11.09.2020

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Kaufvertrag – Wenn ein Auto den Besitzer wechselt

Worauf Sie beim privaten Gebrauchtwagenhandel achten müssen
Vorlagen für die benötigsten Dokumente können Sie im Internet finden.
Was muss in so einem Kaufvertrag eigentlich alles drinstehen? Stokkete/Shutterstock.com
berit
Einleitung von Berit Hoffmann, Redakteur bei PKW.de 11.09.2020

Beim Kauf eines Fahrzeuges sollten Sie unbedingt einen Kaufvertrag aufsetzen, damit sowohl Käufer als auch Verkäufer rechtlichen Schutz in Anspruch nehmen können. Im Folgenden haben wir für Sie zusammengefasst, welche Informationen in einem Kaufvertrag für einen privaten Gebrauchtwagen enthalten sein müssen und worauf Sie beim Kauf oder Verkauf achten sollten.

  1. Welche Informationen sollten im Kaufvertrag stehen?
  2. Worauf müssen Sie als Verkäufer achten?
  3. Welche Absicherungen hat der Käufer gegenüber vor dem Kauf entstandenen Schäden?
  4. Was verbirgt sich hinter diesen Formulierungen?
  5. Was kann man als Verkäufer tun, um einem Betrug zu entgehen?
  6. Wie kann man sich als Käufer vor Betrügern schützen?

Welche Informationen sollten im Kaufvertrag stehen?

Wenn Sie Ihren zukünftigen Wagen, bzw. einen Abnehmer für Ihr Auto gefunden haben, geht es nun um den Papierkram. Nach Abschluss des Vertrags müssen Sie den Verkauf der Zulassungsstelle und Ihrer Versicherung melden. Vorlagen für alle Unterlagen können Sie auf der Internetseite vom ADAC und vom TÜV herunterladen und ausdrucken.

In jedem Kaufvertrag sollten Details über das Fahrzeug, den Verkäufer und den Käufer enthalten sein. Die Namen und aktuellen Anschriften der beiden Vertragspartner sollten direkt dem Ausweis entnommen werden, wobei im Idealfall auch gleich die Ausweisnummer auf dem Vertrag notiert werden kann. Darauf folgend sollten Sie das zu verkaufende Auto so genau wie möglich beschreiben. Wichtig sind dabei der Hersteller, der Fahrzeugtyp und sowohl die Fahrgestell- als auch die Fahrzeugbriefnummer. Zusätzlich sollten Sie die Kilometerlaufleistung, das Erstzulassungsdatum und das Datum, zu dem die nächste Hauptuntersuchung fällig ist, aufschreiben. Wenn es sich um einen Gebrauchtwagen handelt, empfehlen wir, alle vorhandenen Schäden und ausgetauschten Teile, beispielsweise den Motor oder das Getriebe, aufzuschreiben.

Diese Risiken gibt es beim Autokauf von einer Privatperson!

Worauf müssen Sie als Verkäufer achten?

Damit der Vertrag gültig ist, dürfen Sie als Verkäufer keine falschen Angaben bezüglich des Autos treffen oder etwas verschweigen! Da diese Regelung auch auf Angaben zutrifft, die Sie zwar nach Ihrem besten Wissen getroffen haben, die letztendlich aber nicht stimmen, empfehlen viele Experten, den Wagen vorher professionell durchchecken zu lassen. Als Verkäufer sollten Sie zusätzlich eine Formulierung einbauen, die Sie von der Haftung für sämtliche Mängel befreit. Diese gilt aber trotzdem nur, wenn wirklich alles wahrheitsgemäß angegeben wird und weder etwas verschwiegen wird, noch ein vorsätzlicher Betrug stattfindet. Konkret formulierte Garantien sind ebenfalls nicht in dieser Haftungsausschluss-Klausel enthalten.

Zum Schluss sollten Sie neben dem vereinbarten Preis auch die Zahlungsart vermerken und dann den Vertrag unterschreiben. Am besten fertigen Sie zwei Originaldokumente an, jeweils eines für beide Vertragspartner.

Sie verkaufen Ihr Auto an eine Privatperson? Dann sollten Sie auf diese Dinge achten!

Welche Absicherungen hat der Käufer gegenüber vor dem Kauf entstandenen Schäden?

Wie bereits angeschnitten, muss der Verkäufer in gewissen Fällen für Schäden haften und der Käufer kann Gewährleistungen beanspruchen.

Wenn nach dem Abschluss des Kaufvertrags nun Sachmängel auftreten, über die der Verkäufer gelogen hat oder die er nicht genannt hat, kann der Käufer den Vertrag anfechten. Wer das Auto verkauft hat, muss dann dafür geradestehen. Die vier möglichen Gewährleistungen sind Nacherfüllung, Rücktritt, Minderung oder Schadensersatz.

Hinter dem Begriff Nacherfüllung verbirgt sich nichts anderes als Reparatur oder Ersatz. Der Käufer bekommt also am Ende wieder ein Auto im von ihm erwarteten Zustand. Wenn die Nacherfüllfrist ohne Ergebnisse abgelaufen ist, können Sie als Käufer auch aus dem Vertrag zurücktreten. Ein Rücktritt ist jedoch nur möglich, wenn der Anspruch auf Ersatz oder Reparatur nicht erfüllt wurde und der Sachmangel erheblich ist. Ein erheblicher Sachschaden ist nach Faustregel etwa 5% des Kaufpreises, dies kann jedoch nicht generalisiert werden.

Der Käufer hat auch die Möglichkeit auf eine Minderung des Kaufpreises, nachdem die Nacherfüllfrist abgelaufen ist. Die genaue Höhe wird im Einzelfall bestimmt.

Wenn durch die Sachmängel am Auto noch zusätzliche Schäden oder Kosten entstanden sind, kann der Käufer Schadensersatz fordern, allerdings nur, wenn der vorherige Besitzer an dem Schaden Schuld ist und nicht das Gegenteil beweisen kann. Wenn das gekaufte Auto zum Beispiel im Rahmen der Nacherfüllung in eine Werkstatt und der Käufer währenddessen einen anderen Wagen mieten muss, kann er sich die Kosten dafür vom Verkäufer erstatten lassen.

Auch wenn Sie Ihrem Vertragspartner vertrauen, verzichten Sie bitte nicht darauf, den Kaufvertrag sorgfältig zu überprüfen. Travel man / <a href='https://www.shutterstock.com/'ref='nofollow'=>Shutterstock.com</a>
Auch wenn Sie Ihrem Vertragspartner vertrauen, verzichten Sie bitte nicht darauf, den Kaufvertrag sorgfältig zu überprüfen. Travel man / Shutterstock.com

Was verbirgt sich hinter diesen Formulierungen?

Gerade bei Gebrauchtwagen sind in Verträgen oft Formulierungen wie „gekauft wie gesehen“, „gekauft wie Probe gefahren“ oder „gekauft wie besichtigt“ aufzufinden. Als Käufer sollten Sie jetzt aufpassen, denn mit dieser Klausel muss der Verkäufer nicht mehr für Schäden und Mängel haften, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses offensichtlich waren, zum Beispiel Kratzer und Dellen im Blech oder beschädigte Scheiben. Der Verkäufer muss jedoch weiterhin für versteckte und unauffällige Probleme haften, sowie ein manipulierter Kilometerstand, ein zu hoher Verbrauch oder wenn sich das Fahrzeug bei einer fachmännischen Untersuchung als Unfallfahrzeug herausstellt. Um eventuelle Fallen zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen, das Auto vor dem Kauf von Experten überprüfen zu lassen, wogegen ein ehrlicher Vertragspartner in der Regel nichts einzuwenden haben sollte.

Ist im Kaufvertrag eine generelle Gewährleistungsausschluss-Klausel enthalten, wie oben erklärt, haftet der Verkäufer auch für versteckte Schäden nicht. Beide Arten des Ausschlusses werden bei grober Fahrlässigkeit oder Betrug unwirksam.

Was kann man als Verkäufer tun, um einem Betrug zu entgehen?

Wenn Sie Ihr Auto verkaufen wollen, sollten Sie sich am Sprichwort „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ orientieren. Vor der Probefahrt sollten Sie also den Führerschein des Käufers kontrollieren und auf keinen Fall den Zweitschlüssel aus der Hand geben. Bei der tatsächlichen Übergabe können Sie mit einer Bargeldzahlung auf Nummer sicher gehen und sollten auch erst, wenn der komplette Preis gezahlt wurde, den Fahrzeugbrief überreichen.

Sobald der Kaufvertrag unterschrieben ist, können und sollten Sie den Verkauf Ihrer Versicherungsgesellschaft und der Zulassungsstelle melden. In manchen Fällen kommt es vor, dass der Käufer das Auto nicht ummeldet und dann auch nicht zu erreichen ist, wodurch Sie solange für Steuern und Versicherung bezahlen müssen, bis die Fahndung nach dem Käufer erfolgreich war. Um diese Situation zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen, Ihr Auto vor dem Verkauf abzumelden. Für eine Probefahrt kann dann ein spezielles Kennzeichen beantragt werden.

Wie kann man sich als Käufer vor Betrügern schützen?

Auch wenn Sie ein gebrauchtes Auto kaufen wollen, ist Vorsicht besser als Nachsicht. So sollten Sie sowohl die Eintragungen in den Fahrzeugpapieren als auch den Ausweis des Verkäufers kontrollieren. Sollte der Verkäufer nicht der Halter des Wagens sein, empfehlen wir Ihnen auf eine Vollmacht zu bestehen. Ebenfalls sollten Sie eine Probefahrt machen und schriftlich vereinbaren, welches Zubehör im Verkauf eingeschlossen ist.

Vorsicht vor diesen Betrugmachen beim Autokauf von Privatpersonen!


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