Anleitung zum Reifenwechsel: So kommen die Pneus ans Auto

Keine Angst vorm Reifenwechsel
Die Wurzeln des VW-Konzerns
Warum ist der Name Volkswagen ein Synonym für die deutsche Autoindustrie? PKW.de hat sich durch die Archive gegraben. Volkswagen Media
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Einleitung von Jonas Futschik, Redakteur bei PKW.de 03.08.2018

Haben Sie sich von den falschen Leuten Geld geliehen? Bevor der erste Pferdekopf in Ihrem Bett landet, werden die Gentlemen vom Privatkreditinstitut Cosa Nostra sich an Ihren Autoreifen zu schaffen machen. Das soll Sie nicht nur in Panik versetzen, sondern Sie auch von einem allzu hastigen Aufbruch in friedlichere Gefilde abhalten. Der Umgang mit Mafiosi gehört zwar nicht zu den Spezialitäten von PKW.de, zur Instandsetzung von Fluchtfahrzeugen haben wir aber durchaus etwas beizutragen. Ein Reifenwechsel ist eine simple Reparatur und dauert nur wenige Minuten. Wir zeigen Ihnen, wie es geht.

Reifenwechsel leicht gemacht

Die Zutaten für einen erfolgreichen Reifenwechsel bekommen Sie in jedem gut sortierten Kfz-Fachhandel und sogar in manchen Kaufhäusern. Sie benötigen einen Wagenheber, der für das Gewicht Ihres Autos zugelassen ist, ein Reifenkreuz, das auf die entsprechenden Radmuttern passt, und natürlich neue Reifen auf einer Felge, die auf Ihr Fahrzeug passt. Hilfreich sind außerdem Arbeitshandschuhe und ein Stück Kreide oder ein Wachsstift. Dann kann es losgehen. Bevor Sie den Wagenheber ansetzen, müssen die Radmuttern gelockert werden. Setzen Sie den Schraubenschlüssel an und drehen Sie die erste Radmutter kräftig nach rechts. Unter Umständen kann hierfür eine Menge Kraft nötig werden. 1-2 Umdrehungen reichen beim ersten Lockern meistens. Damit sich das Rad beim Reifenwechsel nicht auf den Bolzen verkeilt, sollten Sie nicht im Kreis arbeiten, sondern als nächstes die gegenüberliegende Mutter lösen.

Runter mit dem Rad

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Jetzt wird es spannend: Wenn alle Radmuttern nur noch lose auf ihren Bolzen sitzen sind, können Sie den Wagenheber ansetzen. Vorsicht: Wenn Sie das Gerät einfach irgendwo unter Ihr Auto stellen, wird der Reifenwechsel extrem teuer, denn im schlimmsten Fall verbiegen Sie eine Achse oder zerstören die Bremsen. Solche Reparaturen sind extrem teuer und langwierig. Den Punkt zum Ansetzen des Wagenhebers finden Sie in der Betriebsanleitung. Stellen Sie sicher, dass die Handbremse angezogen und ein Gang eingelegt ist. Der Wagenheber darf nicht auf weichem Untergrund wie Rasen oder Sand stehen, sonst sinkt er einfach ein und das Auto bleibt mit allen vier Reifen auf dem Boden. Dann kann es losgehen. Drehen oder pumpen Sie so lange, bis das betreffende Rad 1-2 Zentimeter Luft unter dem Reifen hat. Jetzt ist der schwierigste Teil des Reifenwechsels geschafft.

Der halbe Reifenwechsel ist geschafft

Sobald das Rad in der Luft hängt, können Sie die Radmuttern komplett abdrehen. Dafür müssen Sie nicht unbedingt das Radkreuz benutzen: Wenn die Muttern sich frei drehen lassen, tun es auch die Hände. Nehmen Sie dann vorsichtig das alte Rad von der Achse. Dabei sollte das Rad selbst möglichst wenig Berührung mit den Bolzen haben, damit das Gewinde nicht beschädigt wird. Das Rad ist runter? Wunderbar, das gibt Ihnen die Gelegenheit, die Bremsscheiben zu überprüfen. Wenn diese tiefe Rillen haben oder der obere Belag schon ganz abgebremst ist, brauchen Sie neue Bremsbeläge und -scheiben. Leichter Rost ist hingegen kein Problem: Dieser Flugrost verschwindet beim nächsten Bremsvorgang. Jetzt markieren Sie noch das Rad mit einem Stück Kreide, damit Sie nicht vergessen, wo es herkommt: VL für vorne links, HR für hinten rechts usw. Der halbe Reifenwechsel ist jetzt geschafft.

Reifenwechsel sind schnell gemacht

Jetzt muss das neue Rad auf die Achse. Setzen Sie die Felge auf die Bolzen und schieben Sie sie nach hinten. Dann setzen Sie die Radmuttern wieder auf die Bolzen und ziehen sie lose an. Auch hier gilt: Diagonal arbeiten. Senken Sie das Auto nun soweit ab, dass das Rad wieder Bodenhaftung hat und sich nicht mehr frei drehen kann. Dann kommt das Radkreuz wieder zum Einsatz: Ziehen Sie die Radmuttern damit gründlich fest, bis das Rad nicht mehr wackelt. Eine kurze Probefahrt mit niedriger Geschwindigkeit und mindestens einem Bremstest zeigt, ob der Reifenwechsel erfolgreich war. Ziehen Sie nötigenfalls die Radmuttern noch einmal nach. Nach 100 Kilometern sollte das Rad noch einmal überprüft werden. Wenn dann alles gut ist, klappt es auch mit der Flucht vor den Mafiosi.


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