Autokauf von privat: Vorsicht Betrüger

Günstige Preise, große Gefahren: Der AvD warnt vor Bargeld- und Vorauszahlungen
Der private Autokauf mag verlockend sein, ist aber nicht ganz ungefährlich.
Der private Autokauf mag verlockend sein, ist aber nicht ganz ungefährlich.
mario
Einleitung von Mario Hommen, Redakteur bei PKW.de 21.05.2015

Köln, 21.05.2015 – Der Autokauf von privat kann verlockend sein, denn vor allem in Hinblick auf die Preise lassen sich manches Mal im Vergleich zu den Händlerangeboten echte Schnäppchen schlagen. Doch im Eifer der Gier nach einem günstigen Gebrauchten setzt bei vielen Käufern leider der Verstand aus. Und genau diesen sollte man trotz aller Schnäppchen-Vorfreude äußerst wachsam halten, wie der Verkehrsclub AvD jetzt in einer Pressemitteilung warnt.

Nach Meinung des AvD sollte man bei Gebrauchtwagenkäufen, die sich jenseits der 5.000 Euro abspielen, grundsätzlich das Risiko von Barzahlungen meiden. Besondere Vorsicht sei demnach bei Verkäufern angebracht, die auf Barzahlung drängen, denn hat man diesen das Geld ausgehändigt, kann man den getätigten Kauf kaum mehr rückgängig machen. Deshalb der Tipp: Die Übergabe größerer Summen sollte zu üblichen Öffnungszeiten und nach Terminabsprache in einer Bank oder Sparkasse abgewickelt werden.

Außerdem sollte man keine Zusagen machen, Bargeld mitbringen zu wollen. Falls man dennoch mit Bargeld zahlen möchte, müssen die Nummern der Scheine notiert und an anderer Stelle hinterlegt werden, um Geldwäsche und Falschgeld-Tauschversuche zu verhindern. Bei Bargeldgeschäften sollte immer eine Begleitperson dabei sein, die als Zeuge auftreten kann. Ankündigungen, mit größeren Bargeldsummen zu erscheinen, können zu Betrug, Unterschlagung oder gar Raub führen.

Erst zahlen, wenn alle Dokumente und Schlüssel vorliegen

Grundsätzlich rät der AvD beim Gebrauchtwagenkauf zur „Zug-um-Zug-Regel“. Das heißt, das Fahrzeug wird erst ausgehändigt, wenn alles bezahlt ist, aber es wird vom Käufer auch erst bezahlt, wenn alle Dokumente und Schlüssel zum Fahrzeug vorliegen. Der Käufer sollte sich eine schriftliche Verkaufsvollmacht vorlegen lassen, wenn nicht der Fahrzeugeigentümer selbst verhandelt.

Ganz wichtig außerdem: Der Eigentumsnachweis und ein gültiges Personaldokument, bei Pass mit aktueller Aufenthaltsbescheinigung, damit der Wohnort amtlich bestätigt ist. Ganz wichtig ist dabei die Fahrgestellnummer FIN (auch VIN), die in allen Dokumenten fehlerfrei aufgeführt sein muss. Über die Bezahlung redet man erst, wenn man das gewünschte Auto in Ruhe besichtigt und Probe gefahren hat. Auf die Probefahrt nimmt man niemals die Kaufsumme mit – die kann man abheben oder holen, wenn man sich handelseinig ist.

Identitäten von Verkäufer und Besitzer klären

Zur grundsätzlichen Vorsicht raten die Experten des AvD auch bei Verkäufern, die alles angeblich für ihren Freund abwickeln, weil der so wenig Zeit habe. Möglicherweise ist das Fahrzeug geklaut, oder will der rechtmäßige Besitzer dieses in Wirklichkeit gar nicht verkaufen. Eine andere Möglichkeit: Auf diesem Wege soll es schwieriger werden, Gewährleistungsansprüche geltend machen zu können.

Skepsis ist außerdem angebracht, wenn innerhalb der letzten Monate neue Fahrzeugpapiere, vor allem der Brief, ausgestellt wurden – dann sollte man sich den entwerteten alten Brief zeigen lassen. Die Eigentumsverhältnisse müssen geklärt sein: Wer verkauft, wem gehört das Fahrzeug, wo wohnen die Akteure, auf wen läuft die Zulassung, gibt es eine Versicherungsbestätigung, lauten alle Dokumente auf den gleichen Besitzer, gibt es nachweisliche Vorbesitzer, wurde das Service-Scheckheft geführt? Der Kaufvertrag muss auf den Eigentümer des Fahrzeugs oder einen schriftlich Bevollmächtigten lauten, der sich zudem auch ausweisen können muss.

Keine Vorauszahlungen leisten

Grundsätzlich sollten keine Vorauszahlungen geleistet werden, auch nicht, wenn schon ein Brief zugeschickt werden soll – oft ist dann genau das „reservierte Fahrzeug“ doch nicht vorhanden oder es wurde „aus Versehen ein falscher Brief verschickt.“ Via Internet werden Kunden oft gebeten, Sicherheitsleistungen zu hinterlegen, um sich ein bestimmtes Fahrzeug „zu reservieren“. Dieses Geschäftsgebaren ist äußerst zweifelhaft und rechtlich nicht bindend. Einzahlungen an ausländische Banken und Bargeld-Transfer-Unternehmen, die Barabhebungen von Unbekannten in unbekannten Ländern gestatten, sollte man grundsätzlich unterlassen, weil der Zahlungsempfänger oft nicht zu ermitteln, das Geld aber weg ist.

Höherwertige Fahrzeuge sollte man nach Austausch und Prüfung aller Unterlagen auf banküblichem Weg mit vollständiger Rechnung bezahlen – nur dann können Unterschlagung, Betrug oder Raub weitgehend ausgeschlossen werden, so der AvD.

Lesen Sie außerdem: Betrugsmaschen beim Autoverkauf auf PKW.de

(Bildmaterial: AvD)

Autokäufer aufgepasst: Auf PKW.de finden sich ausschließlich Gebrauchtwagenangebote von professionellen Händlern einschließlich der gesetzlich vorgeschriebenen Sachmängelhaftung. Neben einer seriösen Verkaufsabwicklung können diese für ihre Fahrzeuge außerdem Gebrauchtwagengarantien anbieten.


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