Reifendruck – das sollten Sie unbedingt beachten!

Wir erklären Ihnen, weshalb ein zu geringer Luftdruck im Autoreifen gefährlich sein kann
Ein zu niedriger Reifendruck erhöht den Verbrauch und den Verschleiß.
Der ADAC empfiehlt alle 14 Tage den Reifendruck zu kontrollieren.
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Einleitung von Carlos Gabriel Klein Schindler, Redaktionsleister bei PKW.de 21.07.2015

Reifen gehören mit zu den wichtigsten Bauteilen an einem Auto, da sie eine Verbindung zum Asphalt herstellen und für den erforderlichen Grip sorgen. Leider vernachlässigen viele Autobesitzer ihre Pneus und kontrollieren den Luftdruck ihrer Autoreifen zu selten. Schätzungen gehen davon aus, dass fast ein Drittel aller Autos in der EU mit einem zu niedrigen Luftdruck unterwegs sind. Dabei gilt es darauf zu achten, den Reifendruck in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren und an die Gegebenheiten anzupassen. Unsere Autoexperten geben hilfreiche Tipps und verraten Ihnen, wie man mit dem richtigen Reifendruck die Haltbarkeit der Pneus verlängern kann.

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Reifendruck regelmäßig prüfen

Der Druckverlust an einem Autoreifen ist oft schleichend und wird vom Autofahrer oftmals nicht sofort wahrgenommen. Ein Minderdruck kann jedoch nicht nur dem Reifen schaden, sondern auch zu einem höheren Spritverbrauch führen und vor allem die Fahrsicherheit gefährden. Denn was viele Autofahrer nicht bedenken: Ein Reifen, der zu wenig Luft hat, sorgt auch für eine schlechtere Fahrstabilität und geringe Sicherheitsreserven. Vor allem bei Kurvenfahrten kann das Auto bei einem zu niedrigen Reifendruck ins Schleudern geraten und damit zum Verlust der Fahrkontrolle führen. Der Bremsweg verlängert sich und auf nasser Fahrbahn haben die Gummis weniger Bodenhaftung. Darüber hinaus verschleißen die Reifen bei einem zu geringem Luftdruck sehr viel schneller. Auf diese Weise erhöht sich auch das Risiko eines Reifenplatzers.

Sensortechnik erleichtert die Luftdruckkontrolle

Daher müssen seit Ende 2014 alle neu zugelassenen Autos in der EU mit einem Reifendruckkontrollsystem (RDKS), das den Luftdruck der Autoreifen standig überwacht, ausgerüstet sein. Sobald das System einen Druckverlust feststellt, bekommt der Fahrer eine entsprechende Warnmeldung.

Hierbei unterscheidet man zwei Systeme: Das indirekte System wertet Signale von den Raddrehzahlsensoren des Antiblockiersystems (ABS) aus und gibt Rückmeldung, sobald die Drehzahl bei einem Rad mit geringerem Luftdruck steigt. Jedoch arbeitet diese Technik zumeist ungenau und unzuverlässig, weshalb die meisten Autobauer bei ihren Fahrzeugen auf ein direkt messendes System setzen. Hierbei werden alle Räder jeweils mit einem eigenen Sensor ausgestattet und der Reifendruck fortlaufend an den Bordcomputer übermittelt.

Die aufwendige Sensortechnik erzeugt zwar Mehrkosten, da nicht nur Sommerreifen, sondern auch die Winterreifen mit entsprechenden Sensoren ausgerüstet sein müssen, doch die Investition in die Sicherheit lohnt sich. Zudem halten Reifen dank der ständigen Luftdruckkontrolle auch länger. So gehen Schätzungen davon aus, dass sich die Laufleistung der Pneus damit beinahe verdoppeln lässt, was wiederum Geld einspart.

Zudem lässt sich mithilfe eines Reifendruckkontrollsystems auch der Benzinverbrauch senken. Denn ist der Reifendruck am Auto zu niedrig, wirkt sich dies aufgrund des höheren Rollwiderstandes negativ auf den Kraftstoffverbrauch aus, da der Motor mehr Leistung benötigt.

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Reifendruck auch bei Volllast erhöhen

Laut ADAC treibt ein Minderdruck von 0,5 bar den Verbrauch um 0,4 Liter nach oben. Besitzer älterer Fahrzeuge müssen jedoch noch auf die klassische Weise an der Tankstelle regelmäßig den Reifendruck prüfen. Der ADAC rät, alle zwei Wochen den Luftdruck am kalten Reifen zu kontrollieren und gegebenenfalls Luft nachzufüllen. Die Angaben zum richtigen Reifendruck befinden sich normalerweise im Tankdeckel oder im Türinnenrahmen der Fahrerseite. Auch die Bedienungsanleitung des Autos gibt Auskunft über den empfohlenen Luftdruck sowohl unter Teil- als auch unter Volllast. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club empfiehlt, 0,2 bar mehr einzufüllen als der Fahrzeughersteller als Mindestdruck vorgegeben hat.

(Bildmaterial: Kröner/GTÜ)


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