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10.07.2015

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Die große Abzocke bei Gebrauchtwagen

Jeder dritte Tachostand ist falsch. Bei den Maßnahmen gegen den Betrug herrscht Uneinigkeit.
Tachostände lassen sich leicht manipulieren.
Geräte zum Manipulieren von Tachoständen kann man für 150 Euro kaufen.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 10.07.2015

Köln, 10.07.2015 – So ganz genau weiß es zwar keiner, doch Schätzungen gehen davon aus, dass etwa jeder dritte Gebrauchte falsche Laufleistungen anzeigt. Wer also mehr als zwei Gebrauchtfahrzeuge gekauft hat, wird mindestens einen mit manipuliertem Tacho erwischt haben. In der Frage, wie man den Tachobetrug eindämmen kann, hat es jüngst wieder ein paar kontroverse Vorschläge gegeben. Der Verband der Autoindustrie fordert Maßnahmen vom Gesetzgeber, die Initiative gegen Tachomanipulation eine Datenbank und der ADAC eine smarte Lösung, die Tachos einfach manipulationssicher machen soll.

Am 9. Juli 2015 lud die Initiative gegen Tachomanipulation zu einer Pressekonferenz nach Berlin ein und stellte als neues Mitglied den Automobilclub AVC vor. Auf ein Neues machten sich dabei AVC und die Initiative dafür stark, über eine Datenbank manipulationssicher für Autos eine zentrale Dokumentation der Tachostände einzurichten. Technisch wäre das relativ einfach machbar und als Kontrollinstrument gewiss hilfreich.

Zeitnah hat sich der ADAC in einer Pressemitteilung zu diesem Thema gemeldet und sich gegen eine solche zentrale Datenbank ausgesprochen. Nach Meinung des ADAC bietet diese keine wirkliche Sicherheit, sofern die erste Eintragung nach der ersten HU erfolgt, womit Neuwagen in den drei Jahren zuvor ohne Eintragungen unterwegs wären. Tachobetrüger könnten also kurz vor der ersten HU den Kilometerstand des Gebrauchtwagens schönigen und hätten dann in der Datenbank diesen Tachostand amtlich dokumentiert. Nach Meinung des ADAC steht die Industrie in der Pflicht, endlich manipulationssichere Kilometerzähler zu verbauen, was nach Erkenntnissen des Automobilclubs technisch problemlos möglich sein soll.

VDA fordert härtere Strafen

Laut des Verbands der Deutschen Automobilindustrie VDA bietet die Autoindustrie hier bereits hohe technische Standards. Allerdings sieht sich die Industrie einem ständigen Rüstungswettbewerb mit den Herstellern von Tachomanipulationsgeräten ausgesetzt. Der VDA will deshalb eine politische Lösung und fordert, Herstellung und Besitz von Geräten, die zur Tachomanipulation dienen, unter Strafe zu stellen. Das ist derzeit nicht der Fall, und der Handel mit den rund 150 Euro teuren Geräten ist wohl ein einträgliches Geschäft.

Noch einträglicher ist allerdings der Tachobetrug selbst. Auf rund sechs Milliarden Euro wird der daraus resultierende jährliche volkswirtschaftliche Schaden beziffert. Dem Autokäufer bleibt weiterhin nicht viel mehr, als das Scheckheft genau zu prüfen und anhand des allgemeinen Fahrzeugzustands zu schätzen, ob der Tachostand realistisch ist. Vor allem bei Schnäppchen kann ein gewisses Mistrauen nicht schaden.

Hier finden Sie weitere Tipps zum Thema Tachobetrug auf PKW.de

(Bildmaterial: ADAC)


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