Starthilfe: Autosymbiose gegen die leere Batterie

So verbinden Sie die Batterien von zwei Autos
Starthilfe: So geht's
Was tun, wenn die Batterie nicht mehr will. admin_design / shutterstock.com
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Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 18.01.2019

Autobatterien sind ziemlich große Aggregate. Sie sind ebenso simpel wie robust und können ein Autoradio für Stunden am Stück mit Strom versorgen, auch wenn der Motor nicht läuft. Allerdings müssen sie auch den Startermotor versorgen, ohne den wirklich gar nichts mehr geht. Wenn die Batterie also leer ist, weil Sie das Licht angelassen haben oder ein Kind vergessen hat, den portablen DVD-Player vom Bordnetz zu trennen, sind Sie wahrscheinlich auf den guten Willen Ihrer Mitmenschen angewiesen. Starthilfe für gestrandete Autofahrer ist keine komplizierte Angelegenheit, wenn man die üblichen Farbcodes beachtet. Wie genau das funktioniert, weiß PKW.de.

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Wann funktioniert die Starthilfe und wann brauchen Sie eine neue Batterie?

Früher waren Probleme mit der Batterie noch echte Luxusprobleme, denn kaum ein Auto war mit einem elektrischen Anlasser ausgestattet. Man musste sie noch in echter Handarbeit ankurbeln. Ein kleiner Fehler oder ein Defekt im Mechanismus konnte einem unglücklichen Autobesitzer schnell mal die Hände oder auch einen Arm brechen.

Mit dem technologischen Fortschritt kamen auch die Probleme mit neuen Technologien. Leere Autobatterien sind eine der Hauptursachen für liegengebliebene Fahrzeuge. Zum Glück ist das aber ein Problem, das meistens schnell behoben ist. Wenn Sie schon länger Probleme mit der Stromversorgung haben, könnte die Zeit für einen Batteriewechsel gekommen sein. Das ist weder eine sonderlich teure Reparatur, noch nimmt sie viel Zeit in Anspruch. Wie genau das funktioniert, steht hier, wie Sie danach Ihre alte Autobatterie loswerden, ist hier beschrieben. Wenn Sie aber sicher sind, dass Ihre Batterie eigentlich funktioniert, hilft nur die Starthilfe.

Starthilfe: Jeder braucht einen Freund. Und Kabel.

Dazu brauchen Sie, wie der Name schon sagt, Hilfe. Die kann zum Beispiel in Form eines Freundes oder eines freundlichen Fremden daherkommen. Der parkt dann sein Auto so, dass sich die Motorhauben der beiden Fahrzeuge fast berühren. Öffnen Sie dann die Motorhaube. Jetzt wird es spannend.

Ein Starthilfeset besteht aus zwei Kabeln mit Maulklemmen. Nehmen Sie zunächst das schwarze und klemmen Sie es an den Pluspol der Batterie im Spenderauto an. Das andere Ende des Kabels verbinden Sie dann mit dem Pluspol der Batterie im Empfängerauto. Das rote Kabel wird dann mit dem Minuspol des Spenderautos verbunden. Achtung: Der Minuspol der Empfängerbatterie muss unbedingt frei bleiben, sonst funkt es. Stattdessen wird die andere Seite des roten Kabels mit dem Massepunkt des Spenderautos verbunden. Wo der ist, verrät wie so oft die Betriebsanleitung des Autos. Alternativ tut es meist auch ein freier, metallischer Punkt am Motorblock. Stellen Sie sicher, dass beide Kabel sicher und an den richtigen Punkten verbunden sind. Dann kann die Starthilfe beginnen. Übrigens: Die meisten Taxiunternehmen bieten einen Starthilfeservice an. Der gestrandete bezahlt dann die Anfahrt und eine Servicepauschale. Der Fahrer des Spenderautos lässt jetzt den Motor an und lässt ihn ein paar Minuten laufen. Die Lichtmaschine des Spenders produziert dann elektrischen Strom und schickt ihn an die Batterie des Empfängerautos. Wenn der Motor eine Weile gelaufen ist, können Sie versuchen, das havarierte Fahrzeug zu starten. Bestenfalls springt der Wagen jetzt an. Wenn nicht, können Sie es nach einer Minute erneut versuchen, danach sollten Sie allerdings nicht noch einen Versuch starten, sonst können sowohl die Batterie als auch der Startermotor Schaden nehmen. Wenn der Motor anspringt, lassen Sie beide Fahrzeuge nochmal 5 Minuten laufen und schalten die elektronischen Verbraucher wie das Gebläse oder das Licht ein. Das verhindert, dass zu große Spannungen an die Batterie geführt werden, und verhindert weitere Schäden. Der kritische Teil der Starthilfe ist jetzt geschafft.

Starthilfe gelungen? Machen Sie erstmal eine Spritztour

Beide Motoren laufen also. Trennen Sie das schwarze Kabel nun erst vom Spenderauto, dann vom Empfänger. Dasselbe machen Sie dann mit dem roten Kabel. Läuft das Pannenfahrzeug weiter, ohne zu stottern? Ein gutes Zeichen. Jetzt schalten Sie die Verbraucher wieder ab, lassen aber den Motor laufen. Sehen Sie Warnleuchten auf dem Armaturenbrett? Dann liegt das Problem vielleicht doch woanders. Ansonsten ist jetzt eine seltene Gelegenheit für eine Spritztour. Fahren Sie am besten auf die nächste Autobahn und geben Sie, immer im Rahmen der StVO, mal ordentlich Gas. Wenn alles funktioniert, war die Starthilfe erfolgreich.

Starthilfe nötig? Vielleicht liegt das Problem tiefer

Wenn irgendwann im Laufe der Starthilfe Probleme aufgetreten sind, wird wahrscheinlich eine neue Batterie oder sogar ein Besuch in der Werkstatt fällig. Auch Warnleuchten sollten Sie nicht ignorieren, denn die könnten auf ein anderes Problem mit der Bordelektronik hinweisen. PKW.de wünscht viel Erfolg und gute Fahrt.


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