Warum viele Fahrzeugbesitzer einen Totalschaden an ihrem Auto fürchten!

Wir erklären Ihnen, worauf es im Schadensfall ankommt
Nach einem Totalschaden am Auto bleibt oft die bange Frage: Wie viel zahlt die Versicherung?
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Einleitung von Sascha Nendza, Redakteur bei PKW.de 12.05.2015

Ein Totalschaden kann an einem Auto auf vielfache Weise entstehen, etwa durch einen Unfall, durch einen Brand aber auch infolge höherer Gewalt, etwa bei einem Unwetter. Doch die große Frage dabei lautet immer, wann und was zahlt die Versicherung? Denn leider bleiben im Schadensfall die Geschädigten oft auf einem Großteil der Kosten sitzen.

Dies gilt es bei einem Totalschaden am Auto zu wissen!

Vor allem Neuwagen-Käufer fürchten einen Totalschaden an ihrem Auto. Denn im Falle eines kapitalen Schadens ersetzt die Vollkaskoversicherung häufig nicht den Neupreis des Autos, sondern lediglich dessen Wiederbeschaffungswert kurz vor dem Schadensfall. Die Versicherung lässt dann durch einen Kfz-Sachverständigen den Restwert des Autos ermitteln. Dies entspricht dem gegenwärtigen Fahrzeugwert auf dem Gebrauchtwagenmarkt und damit nur einem Bruchteil des ursprünglichen Kaufpreises. Denn vor allem Neuwagen unterliegen einem hohen Wertverlust, der im ersten Jahr bereits rund ein Viertel des Anschaffungspreises ausmachen kann.

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Oftmals greift die Neupreisentschädigung oder Neuwerterstattung nur, wenn das Auto höchstens vier Wochen alt ist und nicht mehr als 1.000 Kilometer damit zurückgelegt wurde. Manche Versicherer bieten zwar an, den Neupreis des Fahrzeugs bis zu zwei Jahre nach dem Kauf zu erstatten – die Beitragsprämien sind allerdings dementsprechend sehr viel höher und es wird nur bezahlt, wenn man den Unfall selbst verschuldet hat. Nach der Inanspruchnahme der Vollkaskoversicherung steigt zudem zumeist der Versicherungsbeitragssatz.

Ist man nicht Verursacher des Totalschadens, haftet die gegnerische Autoversicherung, allerdings erstattet diese lediglich den aktuellen Wiederbeschaffungswert. Der zerstörte Wagen lässt sich dann nur mit zusätzlichen finanziellen Mitteln neuwertig ersetzen.

Besonders schmerzlich ist es, wenn die Bezahlung des Autos über einen Kreditgeber läuft. Wenn die verbleibende Kreditsumme den Fahrzeugwert übersteigt und der Autobesitzer von der Versicherung weniger Geld erhält, als er der Leasinggesellschaft oder der Bank noch schuldet, droht auch noch eine Restschuld.

Verschrotten oder reparieren?

Im Schadensfall muss man zudem zwischen einem technischen und einem wirtschaftlichen Totalschaden unterscheiden. Wird das Auto etwa aufgrund eines Unwetters von einem herabstürzenden Baum begraben, liegt zumeist ein irreparabler, technischer Totalschaden vor. Das Fahrzeug kann dann nur noch der Verwertung zugeführt werden.

Lässt sich das Fahrzeug zwar instand setzen, aber übersteigen die zu erwartenden Reparaturkosten den Restwert des Wagens, spricht man von einem wirtschaftlichen Totalschaden. In so einem Fall kann der Fahrzeughalter entscheiden, ob er das Auto zum Restwert verkaufen möchte, oder ob er das Kfz behält und wieder instand setzen lässt. Dies ist vor allem bei besonderen Liebhaberstücken und Oldtimern denkbar. Hierfür gibt es eine Ausnahmeregelung von den Versicherern, die im Einzelfall Anwendung findet. So kann sich die Versicherung dazu bereit erklären – vorausgesetzt die Instandsetzung erscheint vernünftig – die Reparaturkosten bis zu einer Grenze von 130 Prozent des geschätzten Wiederbeschaffungswertes zu übernehmen. Die Erstattung der erhöhten Reparaturkosten ist aber nicht verpflichtend.

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