Reifendruck bei Winterreifen: Kälte macht den Reifen platt

So ändert sich der Reifendruck bei Kälte
Was passiert im Winter mit den Reifen?
Winterreifen sollen Katastrophen bei Schnee und Eis vermeiden. Das geht aber nur, wenn der Luftdruck auch stimmt. Artic_photo / shutterstock.com
jonas
Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 29.08.2018

Autofahren bei Schnee und Eis stellt für viele Autofahrer einen echten Albtraum dar. Der Winterdienst ist schnell überlastet und die Schneedecken auf Nebenstraßen waren schon für so manchen Parkrempler verantwortlich. Winterreifen sollen diese Probleme zumindest zum Teil lösen, aber auch die speziellen Pneus mit besonders groben Stollen können nicht in allen Situationen Fahrfehler auffangen und natürlich funktionieren Winterreifen nur mit dem richtigen Reifendruck. Wer im Physikunterricht nicht aufgepasst hat, kann hier aber Probleme bekommen, denn der Luftdruck ändert sich, wenn es kälter wird. Warum das so ist und was Sie tun können, damit der Reifendruck auch mit Winterreifen im grünen Bereich bleibt, weiß PKW.de.

Reifendruck im Winterreifen und ein Grundkurs in Physik

Zeit für eine (kurze, versprochen) Physikstunde: Die meisten Stoffe haben nicht immer dieselbe Dichte. Selbst große Brücken haben sogenannte Dehnungsfugen an beiden Enden. Diese sind wichtig, weil sich Stahl und Beton bei Hitze ausdehnen und bei Kälte zusammenziehen. Gäbe es die kleinen Lücken nicht, würde die Brücke einfach brechen, wenn sich ihre Länge zu sehr verändert. Mit Luft verhält es sich ähnlich: Kalte Luft ist dichter als warme und füllt darum weniger Volumen. Wenn man also bei 20 Grad Celsius sei ne Reifen mit Luft füllt und es dann auf -10 Grad Celsius abkühlt, wird die Luft im Reifen kleiner und der Reifendruck sinkt auf einen kritischen Wert, bei dem die Stabilität des Winterreifens gefährdet ist.

Was tun, wenn der Reifendruck im Winter abfällt?

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Wie geht man als Autofahrer also mit Temperaturstürzen um? Manchmal könnte es sogar ratsam sein, den Luftdruck im Winterreifen etwas niedriger zu halten. Das ist dann der Fall, wenn wirklich tiefe Schneewehen die Straßen blockieren oder Sie aus irgendeinem Grund im Winter einen Offroad-Ausflug machen wollen. Je weniger Luft sich im Reifen befindet, desto größer ist die Auflagefläche des Gummis, was wiederum die Traktion erhöhen kann. Allerdings sollte man mit geringem Druck im Winterreifen nicht schneller als 50 km/h fahren und diese Technik auch nicht für längere Zeit anwenden.

Reifendruck bei Winterreifen regelmäßig überprüfen

Wer aber ganz normal mit seinem Auto auf die Autobahn möchte, sollte sowieso vor einer langen Fahrt den Reifendruck kontrollieren. Wenn man seine Winterreifen bei 20 Grad mit einem Luftdruck von 2 bar befüllt und die Temperatur auf 0 Grad fällt, sind es nur noch 1,8 bar. Je kälter es wird, desto weiter fällt der Druck. Im Durchschnitt fahren Sie aber gut, wenn Sie den Reifendruck auf Ihren Winterreifen während der kalten Jahreszeit um 0,2 bar erhöhen. Normalerweise bleibt der Druck so in der Toleranzgrenze des Herstellers. Trotzdem lohnt es sich, den Luftdruck etwas häufiger zu kontrollieren als sonst, denn besonders bei Schnee und Eis sollten Sie darauf achten, dass Ihre Reifen so gut wie möglich an der Straße haften. PKW.de wünscht eine gute und vor allem sichere Fahrt.


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