Autofolien – Gebrauchtwagen im neuen Gewand

Car Wrapping wird immer beliebter. Das steckt hinter der Technologie.
Autofolien - Besser als Lack?
Autofolien lassen sich klassisch oder ausgefallen gestalten. Trodler / Shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 19.12.2016

Besonders junge Autofahrer wünschen sich für ihr erstes eigenes Auto häufig etwas Ausgefallenes. Mit dem alten hellblauen Polo von Oma will wohl niemand auf dem Parkplatz vor der Berufsschule gesehen werden. Auch den langweiligsten Autos kann eine Lackierung neuen Glanz verleihen, aber die ist aufwendig und kann je nach Model bis zu 8000 Euro kosten. Günstiger geht das mit einer Autofolierung. Ebenso wie eine Lackierung sollte die Autofolie aber unbedingt von Fachpersonal angebracht werden.

Car Wrapping – ein neuer Look für den Gebrauchten

Die Autofolierung gilt seit einigen Jahren als die überlegene Alternative zu einer neuen Lackierung. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Die Folie schützt nicht nur vor kleineren Steinschlägen, sie lässt sich auch restlos wieder entfernen. Darunter liegt der originale Lack, der auch nach mehreren Jahren noch glänzt, als wäre der Wagen gerade erst aus der Fabrik gerollt. Die Technik ist in ihren Prinzipien denkbar einfach: Eine selbstklebende Folie wird auf die sichtbaren Karosserieteile aufgebracht und sorgfältig glattgerieben, damit keine Lufteinschlüsse entstehen. Fertig ist das Auto im frischen Foliengewand. Was zunächst einfach klingt, ist in der Realität komplexer als gedacht.

Komplizierte Prozedur

Allein der Zuschnitt der Autofolie erfordert entweder perfektes Augenmaß oder Präzisionsmaschinen. In den Werkstätten sind diese Maschinen ebenso vorhanden wie Schnittmuster für gängige Automodelle. Denn die Autofolie muss für jedes Auto individuell vorbereitet werden. Sonst kann es passieren, dass nicht alle sichtbaren Stellen abgedeckt werden. Auch neigen die Autofolien bei unsachgemäßer Benutzung zur Blasenbildung. In der Werkstatt wird das Auto zunächst gründlich gereinigt und von Wachs oder Öl befreit, damit die Folie gut haften kann. Die zugeschnittene Autofolie wird dann sorgfältig aufgetragen und glattgerieben. An problematischen Stellen wie Nieten oder feinen Details muss die Autofolie durch Hitze elastisch gemacht werden. Dann legt sich der Film auch um die kleinsten Teile. Besonders aufwendig wird es bei Türgriffen, Einstiegen und Rückspiegeln. Die Folierung dieser Teile erfordert besonderes Fingerspitzengefühl und dauert darum einige Zeit.

Autofolie erleichtert die Pflege

Autofolie kann auf bestimmte Autopflegeprodukte empfindlich reagieren. Viele Folien können einfach mit Glasreiniger oder Spülmittel gereinigt werden, besonders auf Behandlungen mit Wachs oder Ölen sollte aber verzichtet werden. Verschiedene Materialien halten unterschiedlich lange. Folien, die beim Hersteller bedruckt werden, können in der Sonne schnell ausbleichen und sollten regelmäßig erneuert werden. Durchgefärbte Materialien sind langlebiger: Die Autofolien von 3M beispielsweise sollen 7 Jahre halten. Das ist dem Hersteller sogar eine Garantie wert.

Car Wrapping – von klassisch bis kreativ

Die Autofolie ist kein Nischenprodukt mehr: Werber haben die Technologie schon längst für sich entdeckt und auch die Streifenwagen der Polizei tragen über dem silbernen Standardlack eine blaue Folie. Bei der Gestaltung sind der Fantasie des Kunden kaum Grenzen gesetzt: Weil die Autofolie relativ einfach bedruckt werden kann, entstehen keine Kosten für eine Airbrushbehandlung, Motive können einfach aus dem Internet heruntergeladen werden. Und wenn die Zeit für einen Neuwagen gekommen ist, lässt sich die Folie ohne viel Aufwand wieder entfernen. Preislich bewegt sich die Autofolierung zwischen 500 und 4000 Euro, je nach Arbeitsaufwand und Modell. Mehrkosten werden unter anderem für besonders große Fahrzeuge oder Detailarbeiten wie Türgriffe oder Türinnenseiten fällig.

(Bildmaterial: ©Shutterstock.com)


Weitere Artikel zu diesem Thema