Landkarte Amerika
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Die Panamericana: Der längste Roadtrip deines Lebens

Was macht den panamerikanischen Highway überhaupt so besonders?
Veröffentlicht am 21.11.2022
6 Minuten Lesedauer

Straßen sind mehr als nur asphaltierte Landstriche. Dich verbinden Städte genauso wie die Menschen, die in ihnen leben. Und manche haben ihre ganz eigenen Geschichten. Zuvor hat die PKW.de Redaktion euch Leser bereits auf einige virtuelle Roadtrips über die interessantesten und schönsten Straßen der Welt geschickt: vom Highway One in Down Under über die berühmt-berüchtigte Route 66 in den Vereinigten Staaten bis zum Todestrip über die Yunga-Straße in Bolivien. Zuletzt ging es zur „Schönsten Autostrecke der Welt“ in Norwegen. Wenn du deinen Roadtrip jedoch aufs nächste Level bringen willst, haben wir genau das Richtige für dich: den panamerikanischen Highway.

Ein Roadtrip der extremen Dimensionen

Stolze 12-24 Monate solltest du einplanen, wenn du den panamerikanischen Highway, auch Panamericana genannt, komplett von Alaska über Mexiko bis ins Feuerland abfahren willst. Mit dem Fahrrad auch gerne mal 3-5 Jahre. Eher Abenteuer deines Lebens als Kurzurlaub. Auf insgesamt ca. 48.000 km und bis zu 4.700 Höhenmetern hat „die längste Traumstraße der Welt“ allerdings auch einiges zu bieten: Ein Trip über den Äquator, durch mehrere Klimazonen und bis zu 19 Länder in Nord-, Süd- und Mittelamerika.

Die Panamericana wird auch als längste Schnellstraße der Welt bezeichnet, wobei das wohl eher Wunschdenken ist. Es handelt sich nämlich um ein Netz aus verschiedenen Schnellstraßen, die eine zusammenhängende Strecke vom Norden Alaskas bis zum Feuerland im Süden Argentiniens bilden sollen. Als inoffizieller Anfang im Norden wird der Alaska Highway, der in Dawsons Creek in Kanada endet, anerkannt. Die tatsächliche Panamericana beginnt aber erst in Mexiko, also kannst du auf der Strecke bis nach Mittelamerika selber aussuchen, welche Route du wählen willstf. Teile der US-amerikanischen Interstates 25 und 35 sind zwar nach dem Schnellstraßen-Netz benannt, aber auch kein offizieller Teil. In Mittel- und Südamerika handelt es sich dann um ein tatsächliches System zusammengeschlossener Straßen, die als Panamericana ausgeschildert sind.

In Kolumbien musst du dich kurz von deinem Auto verabschieden

Auch südlich der Vereinigten Staaten kannst du nicht ganz durchfahren. Es soll zwar vom Norden Mexikos bis nach Ushuaia, der südlichsten Stadt Argentiniens, eine ausgeschilderte Route geben, aber an der Grenze zwischen Panama und Kolumbien ist diese für ca. 90 km unterbrochen. In der sogenannten Darien-Gap befindet sich nämlich ein Nationalpark, der als UNESCO Kulturerbe ausgezeichnet wurde. Dieser Regenwald beheimatet viele seltene Tiere und Pflanzen und sogar einige Urvölker. Leider finden dort aber auch sowohl Seuchen, wie Malaria und Cholera, als auch Wegelagerer und die Drogenmafia Platz. Obwohl von Experten stark von einer eigenständigen Überquerung des Gebiets abgeraten wird, schaffen es immer wieder ein paar Abenteuersüchtige zu Fuß von Kolumbien nach Panama. Viele scheitern aber leider auch am Versuch.

Da nicht geplant ist, die Darien-Gap für Touristen zugänglich und zum Teil des Pan-amerikanischen Highways zu machen, musst du als normale Panamericana-Reisende also entweder ins Flugzeug oder aufs Schiff, um von Mittelamerika nach Südamerika zu gelangen bzw. andersherum.

Was alles genau zum panamerikanischen Highway dazugehört, weiß keiner so richtig

Wenn man der Panamericana ohne Abstecher von Alaska im Norden zum Feuerland im Süden folgt, soll diese knappe 26.000 km lang sein. Da die Straßen jedoch mehrere Abzweigungen haben und auch nicht ganz klar ist, was jetzt alles dazu gehört, ist jeder Roadtrip individuell unterschiedlich. Viele Touristen fahren auch nur kürzere Teile der Strecke, da nicht alle die Zeit für eine komplette Kontinents-Durchquerung haben. Die genaue Länge des Roadtrips hängt natürlich auch davon ab, wie viele Ausflüge du machst, wie weit du von ausgeschilderten Straßen abweichst und welche Route du letztendlich wählst.

Bei der Frage, welche Orte und Länder alle an der panamerikanischen Schnellstraße beteiligt sind, scheiden sich die Geister. Zu Beginn der Planung wurde 1925 der Vertrag in Argentinien zwar von 17 Staaten unterschrieben, je nach Streckenwahl fährst du allerdings durch 14-19. Denn da die vermeintliche Riesen-Straße viele Touristen anzieht, wollen natürlich alle ein Stück vom Kuchen haben: Jeder noch so kleine Ort, der bei bestem Willen nicht in Nähe der Panamericana liegt, hat ein Schild, das das Gegenteil besagt.

Der Panamericana hat für alle was

Wenn du mal ignorierst, dass die „längste Traumstraße der Welt“ weder als eine einzige Straße den ganzen amerikanischen Kontinent durchquert noch tatsächlich durchgehend befahrbar ist, bietet die Reise entlang der (vielleicht doch gar nicht so besonderen) Panamericana trotzdem so einige einzigartige Erlebnisse. du kannst Weltkultur- und Naturerbe hautnah erleben und die Vielfalt des Kontinents entdecken. Bei Maya- und Inka-Ruinen in Mexiko und Peru, Vulkanen in Chile, Regenwäldern, Hochlandmärkten, Wüsten, wunderschönen Stränden und Kolonialstädten bleibt kaum was zu wünschen übrig. Aber auch in Nordamerika rauben viele wunderschöne Nationalparks und berühmte Metropolen den Atem.

du kannst dir also aus der Vielfalt Amerikas genau die Attraktionen und Reiseziele aussuchen, die dich interessieren. Egal ob du von einer Hauptstadt zur nächsten fährst – vielleicht mit einem Abstecher zum Strand zwischendurch – oder lieber durch einsame Wüsten wandern und kleine Dörfer in den Anden erkunden willst: Die Reise entlang der panamerikanischen Straße hat für alle was zu bieten. Je nach Gestaltung deines Roadtrips ändern sich natürlich auch die Kosten für das Abenteuer. Eine Reise durch die Luxushotels und besten Restaurants der Stadt kann natürlich nicht mit billigen Motels oder Campen im Freien verglichen werden.

Dorf in den Bergen
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Für einen Roadtrip muss erstmal ein Auto her

Wenn du die Strecke mit einem Auto oder Wohnmobil bewältigen willst, musst du dir auch überlegen, ob du das vor Ort kaufst, deinen treuen Begleiter aus Deutschland überführen lässt oder in verschiedenen Städten jeweils für die einzelnen Abschnitte einen Wagen mietest, der dann auch perfekt auf die besonderen Streckengegebenheiten angepasst ist. Wenn du jedoch nur auf ein Auto setzt, muss das auch einiges aushalten. Es sind schließlich nicht alle Teile der Strecke asphaltiert. Wir empfehlen dir den scheinbar unzerstörbaren Toyota Landcruiser, für den du auch weltweit Ersatzteile auffindbar machen kannst.

Der längste Roadtrip der Welt – auf eigene Gefahr

Selbst mit dem besten und sichersten Auto ist die Reise auf der Panamericana nicht ganz ungefährlich. Durch manchmal schlecht abgesicherte Streckenabschnitte, Erdrutsche oder den rasanten Verkehr kommt es häufiger zu Unfällen. Hast du ein angemessenes Auto und fährst vorsichtig, solltest du jedoch keine größeren Probleme haben.

Überfälle und in Extremfällen auch Mordanschläge kommen zwar vor, wenn du aber Nachtfahrten und als gefährlich geltende Regionen meidest, hast du eigentlich nichts zu befürchten. Du solltest auf jeden Fall über die vor dir liegende Strecke informiert sein und solltest du dich dann doch entscheiden, beispielsweise das Grenzgebiet zwischen Kolumbien und Panama auf eigene Faust zu durchqueren, kannst du immerhin nicht sagen, wir hätten dich nicht gewarnt.