechtskurven erwartet. Der Weg zum Erfolg ist trotzdem komplizierter als es scheint: Die Strecke neigt sich in den Kurven nach innen. Hier müssen sich die Fahrer für eine der Bahnen entscheiden. Die Außenbahn ist schneller, die Innenbahn kürzer und dazwischen besteht die Gefahr eines Unfalls. Was für die Fahrer eine große Gefahr darstellt, ist für das Publikum die größte Unterhaltung. Ein NASCAR-Crash ist ein angsteinflößender Anblick. Die Fahrzeuge zerfallen bei den extrem hohen Geschwindigkeiten in wenigen Sekunden in ihre Einzelteile.

NASCAR – Faszination des Brachialen

NASCAR ist sicherlich keine besonders filigrane Disziplin. Die Autos haben seit den Siebzigerjahren keine großen technologischen Fortschritte mehr gemacht. Sie werden immer noch von denselben V8-Motoren angetrieben und die Strecken sind immer noch große Ovale. Trotzdem, einen gewissen Unterhaltungswert kann man den Rennen nicht absprechen. Lärm und Geschwindigkeit faszinieren viele Menschen, und NASCAR ist genau das: Schnell und laut.

(Bildmaterial: Shutterstock)


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