Reife kann sich lohnen.
Bei so einem Riss kommt jede Hilfe zu spät. Nor Gal / Shutterstock

Reifenreparatur: Kann man sich das Geld für neue Reifen sparen?

Kaputte Autoreifen kann man reparieren. Aber das ist nicht ganz einfach

Neue Autoreifen sind teuer. Je nach Qualität werden für nur einen neuen Pneu über 100 Euro fällig, und je nach Zustand müssen sogar alle vier Reifen ausgetauscht werden. Da macht es ja eigentlich Sinn, einen platten Reifen selbst zu reparieren. Was beim Fahrrad in 15 Minuten erledigt ist, braucht am Auto allerdings nicht nur spezielle Ausrüstung, sondern auch einiges an technischem Know-how. Eine Reifenreparatur in Eigenregie fällt also flach. Aber auch Fachbetriebe können nicht jeden Reifenschaden reparieren. Alles zu Löchern im Gummi und was Sie tun können, wenn es ein Nagel ins Profil geschafft hat, bei PKW.de.

jonas
von Jonas Futschik, Redakteur*in bei PKW.de 04.04.2018

Das sind die Voraussetzungen für eine Reifenreparatur

Damit ein durchlöcherter Reifen sicher repariert werden kann, bedarf es einiger Voraussetzungen. Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass ein Loch mit mehr als 6 Millimetern Länge aus Sicherheitsgründen nicht geflickt werden darf. In diesem Fall ist das Gummi nur noch Müll und darf höchstens noch als Reifenschaukel oder Blumenkübel eingesetzt werden. Außerdem muss genügend Profil auf der Lauffläche vorhanden sein. Zu guter Letzt, und das ist wichtig: Wer versucht, mit einem Spray, Schaum oder sonstigen Pannenhilfesets den Reifen zu reparieren, um es bis in die nächste Werkstatt zu schaffen, der macht eine professionelle Behandlung unmöglich: Das chemische Vulkanisierungsspray macht das Gummi weich und brüchig, in der Werkstatt kann man mit dem Material dann nicht mehr arbeiten.

So werden die Gummis wieder heile

Um einschätzen zu können, ob eine Reifenreparatur möglich ist, muss der Pneu zunächst von der Felge gezogen werden. Wenn auch auf der Innenseite der Lauffläche kein zu großer Schaden erkennbar ist, werden die Ränder des Loches zunächst ausgebohrt, um Schmutz zu entfernen und die Oberfläche für den nächsten Schritt vorzubereiten. Im nächsten Schritt wird ein Füllmaterial in das Loch gespritzt. Normalerweise verwendet man hierzu Rohgummi, das dann unter Zugabe verschiedener Chemikalien und Wärme mit dem Reifengummi vulkanisiert wird. Das Füllmaterial ist dann fest mit dem Reifenmaterial verbunden. Der Pneu wird dann wieder auf die Felge gezogen. Wenn er keine Luft verliert, kann das komplette Rad wieder am Auto montiert werden. Fertig ist die Reifenreparatur.

Ein reparierter Reifen ist ein schwächerer Reifen

So ganz perfekt ist das Ergebnis dann aber doch nicht: Die meisten Reifen sind mit Stahl, Kevlar oder anderen Materialien verstärkt, die nicht so einfach geflickt werden können. Reparierte Reifen können auf Dauer an Stärke verlieren. Darum sollte eine Reifenreparatur nur dann erfolgen, wenn es nicht anders geht, weil der benötigte Pneu zum Beispiel nur im Ausland verfügbar ist und nicht bestellt werden kann. Ein reparierter Reifen sollte natürlich regelmäßig überprüft werden. Wenn er Luft verliert, sollte das Auto nicht mehr ohne Ersatzrad bewegt werden.


Alle Artikel in: Wartung und Pflege

Bei denen mit * gekennzeichneten Links handelt es sich um Werbe- bzw. sog. Affiliate-Verlinkungen. Klicken Sie auf einen solchen Link und kaufen über diesen Link ein, erhalten wir von dem betreffenden Unternehmen hierdurch eine Provision. Für Sie verändert sich der Preis nicht.