Der Lambo unter den Panzern

Ripsaw EV2 – Howe and Howe baut einen Power-Panzer für Privatleute
Rispsaw EV2 von Howe and Howe.
Scharfes Teil: Kettenfahrzeug Ripsaw EV2 von Howe and Howe.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 10.06.2015

Köln, 10.06.2015 – Ihnen ist dieser pomadige SUV-Trend auch zuwider? Wenn Sie diese konsequent inkonsequenten Ich-könnte-wenn-ich-wollte-mach’s-aber-doch-nie-Autos langweilen, dann kaufen Sie sich doch den Ripsaw EV2 von Howe and Howe Technologies – ein Luxuspanzer für Privatleute, die gerne im Never-Stop-Modus unterwegs sind. Härter und radikaler kann man nicht fahren.

Ursprünglich werden bei der US-Firma Howe and Howe Technologies unbemannte Panzerfahrzeuge für das Militär entwickelt und gebaut, doch hat man sich nun dafür entschieden, auch ein geschlossenes Kettenfahrzeug mit gediegen ausgestalteter Fahrerkabine für Privatmenschen anzubieten. Das Resultat ist ein durchaus kompakt, aber dennoch martialisch anmutendes Endzeit-Gefährt mit cooler Stealth-Optik.

Während an den Flanken links und rechts jeweils mit Ketten bespannte und mit vielen Feder-Dämpfer-Elementen ausgestattete Räderwerke die Optik dominieren, zeigt sich dazwischen ein schlanker, kantiger Körper mit einer kleinen Fahrgastkabine und einen Heck mit offener Ladefläche. Dieser bereits coolen Optik nicht genug, sorgen noch eine mächtige Seilwinde vorne, außen montierte Überrollbügel und die sich nach oben öffnenden Flügeltüren für einen Auftritt der besonderen Art. Als schmückendes Beiwerk hat Howe and Howe seinen EV2 auf Fotos zudem noch mit einer schwer bewaffneten und leicht bekleideten Dame stilvoll in Szene gesetzt.

K.I.T.T. lässt grüßen

Mit dem Ripsaw EV2 kommt man überall hin.
Mit dem Ripsaw EV2 kommt man überall hin.

Innen vermittelt die Kommandozentrale den Eindruck, man würde in einer Neuauflage von K.I.T.T. sitzen, dem technisch hochgerüsteten Wunderauto aus der Serie Knight Rider. Im EV2-Cockpit gibt es viele rot oder grün leuchtende Knöpfe und Schalter sowie eine Reihe von Digitalanzeigen und Displays. Lediglich das zentrale Kombiinstrument mit ein paar traditionellen Rundinstrumenten sorgt sogar für etwas klassische Pkw-Atmosphäre.

Obwohl der Modellname EV2 eigentlich einen Elektroantrieb vermuten lässt, handelt es sich um ein konventionell angetriebenes Fahrzeug mit einem überaus potenten Dieselmotor von Ford. Der 6,6-Liter-Duramax-Motor soll mit über 600 PS und 1.200 Newtonmetern Drehmoment für vergleichsweise strammen Vortrieb sorgen. Zumindest in der Welt der Panzer gilt die Ripsaw-Klasse als die schnellster ihrer Art. Howe and Howe haben sogar schon Varianten gebaut, die in 3,5 Sekunden auf 100 stürmen und über 150 km/h schnell werden können. Ganz so flott ist der EV2 zwar nicht unterwegs, doch soll er einen Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 in sehr kurzweiligen sieben Sekunden erlauben.

Teuer wie ein Bentley

Nein, das ist nicht K.I.T.T., sondern die Kommandozentrale im Ripsaw EV2.
Nein, das ist nicht K.I.T.T., sondern die Kommandozentrale im Ripsaw EV2.

Diesen martialischen Dampfhammer kann man als Privatmensch nunmehr bei Howe and Howe bestellen. In der Basisversion soll der EV2 in etwa so viel kosten wie ein Bentley (ab ca. 170.000 Euro), wobei es noch viele Möglichkeiten gibt, mit Spezialwünschen diesen Preis in die Höhe zu treiben. Angesichts der Exklusivität, die einem ein Ripsaw bieten kann, scheint dieser Preis ein Schnäppchen zu sein. Doch wer jetzt glaubt, sich auf der Münchener Maximilianstraße vom Bentley-Pöbel abheben zu können, muss enttäuscht werden: Eine Straßenzulassung wird man nicht bekommen. Insofern braucht es schon große Ländereien, um sich mit diesem Boytoy zu verlustieren. Sinn macht das allerdings erst, wenn dieses Gelände auch ein paar höchst unwegsame Areale bieten kann.

(Bildmaterial: Howe and Howe Technologies)


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